Die unsichtbare Hand bei Adam Smith


Charlie Rutz

by Charlie Rutz | Datum: 03.02.2008
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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
2. Hauptteil
__2.1 Einige Informationen über Autor und Werk
__2.2 Was ist unter der unsichtbaren Hand zu verstehen?
__2.3 Marktwirtschaftlicher Aspekt der unsichtbaren Hand
3. Schlussbemerkung
4. Quellen- und Literaturverzeichnis

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1. Einleitung

Wegen seines im April 1776 erschienenen Hauptwerks An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations wird der schottische Moralphilosoph Adam Smith, der ein Vertreter des klassischen Liberalismus ist, als Begründer der Nationalökonomie angesehen. Dass sich seine Schrift relativ erfolgreich verbreitete, ist sicherlich vor allem der Tatsache geschuldet, dass diese „eben kein trockenes Lehrbuch für Nationalökonomie [ist], sondern […] theoretische Analysen, empirische Belege, historische Beschreibungen, feine Ironie und politische Ratschläge zu einer lebendigen Einheit [verbindet], die das Buch bis heute lesenswert macht.“[1] Eine der bis zum heutigen Tage darin enthaltene kontrovers diskutierte und interpretierte Formulierung ist Smiths Metapher von der unsichtbaren Hand. Ein Anhänger von Smiths These war u.a. der bekannte US-amerikanische Nationalökonom Milton Friedman (31.7.1912-16.11.2006). Dieser sah eine effiziente Allokation begrenzt verfügbarer Ressourcen nur dann als gewährleistet an, wenn der unsichtbaren Hand keine Steine durch Staat und Politik in den Weg gelegt würden. Dagegen behauptete die Wirtschaftshistorikerin Emma Rothschild, dass es sich bei der unsichtbaren Hand „nicht um ein wissenschaftliches Theorem, sondern um einen ‚milden ironischen Scherz‘ handelte.“[2] Diese zwei Positionen verdeutlichen bereits die Extreme, die es bei der Interpretation der Metapher von der unsichtbaren Hand gibt. Umso reizvoller ist es für mich, sich mit dieser auseinanderzusetzen. Damit verbunden werde ich zunächst einige wesentliche Informationen zu Smith und seinem Hauptwerk vorstellen. Anschließend erläutere ich, was er unter der unsichtbaren Hand verstanden haben könnte und gehe dann auf den marktwirtschaftlichen Aspekt dieser ein, wobei ich in der Schlussbemerkung ein Resümee zu ziehen versuche.

Wichtige Anmerkung:

Bei den folgenden Ausführungen handelt es sich über weite Strecken um eine im Kontext der Beantwortung der Hauptfragestellung und meiner Überlegungen dazu vollführte Zitation von Textstellen aus Smiths Werken und der in meinen Augen hervorragenden wissenschaftlichen Arbeit Olaf Hottingers namens „Eigeninteresse und individuelles Nutzenkalkül in der Theorie der Gesellschaft und Ökonomie von Adam Smith, Jeremy Bentham und John Stuart Mill“.

2. Hauptteil

2.1 Einige Informationen über Autor und Werk

Adam Smith
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Quelle: .-wikimedia

Der Moralphilosoph Adam Smith erblickte in der kleinen schottischen Hafenstadt Kirkcaldy das Licht der Welt. Da der genaue Tag seiner Geburt nicht bekannt ist, wurde dieser auf den Tag seiner Taufe, also den 5. Juni 1723, datiert. Sein gleichnamiger und zum gehobenen Bürgertum gehörender Vater, ein Notar und Zollbeamter, der als Privatsekretär des Earl of Loudoun einen aktiven Part bei der Vorbereitung der Union zwischen England und Schottland gespielt hatte, war einige Monate vor der Geburt des Sohnes gestorben. Dagegen begleitete ihn die von ihm sehr verehrte Mutter, Margaret Douglas, die dank der Tatsache, dass ihr Ehemann ein großes Vermögen hinterließ, keine finanziellen Sorgen zu befürchten hatte, noch lange auf seinem weiteren Lebensweg – denn sie starb erst neunzigjährig im Jahre 1784. Zwischen 1737 – 1746 absolvierte Smith zunächst ein Studium der Artes Liberales in Glasgow und setzte seine Studien ab 1740 im Balliol College in Oxford fort, wo er mit David Humes (26.4.1711- 25.8.1776) Traktat über die menschliche Natur in Berührung kam. Hume, den Smith in seiner Zeit als Privatdozent in Edinburgh erstmals persönlich kennenlernte, wurde später sein vielleicht engster, zumindest jedoch berühmtester Freund. Von 1752 – 1763 hatte Smith den Lehrstuhl für Moralphilosophie in Glasgow inne. Diese Zeit beschrieb er rückblickend als seinen nützlichsten und daher glücklichsten sowie ehrenvollsten Lebensabschnitt, in dem er sein erstes großes Werk, The Theory of Moral Sentiments (1759), veröffentlichte. Im Jahre 1776 erschien sein Hauptwerk An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations. Im selben Jahr starb sein guter Freund Hume, dessen ökonomische Essays (1752) einige von Smith in seiner Schrift geäußerten Gedanken bereits vorausnehmen sollten. Das sich aus vielen Quellen speisende Werk vom Wohlstand der Nationen (WN) hat „der Wissenschaft der Nationalökonomie eine Form gegeben, die den nachfolgenden Generationen – wie kein anderes Werk des 18. Jahrhunderts – Anregung und Vorbild war. In diesem Sinne kann man den Autor als Begründer der modernen Nationalökonomie bezeichnen (Deane 1978, 6).“[3] Der WN bildet sozusagen das Gegenstück zur in weiten Passagen von Smith kritisierten und zu seinen Lebzeiten dominierenden wirtschaftspolitischen Idee des Merkantilismus. U.a. im WN kam er auch auf das Prinzip der unsichtbaren Hand zu sprechen, das insbesondere im Wirtschaftsliberalismus eine bedeutende Rolle spielen sollte. Der kein weiteres Werk mehr verfassende Smith starb am 17. Juli 1790 in Edinburgh.

2.2 Was ist unter der unsichtbaren Hand zu verstehen?

In seinem Werk An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations kommt Smith nur einmal explizit auf die unsichtbare Hand zu sprechen:

Da also jeder einzelne danach trachtet, sein Kapital möglichst in der heimischen Erwerbstätigkeit einzusetzen und diese Erwerbstätigkeit so auszurichten, daß die größte Wertschöpfung erfolgt, arbeitet jeder einzelne notwendigerweise darauf hin, das jährliche Volkseinkommen möglichst groß zu machen. In der Regel hat er freilich weder die Absicht, das Gemeinwohl zu fördern, noch weiß er, wie sehr er es fördert. Wenn er die heimische Erwerbstätigkeit so ausrichtet, daß die größte Wertschöpfung erfolgt, denkt er nur an seinen eigenen Vorteil, und dabei wird er, wie in vielen anderen Fällen auch, von einer unsichtbaren Hand geleitet, einem Zweck zu dienen, der nicht in seiner Absicht lag.[4]

Den Rahmen für diese Theorie der unsichtbaren Hand bildet die kritische Auseinandersetzung von Smith mit der merkantilistischen Theorie. Er behauptet nicht nur, dass eine vom Staat ausgehende Steuerung der Produktionsfaktoren bzw. dessen Einflussnahme auf diese nicht notwendigerweise zur optimalen Allokation[5] der Ressourcen führt, sondern auch, dass diese größtenteils nicht erreicht wird. Im Gegensatz dazu fragt sich Smith nun, wie es um das Verhalten eines Kapitalanlegers bestellt ist, „der völlig frei über den Einsatz seines Vermögens entscheiden kann und dessen einziges Interesse in der Erzielung eines größtmöglichen Nutzens besteht: Rationale Erwägungen werden ihn veranlassen, sein Geld im Inland zu investieren, da er die Risiken dort eher abschätzen kann als bei einer Investition im Ausland. Zugleich wird er sich für die Anlage mit dem höchsten wahrscheinlichen Wertzuwachs entschließen. Dieser Wertzuwachs stellt jedoch eine Komponente des volkswirtschaftlichen Sozialprodukts bzw. des Volkseinkommens dar. Auf diese Weise, und wie von einer unsichtbaren Hand geführt, entscheidet sich der Investor für eine Anlage, die dem Gesellschaftsinteresse – hier: dem Volkseinkommen – besonders dienlich ist.“[6] Der Kern seiner Aussage ist also, dass die Orientierung eines jeden Wirtschaftsakteurs am Eigennutz das Gemeinwohl fördere, und zwar mehr, als wenn er sich diesem bewusst verschriebe, wie er an anderer Stelle festhielt.

Doch welches „Smith‘sche Weltverständnis“ liegt dieser unsichtbaren Hand zugrunde und was für einem Mechanismus könnte diese entspringen? Um darauf eine adäquate Antwort geben zu können, ist es unerlässlich, ein weiteres Werk von Smith in die Untersuchung mit einzubeziehen, und zwar sein Werk The Theory of Moral Sentiments (TMS), zu deutsch: Theorie der ethischen [bzw. moralischen] Gefühle, wo er ein zweites Mal auf die unsichtbare Hand zu sprechen kommt. In der TMS unterscheidet Smith zwei grundlegende Fragen der Moralphilosophie: „Erstens, worin besteht Tugend? Welche Charaktereigenschaften und Handlungen sind Gegenstand moralischer Wertschätzung? Zweitens, wie kommt es, daß wir bestimmte Charaktere und Handlungen billigen oder mißbilligen? Auf Grund welcher Seelenkräfte oder Motive fällen wir moralische Werturteile?“[7] Für Smith ist die Sympathie, also das Mitgefühl, bestehend aus Mitleid und Mitfreude, die Antwort auf all diese Fragen. Smith meint damit die Fähigkeit und Veranlagung des Menschen, sich in seinen Gegenüber hineinzuversetzen und ihn zu verstehen. So sei es die natürliche Veranlagung des Menschen, sowohl die Achtung der anderen Menschen zu gewinnen als auch sich dieser würdig zu erweisen. Damit wird die „Sympathie eines unparteiischen Zuschauers […] in seinem System zum Kriterium der Sittlichkeit von Charakteren und Handlungen, aber auch zum Motiv der Zustimmung, die wir solchen Charakteren und Handlungen entgegenbringen.“[8] In der TMS von Smith nun „geht es im Zusammenhang mit der unsichtbaren Hand (TMS IV.1.9/10[…]) vor dem Horizont des damaligen Bevölkerungswachstums und der notwendigen Steigerung der Güter-, insbesondere der Nahrungsmittelproduktion […] um eine doppelte Fragestellung: Wie kommt es erstens zu einer solchen Steigerung, und wie wird zweitens das Verteilungsproblem gelöst.“[9]

Damit verbunden behauptet Smith, dass grundsätzlich jeder Mensch nach Reichtum und einer hohen gesellschaftlichen Stellung strebe, dies aber bezüglich menschlichen Glücks eher nebensächlich wäre. Jedoch sieht er in diesem „im höchsten Maße verächtlich und geringfügig erschein[enen]“[10] Streben die Voraussetzung und das Mittel für wirtschaftliche Prosperität und die Fortexistenz der Menschheit. Hinter diesem Widerspruch von Moralität und Ökonomie steckt für Smith das Walten der Natur, die in uns die mit Wohlstand und Reichtum verknüpften Glückserwartungen wecken würde. Dazu hält er fest, dass es gut ist, „daß die Natur uns in dieser Weise betrügt. Denn diese Täuschung ist es, die den Fleiß der Menschen erweckt und in beständiger Bewegung erhält. Sie ist es, die die Menschen zuerst antreibt, den Boden zu bearbeiten, Häuser zu bauen, Städte und staatliche Gemeinwesen zu gründen, alle die Wissenschaften und Künste zu erfinden und auszubilden, … die rauhen Urwälder in angenehme und fruchtbare Ebenen verwandelt und das … Weltmeer … zu der großen Heerstraße des Verkehres gemacht haben, welche die verschiedenen Nationen der Erde untereinander verbindet.“[11] Am Beispiel des proud and unfeeling landlord (TMS IV.1.9), also des stolzen und gefühllosen Grundherrn, verdeutlicht Smith seine These. Obwohl dieser Grundherr auf egoistische Art und Weise die Durchsetzung seiner eigenen Interessen verfolgt, fördere er zugleich das Wohl seiner Mitmenschen, indem er mit seinem Wunsch, mehr und mehr zu besitzen, erstens danach trachtet, „auf seinen landwirtschaftlichen Gütern einen maximalen Ertrag zu erreichen […]. Zweitens läßt der Grundherr seine Mitmenschen an dem von ihm immer mehr gesteigerten Ernteertrag teilhaben: Zum einen hält er sich eine große Gefolgschaft, die seine Güter versorgt, in seinem Haushalt arbeitet etc. und die er folglich ernähren muß. Zum anderen verkauft er die landwirtschaftlichen Produkte auf den Märkten, um selbst Luxusgüter erwerben zu können.“[12]

Dadurch „teilen sie [die Reichen] doch mit den Armen den Ertrag aller Verbesserungen, die sie in ihrer Landwirtschaft einführten.“[13] Hier nun kommt für Smith die unsichtbare Hand ins Spiel: „Von einer unsichtbaren Hand werden sie [die Reichen] dahin geführt, beinahe die gleiche Verteilung der zum Leben notwendigen Güter zu verwirklichen, die zustande gekommen wäre, wenn die Erde zu gleichen Teilen unter alle ihre Bewohner verteilt worden wäre; und so fördern sie, ohne es zu beabsichtigen, ja ohne es zu wissen, das Interesse der Gesellschaft und gewähren die Mittel zur Vermehrung der Gattung. Als die Vorsehung die Erde unter eine geringe Zahl von Herren und Besitzern verteilte, da hat sie diejenigen, die sie scheinbar bei ihrer Teilung übergangen hat, doch nicht vergessen und nicht ganz verlassen.“[14] Vergleicht man diese Beschreibung aus der TMS vom Wirken der unsichtbaren Hand mit der Passage im WN, so fällt zunächst einmal ins Auge, dass dieser Mechanismus jeweils in einem ökonomischen Kontext erwähnt wird und dazu beiträgt, eine Art von Harmonie zwischen den egoistischen Interessen eines Einzelnen und dem Wohl der Allgemeinheit herbeizuführen. Denn wie bereits verdeutlicht wurde, trägt laut Smith die Verfolgung des Eigeninteresses, wie es die Beispiele im Zusammenhang mit dem Übergang von der Feudal- zur Handelsgesellschaft, also dem Grundherrn auf der einen sowie dem jeweiligen Marktteilnehmer auf der anderen Seite, zeigen sollen, zur natürlichen Förderung des Allgemeinwohls bei.

In diesem Zusammenhang ist sowohl aus dem WN als auch der TMS herauszulesen, dass die Abhängigkeit vom jeweils anderen das Fundament für das Wirken der unsichtbaren Hand im Sinne des Allgemeinwohls bildet. Der Unterschied besteht allerdings darin, dass laut Smith im Falle der Feudalgesellschaft eine dem Grundherrn unterstehende und ihm dienende arbeitende Klasse existiert, die von diesem abhängig ist, während in der Handelsgesellschaft zwischen den Marktteilnehmern eine Abhängigkeit Gleicher besteht. Hier ist kritisch anzumerken, dass Smith die bezüglich des Grundherrn bestehende Abhängigkeit „als positive Leistung des Herrn (wenn auch nicht als bewußt vollbrachte) für die arbeitenden Armen [auffasst]. Er scheint außer acht zu lassen, dass das Geld, welches die Reichen ausgeben, ihnen zugleich Produkte oder Leistungen anderer verschafft. Besser gesagt: Er leugnet, daß diese Produkte und Leistungen irgendeinen Nutzen besäßen. Sie sind reiner Tand.“[15] Dies ist wohl dem Faktum geschuldet, dass Smith den inneren Werten eines Menschen mehr Beachtung als dem bloßen äußeren Reichtum schenkt. Darüber hinaus lassen bestimmte Ausführungen von Smith, wie die von der Vorsehung, die die Erde unter wenigen Herren und Besitzern verteilt haben soll, „und dem Beitrag des Menschen zur Erhaltung der menschlichen Gattung […] [den] Begriff der unsichtbaren Hand […] als Teil des theistischen Weltverständnisses (vgl. TMS II.ii.3.5 […]) [erscheinen]“[16].

Immer wieder verwendet Smith in der TMS und im WN im Zusammenhang mit den von ihm formulierten wesentlichen Prinzipien Begriffe wie „natürlich“ oder „Natur“. Und hinter eben jener Natur sieht Smith das Walten Gottes. Zunächst einmal betrachtet Smith das Universum als eine große Maschine (TMS II.ii.3.5), wo alles in geordneten Bahnen verläuft und nichts dem Zufall überlassen ist. So heisst es u.a. in der TMS: „In jedem Teil des Universums beobachten wir, daß die Mittel auf die genaueste und kunstvollste Weise den Zwecken angepaßt sind, die sie hervorzubringen bestimmt sind, und wir bewundern es, wie in dem Mechanismus einer Pflanze oder eines tierischen Körpers alles so ausgedacht ist, daß es die zwei Hauptabsichten der Natur, die Erhaltung des Individuums und die Fortpflanzung der Gattung, befördert.“[17] Es ist offensichtlich, dass für Smith „alles in der Natur einen Sinn, einen Zweck [hat]; seine Sicht der Natur ist teleologisch.“[18] Auch im WN: „Nature is almost always viewed theologically in Wealth of Nations. It exists for and with a purpose, and part of that purpose is human welfare. And so to say must imply either a transcendent, Newtonian God of Nature or an immanent Leibnitzian God in Nature.“[19] Der Einfluss Isaac Newtons auf die naturgesetzlichen Vorstellungen Smiths ist unverkennbar, was sich schon darin zeigt, dass er, wie bereits Newton vor ihm, das Universum als große Maschine beschreibt. Die von ihm in der TMS „genannten Hauptzwecke der Lebenserhaltung und der Lebensweitergabe weisen auf einen gegenwärtigen und auf einen zukünftigen Zweck der Natur hin. Die Zwecke aller Dinge in der Natur sind diesen beiden primären Zielen zu- und untergeordnet.

Dieser Ordnung unterliegt die Welt nicht aus sich selbst heraus. Sie ist ihr vielmehr von einem Schöpfer gegeben, der sich alles sorgfältig ‚ausgedacht (contrived)‘ ([…] TMS II.ii.3.5 […]) hat. Die ‚Weisheit Gottes (wisdom of God)‘ hat die Natur so eingerichtet, wie sich diese uns darstellt (TMS II.ii.3.5 […]). Gott (‚God‘, ‚Deity‘) gilt als ‚Schöpfer der Natur‘, der einen ‚Plan … zur Herbeiführung der Glückseligkeit und Vollkommenheit der Welt entworfen hat‘ bzw. den ‚Plan der Vorhersehung (‚the scheme which the Author of nature has established for the happiness and perfection of the world‘, ‚plan of Providence‘; TMS III.5.7 […]). Er ist der ‚Verwalter (administrator)‘ und der ‚große Direktor (great director)‘ des Universums (TMS VI.ii.3.3/4 […]), der die ‚Glückseligkeit der Menschen (happiness of mankind)‘ zum Ziel (TMS III.5.7 […] und hierfür auch ‚Vorsorge (provision)‘ (WN IV.ix.28 […]) getroffen hat“[20]. Last but not least heisst es damit verbunden bei Smith: „Die Vorstellung von jenem göttlichen Wesen, dessen Wohlwollen und Weisheit von aller Ewigkeit her die unendliche Maschine des Universums so ersonnen und geleitet hat, daß sie das größtmögliche Maß von Glückseligkeit hervorbringe, ist sicherlich von allen Gegenständen menschlicher Betrachtung weitaus der erhabenste.“[21] Da ich bereits feststellte, dass TMS und WN nicht voneinander getrennt betrachtet werden können, ist aus den bisherigen Überlegungen zu schließen, dass die unsichtbare Hand „Ausdruck des teleologischen Weltbildes Smiths [ist] und […] die Gesetzmäßigkeiten bzw. Zusammenhänge dieser Welt“[22] kennzeichnet. Die Parallelen zu Newtons Weltverständnis, das auf der natürlichen Theologie basiert, sind dabei unverkennbar: „Natural theology not only supports the Newtonian method, it is the link between Newton and the ‚scientific‘ method he developed and the natural law philosophers‘ investigations into the natural laws of social phenomena.“[23]

Wegen der eben aufgeführten Beispiele, die ein teleologisches Weltbild bzw. ein theistisches Weltverständnis Smiths intendieren, halte ich es für wenig wahrscheinlich, dass seine Metapher von der unsichtbaren Hand die rein wissenschaftliche Funktion hat, als vorläufige Erklärung für ein Phänomen zu dienen, dessen wirklicher Ursprung noch nicht aufgeklärt bzw. aufgedeckt wurde. Denn schließlich kann man Smiths Ausführungen bzw. Äußerungen zur unsichtbaren Hand im WN nicht herausgelöst aus seinem Gesamtwerk bzw. seinem grundlegenden Denken betrachten. Selbst im WN gibt es, wie schon zuvor deutlich gemacht, Belege für sein theistisches Weltverständnis. Doch wie bedeutend sind die obigen Ausführungen nun konkret für seine Metapher von der unsichtbaren Hand? Ganz klar: Sie lassen die unsichtbare Hand als theologisches Konstrukt erscheinen. Nicht unterschlagen werden soll an dieser Stelle auch ein drittes Auftreten der unsichtbaren Hand in den Werken von Smith. So spricht er in seinem Essay The History of Astronomy (HA) von der unsichtbaren Hand Jupiters: „Hence the origin of Polytheism, and of that vulgar superstition which ascribes all the irregular events of nature to the favour or displeasure of intelligent, though invisible beings, to gods, daemons, witches, genii, fairies. For it may be observed, that in all Polytheistic religions, among savages, as well as in the early ages of Heathen antiquity, it is the irregular events of nature only that are ascribed to the agency and power of their gods. Fire burns, and water refreshes; heavy bodies descend, and lighter substances fly upwards, by the necessity of their own nature; nor was the invisible hand of Jupiter ever apprehended to be employed in those matters. But thunder and lightning, storms and sunshine, those more irregular events, were ascribed to his favour, or his anger.“[24]

Bezüglich der bereits erwähnten invisible hand-Stellen lässt sich die aus der HA klar abgrenzen. Denn während in der „TMS und im WN der Begriff der unsichtbaren Hand als Metapher für das Gesetzmäßige in der Welt, also ein innerweltliches Geschehen, verwendet wird, greift die ‚unsichtbare Hand Jupiters‘ unmittelbar in das aktuelle Weltgeschehen ein. Der Sache nach besteht zur Rede von der unsichtbaren Hand Jupiters in HA eine Parallele in WN (V.i.f.24 […]), wo Smith vom ‚Aberglauben (superstition)‘ an ein ‚unmittelbares Einwirken der Götter (immediate agency of the gods)‘ in das Weltgeschehen spricht.“[25] Smiths theologische Vorstellungen im Allgemeinen und hinsichtlich des Wirkens der unsichtbaren Hand im Speziellen (wie bei Feudal- und Handelsgesellschaft), fügen sich gut in die damals populäre Natural Theology bzw. den zu seinen Lebzeiten dominierenden Deismus ein, wo ein Gott bzw. intelligenter Designer hinter der Schöpfung des Universums steckt, das in seiner Struktur durch Ordnung und Harmonie gekennzeichnet ist. Für eben jene Harmonie bzw. jenes soziale Gleichgewicht sorgt die unsichtbare Hand.

2.3 Marktwirtschaftlicher Aspekt der unsichtbaren Hand

Nachdem ich im letzten Kapitel hinterfragt und dargestellt habe, welches „Smith‘sche Weltbild“ der Metapher von der unsichtbaren Hand zugrunde liegt und wie diese gedeutet werden kann, möchte ich nun folgend näher auf den marktwirtschaftlichen Aspekt eingehen, mit dem sie im WN verbunden ist. Ich machte bereits deutlich, dass den Rahmen der invisible hand-Passage im WN die kritische Auseinandersetzung Smiths mit der merkantilistischen Theorie bildet. Immer wieder wurde Smiths Metapher in der Vergangenheit insbesondere von Vertretern des Wirtschaftsliberalismus wie beispielsweise dem angesehenen und kürzlich verstorbenen Ökonomen Milton Friedman aufgegriffen, der einmal feststellte, dass „Smiths große Leistung in der Lehre von der ‚unsichtbaren Hand‘ […] in seiner Vision einer möglichen Koordinierung der freiwilligen Handlungen von Millionen Einzelpersonen ohne zentrale Lenkung, alleine durch das Preissystem“[26], bestände. Der Ansicht Friedmans nach erkennen wir mit Smiths Augen, dass der Markt kein unheilvolles Chaos ist, sondern ein „wohlgeordnetes, wirkungsvoll ausgeklügeltes System […], das zwar aus der individuell motivierten Handlungsweise des Menschen entstanden ist, aber dennoch nicht mit Bedacht von ihm geschaffen wurde. Dieses System ermöglicht die Koordinierung der vielseitigen Kenntnisse und mannigfaltigen Fähigkeiten von Millionen Menschen für einen gemeinsamen Zweck. Der Gummi produzierende Malaye, der Graphit herstellende Mexikaner, der Holz schlagende Bewohner des Staates Washington und unzählige andere – sie alle arbeiten zusammen, um einen ganz gewöhnlichen Bleistift mit Radiergummispitze herzustellen […], obwohl sie keiner Weltregierung unterstehen, keine gemeinsame Sprache sprechen und weder Ahnung vom Zweck noch Interesse am Ziel haben, für das sie alle zusammenarbeiten.“[27]

Diese liberale Interpretation scheint zunächst einmal durch folgende Aussage Smiths zum Wirken der unsichtbaren Hand bestätigt zu werden: „Der Mensch […] braucht so gut wie unausgesetzt die Hilfe seiner Mitmenschen, und diese würde er vergeblich nur von deren Wohlwollen erwarten. Er wird eher Erfolg haben, wenn er ihre Eigenliebe zu seinen Gunsten wecken und ihnen zeigen kann, daß es zu ihrem eigenen Vorteil ist, das zu tun, was er von ihnen haben will. Gib mir, was ich will, und du wirst das bekommen, was du willst, ist der Sinn jeden solchen Vorschlages; und auf diese Weise erlangen wir voneinander die meisten jener guten Dienste, auf die wir angewiesen sind. Nicht vom Wohlwollen des Metzgers, Brauers oder Bäckers erwarten wir unsere Mahlzeit, sondern von deren Bedachtnahme auf ihr eigenes Interesse. Wir wenden uns nicht an ihre Menschenliebe, sondern an ihre Eigenliebe und sprechen ihnen nie von unseren eigenen Bedürfnissen, sondern von ihren Vorteilen.“[28] Dafür, dass dieser Mechanismus des Eigennutzes funktionieren kann, ist es jedoch unerlässlich, dass im marktwirtschaftlichen System ein Zustand vorherrscht, „in dem alle Menschen auf die Leistungen und die Produkte der Arbeit anderer angewiesen sind – einen Zustand allgemeiner Teilung der Arbeit. Wird arbeitsteilig produziert, so arbeiten die Menschen aber auch stets füreinander – zumindest für den Markt und nicht für sich.“[29] Der Eigennutz jedes Einzelnen befördert also nur dann den allgemeinen Wohlstand, wenn alle Marktteilnehmer in einem Abhängigkeitsverhältnis zueinander stehen, das Smith in der Arbeitsteilung – die für ihn aus der natürlichen Neigung eines Menschen, Tausch und Handel zu betreiben, entspringt – sieht.

Diese, welcher seines Erachtens „viele Vorteile zu verdanken sind, ist ursprünglich nicht das Werk menschlicher Weisheit, die jenen allgemeinen Wohlstand, zu dem sie führt, vorhergesehen und bezweckt hätte. Sie ist notwendige, wenn auch sehr langsame und allmähliche Folge einer bestimmten Neigung der menschlichen Natur, der kein so weitreichender Nutzen vorschwebt: der Neigung, zueinander in Beziehung zu treten, zu handeln und zu tauschen.“[30] Er sieht infolge der Arbeitsteilung einen erheblichen Anstieg der Produktionsleistung und führt diese auf drei Umstände zurück: „erstens auf die Steigerung der Fertigkeit jedes einzelnen Arbeiters; zweitens auf die Ersparnis an Zeit, die gewöhnlich beim Wechsel von einer Art Arbeit zur anderen verlorengeht; und letztens auf die Erfindung einer großen Anzahl von Maschinen, die die Arbeit erleichtern und verkürzen und es ermöglichen, daß ein Mann die Arbeit von vielen tut.“[31] Diese Faktoren bilden für Smith zugleich eine wesentliche Grundlage zur Steigerung des allgemeinen Wohlstands. Als einen Beleg für seine These beruft sich Smith auf eigene Erfahrungen in einer Stecknadelmanufaktur: Während nur ein Arbeiter pro Tag nicht einmal 20 Nadeln herstellen könne, wären zehn Arbeiter, die sich jeweils auf bestimmte Handgriffe spezialisieren würden, dazu in der Lage, täglich 48.000 Nadeln herzustellen. Jedoch sieht Smith in der Arbeitsteilung auch die Gefahr, dass sie, wegen der mit ihr einhergehenden Spezialisierung des Einzelnen, der nur ein paar bestimmte Handgriffe ausübe, zur geistigen Verarmung bzw. Abstumpfung des Arbeiters führen könne, weshalb Smith vorschlug, dass der Staat dem einfachen Volke eine gute Schul- bzw. Allgemeinbildung zukommen lassen solle, notfalls mit Zwang, damit sie u.a. politisch aufgeklärt sind, aber auch den Arbeitern die Möglichkeit eröffnet würde, durch eigenen Fleiß einen sozialen Aufstieg in der Gesellschaft erreichen zu können.

Für ihn hatte sich der Staat auf drei Kernaufgaben zu konzentrieren: So sei es die „erste Pflicht des Herrschers […], […] die Gesellschaft vor Gewalttaten und Unrecht anderer unabhängiger Gesellschaften zu schützen“[32]. Die zweite Pflicht sei es, „jedes Mitglied der Gesellschaft bestmöglich vor Unrecht oder Unterdrückung von seiten jedes anderen zu schützen, also die Pflicht zur Einrichtung einer verläßlichen Rechtspflege“[33]. Die dritte und letzte Pflicht sei es, „bestimmte öffentliche Bauwerke und bestimmte öffentliche Einrichtungen zu schaffen und instand zu halten, deren Schaffung und Erhaltung nie im Interesse eines einzelnen oder einer kleinen Gruppe von Einzelpersonen liegen kann, weil der Gewinn daraus […] [ihnen] nie ihre Aufwendungen ersetzen könnte, obwohl er sie einer großen Gesellschaft häufig weit mehr als zu ersetzen vermag.“[34] Smith geht auf dieses Pflichtverhalten der staatlichen Institutionen im gesamten fünften Buch und damit in einem großen Abschnitt des WN vertiefend ein. Damit versucht Smith einen für ihn notwendigen Rahmen zu setzen, der gegeben sein muss, damit die individuellen Nutzenerwägungen innerhalb der Gesellschaft zum Wohl der Allgemeinheit beitragen. Denn für ihn ist ein Gesellschaftssystem, in dem der Einzelne sein Eigeninteresse völlig frei ausüben kann, kontraproduktiv. Vielmehr muss zumindest eine Art Rechtssystem vorherrschen, das sich an der Gerechtigkeit zu orientieren hat, um negative Auswüchse, die durch das Eigeninteresse bewirkt werden können, im Zaume zu halten bzw. zu vermeiden. Doch was ist diese Gerechtigkeit, nach deren Maßgabe der Staat zu handeln hat? Verkürzt gesagt sind dies für Smith die in einer Gesellschaft institutionalisierten Handlungsregeln, deren Einhaltung rechtlich verpflichtend ist und die notfalls auch mittels Zwang(sgewalt) seitens des Staates als deren Hüter zu bewahren sind.

Sekundär für das Funktionieren des von ihm beschriebenen Gesellschaftssystems sind für Smith dagegen das gegenseitige Wohlwollen bzw. die Liebe und Zuneigung zwischen den ihrem Eigeninteresse folgenden Individuen – hierbei handelt es sich für Smith um Tugenden, die nicht erzwungen werden können, sondern die ausschließlich auf freiwilliger Basis des Einzelnen zu erfolgen haben, wobei es ihm persönlich lieber wäre, wenn in einer Gesellschaft diese Tugenden weit verbreitet wären. Zur Kontrollfunktion des Staates gehört für Smith beispielsweise die Überwachung der Banken: „Ohne Zweifel mag man entsprechende Beschränkungen in gewisser Hinsicht für einen Verstoß gegen die natürliche Freiheit halten. Aber diejenige Ausübung der natürlichen Freiheit einiger weniger, welche die Sicherheit der ganzen Gesellschaft gefährden könnte, wird und muß von den Rechtsordnungen aller Staaten verhindert werden – der freiesten ebenso wie der despotischsten. Die Verpflichtung zur Errichtung von Brandmauern, um das Übergreifen von Bränden zu verhüten, ist ein Verstoß gegen die natürliche Freiheit von genau der gleichen Art wie die hier empfohlenen Beschränkungen des Bankgewerbes.“[35] Für Smith hängt „von der unparteiischen Rechtspflege […] die Freiheit jedes einzelnen, das Gefühl seiner eigenen Sicherheit ab.

Um jedem einzelnen das Gefühl des vollkommen sicheren Besitzes jedes ihm zustehenden Rechtes zu verschaffen, muß die rechtsprechende von der vollziehenden Gewalt nicht nur getrennt, sondern auch möglichst unabhängig sein. Der Richter sollte nicht aus einer Laune der vollziehenden Gewalt heraus seines Amtes enthoben werden können. Die regelmäßige Auszahlung seines Gehalts sollte nicht vom guten Willen, ja nicht einmal vom guten Wirtschaften dieser Gewalt abhängig sein.“[36] Smith ist es also ein besonderes Anliegen, dass der Staat das private Eigentum bzw. die persönliche Freiheit eines jeden Bürgers zu schützen hat. Um das tun zu können und um das Allgemeinwohl sicherzustellen, muss der Staat laut Smith allerdings auch über die Souveränität verfügen, seine nationale Freiheit zu sichern und gegenüber den Begehrlichkeiten anderer Länder gewappnet zu sein: „Freiheit ist die grundlegende Voraussetzung der Selbstbestimmung, die Smith immer wieder fordert […]. Dies gilt auch für das selbstbestimmte Handeln im wirtschaftlichen Bereich und insgesamt sowohl auf individueller als auch auf staatlicher Ebene. So verurteilt Smith beispielsweise ausdrücklich die Fremdbestimmung und Ausbeutung der Kolonien durch die Kolonialherren. Er spricht in diesem Zusammenhang vom ‚bitteren Unrecht der Europäer (savage injustice of the Europeans)‘ (WN IV.i.32 […]; vgl. z.B. IV.vii.c 80, 101 […]).“[37] Hier kommt einmal mehr seine Kritik am Merkantilismus mit seinen unterschiedlichen Formen der Wirtschaftslenkung und des Protektionismus zum Tragen, wie eben kolonialistische oder monopolistische Maßnahmen.

Diesen Vorstellungen erteilt er eine klare Absage und stellt sie wiederholt als verfehlt dar. Im Gegensatz dazu setzt er auf einen ausgeprägten Wettbewerb und Freihandel. Das „Wettbewerbsprinzip sorgt für die optimale Versorgung der Märkte und die optimale Allokation der Ressourcen. Sind die Produktionsfaktoren flexibel, wandern sie in die Sektoren, in denen sie am höchsten entlohnt werden, wo sie also knapp sind. Auf diese Weise bilden sich optimale Faktorstrukturen und das maximal mögliche Sozialprodukt. (Vgl. WN IV.ii.c.86/8 […]; IV.ii.1/15 […]; I.x.a.1 […]) Die Gewinner im Wettbewerbssystem sind die Konsumenten. Monopolistische Gewinne treten nicht bzw. nur temporär als Folge von Innovationen auf. (Vgl. z.B. WN I.x.c.16 […] I.ix.2, 14 […] IV.vii.b.22/4 […]; II.iv.8 […]) […] Smiths Plädoyer für den Freihandel ist im Zusammenhang mit seiner Wettbewerbstheorie zu betrachten. Der Freihandel wird aber auch deshalb befürwortet, weil die Grenzen der Märkte zugleich Grenzen der Arbeitsteilung sind (vgl. WN I.iii […]; LJ(B) § 222 […]). Sie beschränken somit Effizienzgewinne, die durch die Ausschöpfung gegenseitiger Produktivitätsvorteile möglich sind (vgl. WN IV.i.31 […]; III.iii.18/20 […]).“[38] In den auf den zurückliegenden Seiten grob skizzierten Vorstellungen Smiths zum „System der natürlichen Freiheit“ bzw. einer Gesellschaftsordnung, kommt der unsichtbaren Hand eine wohlfahrtsfördernde Rolle zu. Denn von ihr geleitet dient der Einzelne laut Smith einem Zweck, der nicht in seiner Absicht lag, nämlich der Förderung des Allgemeinwohls, obwohl der Einzelne nur an seinen eigenen Vorteil denke, der darauf ausgerichtet sei, in seiner heimischen Erwerbstätigkeit die größte Wertschöpfung zu erreichen (vgl. WN IV.II.9).

Später geht Smith noch einmal vertiefend darauf ein, indem er feststellt, dass „die privaten Interessen und Leidenschaften der Menschen sie geneigt [macht], ihr Vermögen den Verwendungen zuzuführen, die im Regelfall für die Gesellschaft am vorteilhaftesten sind. Sollten sie aber aufgrund dieser natürlichen Neigung solchen Verwendungen zu viel zuführen, so würde das Sinken des Gewinnes in diesen und sein Anstieg in allen anderen Verwendungen sie unverzüglich bewegen, diese falsche Verteilung zu ändern. Ohne jedes Dazwischentreten des Gesetzes führen daher die privaten Interessen und Passionen der Menschen sie natürlicherweise dazu, das Vermögen jeder Gesellschaft auf die einzelnen in ihr stattfindenden Verwendungen möglichst in dem Verhältnis zu teilen und aufzuteilen, wie es dem Interesse der ganzen Gesellschaft am besten entspricht.“[39] Dieses einerseits eigennützige, andererseits jedoch das Allgemeinwohl fördernde Verhalten des Einzelnen verdeutlicht Smith am Getreidehändler, „der nur im Inland agiert, eine Ähnlichkeit zum Verhalten des in der expliziten invisible hand-Stelle des WN genannten Investors (WN IV.v.b.3 […]). Da sich die Marktpreise aus Angebot und Nachfrage ergeben, fordert […] [er] einzig und allein zum Zwecke der Gewinnerzielung einen um so höheren Preis, je knapper das Gut Getreide ist. Ein höherer Preis führt zugleich zu einem Rückgang der Nachfrage und einem sparsameren Umgang der Verbraucher mit diesem lebensnotwendigen Nahrungsmittel. Mögliche Versorgungsengpässe werden also dadurch gelindert, daß sich die Konsumenten in ihrem Verbrauchsverhalten dem verringerten Angebot […] aufgrund der Preisforderung des Getreidehändlers“[40] anpassen.

Und hierbei ist eben nicht irgendeine persönliche Moral oder ein Altruismus seitens des Getreidehändlers im Spiel, sondern einzig und allein sein Eigeninteresse. Jedoch ist die „Smith‘sche Gesellschaft“ so eingerichtet, dass die egoistischen Motive des Einzelnen immer auch zum Wohl der Allgemeinheit sind. Warum? Weil jeder in diesem System der Arbeitsteilung um die Abhängigkeit vom anderen weiß. Denn ohne das Zutun der anderen kann auch ich nicht existieren. Hier vollzieht Smith ganz offensichtlich einen Wechsel von der Rolle des Moralphilosophen zum „sociological theorist“[41]. Eine explizite (moralische) Tugend auf der Seite des Einzelnen beim „Handel treiben“ ist nicht notwendig, da in der „Smith‘schen Gesellschaft“ das Wohlwollen institutionalisiert ist, wobei der Mechanismus der unsichtbaren Hand alles in die richtigen Bahnen lenkt! Ein weiteres Beispiel, um diese Interpretation zu untermauern, ist, dass das „Interesse der Allgemeinheit in Form des Wohlstandswachstums auch unbewußt durch das individuelle Sparen gefördert [wird], das alleine durch den Wunsch nach zukünftigem Konsum motiviert ist (vgl. WN II.iii.14/31 […]). Da nationales Wirtschaftswachstum ein Anwachsen des volkswirtschaftlichen Kapitalstocks voraussetzt, erscheint ‚jeder Verschwender als Feind der Allgemeinheit, jeder sparsame Mensch dagegen als ihr Wohltäter ([..] WN II.iii.25 […]). Die individuellen Sparanstrengungen und der damit verbundene Wunsch nach Verbesserung der Lebensverhältnisse sind nach Smith so wirkmächtig, daß sie auch die Auswirkungen fehlgeleiteter, d.h. dirigistischer und merkantilistischer Wirtschaftspolitiken zu kompensieren vermögen (WN II.iii.31 […]; IV.v.b.43 […]; IV.ix.28 […]). Hier ist die ‚Weisheit der Natur […]‘ (IV.ix.28 […]) am Werke.“[42]

Die unsichtbare Hand sorgt am Markt für eine Harmonie zwischen den egoistischen Interessen des Einzelnen und dem Wohl der Allgemeinheit. Allerdings denkt Smith nicht im geringsten daran, dass sich der Staat vollständig aus der Wirtschaft zurückzuziehen habe und diese praktisch wie von selbst funktioniere, wenn man ihr nur einen ungezügelt freien Lauf ließe, was ich bereits mit den drei von ihm genannten Hauptpflichten des Staates verdeutlichte. Der Staat ist u.a. für Bildung, Verteidigung und Infrastruktur zuständig. Diese Förderung der Interessen des Einzelnen wie der Gesellschaft kann natürlich nicht ohne eine entsprechende Besteuerung der Bürger finanziert werden. Zudem muss der Staat laut Smith sehr wohl in die wirtschaftlichen Prozesse eingreifen – wie mittels der Justiz – wenn die Spiel- bzw. Wettbewerbsregeln des Marktes nicht eingehalten werden sowie die Sicherheit der ganzen Gesellschaft gefährdet ist. Einen ausreichenden Beitrag zur Glückseligkeit des Einzelnen zu leisten vermag der die allgemeine Wohlfahrt zu fördernde Staat laut Smith in dieser nutzenorientierten Gesellschaft jedoch nicht: „Welche Einrichtung der Verfassung könnte so viel dazu beitragen, die Glückseligkeit der Menschen zu fördern, als die allgemeine Herrschaft von Weisheit und Tugend? Jede Regierung und Verfassung ist nur ein unvollkommenes Heilmittel gegen den Mangel der letzteren.“[43] Was oft bei Smith falsch interpretiert wird, ist die Rolle des Eigeninteresses bzw. Eigennutzes.

Zwar spielt diese menschliche Eigenschaft eine zentrale Rolle beim „Wirtschaften“, also in der Ökonomie, ist jedoch nicht in jeder Hinsicht das Maß aller Dinge. Dies führt er in der TMS umfassend aus. So haben beispielsweise seiner Meinung nach die Menschen nicht nur ein egoistisches Interesse an der Institution des Staates, der „nicht nur uns selbst [umfasst], sondern meistens auch alle diejenigen, die das Ziel unserer zärtlichsten Zuneigung bilden, unsere Kinder, unsere Eltern, unsere Verwandten, unsere Freunde, unsere Wohltäter […]. Deshalb hat die Natur bewirkt, daß er uns teuer ist, und zwar nicht nur aufgrund unserer egoistischen, sondern auch […] unserer wohlwollenden Gefühle gegen einzelne Personen.“[44] Und weiter heißt es: „Es ist mehr der Sinn für den öffentlichen als für den privaten Nutzen, der die Menschen zum Gehorsam veranlaßt. Es mag manchmal mehr in meinem Interesse liegen, nicht zu gehorchen und den Sturz der Regierung herbeizuwünschen, aber ich fühle, daß andere Menschen anderer Meinung als ich sind und mich nicht in dem Unternehmen stützen würden. Deshalb unterwerfe ich mich zum Besten des Ganzen ihrer Entscheidung.“[45] Hier wird deutlich, dass dem Einzelnen nicht nur sein Eigennutz bezüglich der Institution des Staates wichtig ist, sondern auch das Eigeninteresse seiner Mitmenschen. Doch damit nicht genug: Für Smith sind alle partikularen Interessen – des Einzelnen, der Stände und der Gemeinden – innerhalb der Gesellschaft dem Gemeinwohl untergeordnet, was von diesen auch anerkannt wird (vgl. TMS VI.ii.2.7/10 und WN IV.viii.31).

Neben das Prinzip des Eigeninteresses beim zwischenmenschlichen Zusammenleben tritt das Prinzip der Sympathie, auf das ich bereits im vorherigen Kapitel kurz zu sprechen kam. Beide Prinzipien prägen – mit jeweils unterschiedlicher Gewichtung – alle Ebenen innerhalb der Gesellschaft und sind für Smith von zentraler Bedeutung im Verhältnis der Menschen zueinander. In seiner Ethik geht Smith noch genauer auf die Tugend beim Menschen ein. Da jedoch eine tiefergehende Befassung damit nicht zur Thematik dieser Arbeit gehört und diese bei weitem sprengen würde, gehe ich nur kurz darauf ein. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass laut Smith „der Wunsch des Menschen nach Ansehen ein wesentliches Regulativ individuellen Handelns darstellt. Die Anpassung des Verhaltens an die Erwartungen der Mitmenschen und die allgemeinen Regeln der Sittlichkeit ist zum einen dadurch motiviert, daß das Individuum Anerkennung von außen ersehnt […]. Zum anderen ist der Mensch um ein moralisch korrektes Verhalten bemüht, weil er auch vor sich selbst, dem eigenen Gewissen bzw. dem inneren gerechten Richter, Anerkennung finden möchte (TMS III.1.7/III.2.12 […]).“[46] Letzteres, sich also bei der Entscheidungsfindung von seinem Gewissen leiten zu lassen, vermögen laut Smith nur wenige „Tugendhafte“ zu leisten, die große Menge tue dies nur bedingt.

Durch die Einbeziehung der TMS entsteht also ein weitaus differenzierteres Bild Smiths ökonomischer Überlegungen, als es von manchen Wirtschaftsliberalisten gern gezeichnet wird, die die unsichtbare Hand auf den Marktmechanismus reduzieren. All diese Leute konzentrieren sich jedoch nur auf Teilaspekte von Smiths „System der natürlichen Freiheit“, das weitaus komplexer und vielschichtiger ist, wie aus den bisherigen Überlegungen deutlich wurde. Es hat sich gezeigt, dass „eine Reduktion des Phänomens der unsichtbaren Hand auf den Marktmechanismus nicht der Auffassung Smiths entspricht. […] Die unsichtbare Hand ist zum einen die Grundlage der unsichtbaren Verbindungen der verschiedensten Elemente des Systems der Welt. Sie steht in Verbindung mit den ‚invisible chains‘, von denen Smith in seinen methodologischen Erwägungen zur Philosophie bzw. Wissenschaft spricht. Zum anderen ist sie aber auch die Grundlage der sichtbaren Zusammenhänge der gesellschaftlichen Elemente im Allgemeinen und der ökonomischen im Speziellen. In diesem Sinne werden die verschiedenen Marktmechanismen in den Begriff der unsichtbaren Hand integriert. Sie erscheinen als Bestandteil der Gesetzmäßigkeiten in der Ökonomie, die ein Teilbereich der Gesellschaft ist.“[47] Wie bereits festgestellt, fußen die gesellschaftstheoretischen Überlegungen Smiths auf einem theistischen Weltverständnis bzw. teleologischen Weltbild.

Für ihn ist Gott zwar als Schöpfer des Universums anzusehen, jedoch versucht Smith die Abläufe und Zusammenhänge innerhalb der von diesem göttlichen Wesen geschaffenen Weltordnung rein rational zu erklären. Ist es also berechtigt, Smith „zwischen Newton und Kant anzusiedeln als einen Denker, für den einzelne Phänomene und Prozesse zwar nur kausal zu erklären, das Ganze eines Systems und seiner Geschichte aber nur teleologisch zu deuten sind?“[48] Ja! Smiths Gesellschaftssystem wirft jedoch einige grundsätzliche Probleme auf, wie z. B. im Falle der Arbeitsteilung, die zu den wichtigsten Voraussetzungen für das harmonische Wirken der unsichtbaren Hand zählt. Denn der „Zusammenhang zwischen dem Spezialisierungsgrad menschlicher Arbeitsteilung und dem Verlust des für das zwischenmenschliche und gesellschaftliche Zusammenleben wichtigen Gemeinsinns […] stellt ein […] Problem dar, das Smith, beispielsweise durch Bildungspolitik, […] nur korrigierend mildern, nicht jedoch beheben kann.“[49] Sehr bedeutend ist zudem die Frage: Was würde passieren, wenn Smiths optimistische theistische Prämisse einer grundsätzlich harmonisch eingerichteten Welt negiert oder gestrichen würde? Was würde in solch einem Fall sicherstellen, dass der Eigennutz bzw. das Eigeninteresse des Einzelnen tatsächlich das Wohl der Allgemeinheit fördert? Sicherlich nicht ein „Blinder Glaube an die Eigengesetzlichkeiten des Marktes oder die Forderung nach einem Nachtwächterstaat[50].

Trotz solch kritischer Aspekte sind Smiths Überlegungen rund um die unsichtbare Hand als vortreffliche Kritik am merkantilistischen System anzusehen, zu dem er eine Alternative zu bieten sucht, die u.a. auf mehr Selbstbestimmtheit und Freiheit des Einzelnen und damit verbunden mehr Wettbewerb und Transparenz im Marktgeschehen als auch weniger Dirigismus seitens des Staates setzt. In diesen zeitgeschichtlichen Kontext müssen seine Überlegungen eingeordnet werden, da er auf konkrete Probleme seiner Zeit eingeht und auf diese eine direkte Antwort zu geben versucht. Andernfalls besteht die Gefahr nicht gerechtfertigter Kritik und falscher Konklusionen, die primär auf unserem heutigen Weltbild bzw. neuester wissenschaftlicher Erkenntnis und Forschung fußen, die nicht einfach auf die damalige Zeit übertragbar sind. Zugleich sind viele Prinzipien Smiths, wie beispielsweise vom Wettbewerb und Freihandel oder der Freiheit und Selbstbestimmtheit des Einzelnen, aktueller denn je und sein Werk ist in der Wissenschaft nachwievor ein oft diskutierter Stoff.

3. Schlussbemerkung

Wie wir gesehen haben, lässt sich die auch in heutigen Zeiten noch viel diskutierte unsichtbare Hand Adam Smiths nicht auf den reinen Marktmechanismus reduzieren. Vielmehr ist ihr Wirken von gesamtgesellschaftlicher Relevanz. Zu diesem Schluss gelangt man jedoch nur dann, wenn man in Smiths Überlegungen zur unsichtbaren Hand aus dem WN auch die der TMS mit einbezieht, denn erst dort gewinnt man ein Verständnis davon, was für ein „Smith‘sches Weltbild“ dieser zugrundeliegt, nämlich ein ganz und gar theologisches bzw. teleologisches! Die unsichtbare Hand wirkt in diesem Kontext als eine Art Mechanismus, der nicht nur im Marktgeschehen, also der Ökonomie im Speziellen, für eine wohlfahrtsfördernde Harmonie zwischen den Eigeninteressen des Einzelnen und dem allgemeinen Wohlstand verantwortlich ist. Denn darüber hinaus bildet sie die Grundlage für all die nicht sichtbaren Verknüpfungen der Elemente dieser Welt und die sichtbaren Zusammenhänge im Smith’schen Gesellschaftssystem. Ihr zugrunde liegt Smiths theistisches Weltverständnis von einem göttlichen Schöpfer, der das Universum gemäß von Ordnung und Harmonie eingerichtet hat. Smith macht deutlich, dass die unsichtbare Hand im Marktgeschehen nur unter bestimmten Voraussetzungen ihre Wirkung zu entfalten imstande ist. Dazu gehört zuvorderst ein System der Arbeitsteilung, das laut Smith der natürlichen Neigung eines Menschen, Tausch und Handel zu betreiben, entspringt und das die Marktteilnehmer voneinander abhängig macht.

Denn im Wissen darum, auf die Leistungen und Produkte der anderen angewiesen zu sein, um die eigene Existenz zu sichern, entwickelt sich ein das Wohl aller förderndes Handeln des Einzelnen. Zugleich bedarf es eines rechtlichen Rahmens, der alle Bürger zu bestimmten Handlungsregeln verpflichtet und dessen Einhaltung durch staatliche Institutionen, notfalls auch durch Zwang, sicherzustellen ist. Andererseits sollen diese Spielregeln den Bürgern möglichst viel Freiheit und Selbstbestimmtheit ermöglichen. Auf den Markt bezogen sollen Wettbewerb und Freihandel vorherrschen, die möglichst nicht durch dirigistische und monopolistische Maßnahmen des Staates zu stören sind, wie es laut Smith im Merkantilismus der Fall ist, dessen bemerkenswerte Kritik die Grundlage des WN bildet. Trotz einiger kritischer Aspekte, wie das bezüglich der Arbeitsteilung angesprochene Problem eines drohenden Verlustes des Gemeinsinns des Einzelnen, der ja ein wichtiges zwischenmenschliches und gesellschaftliches Band darstellt, sind Smiths theoretische Überlegungen zu Ökonomie und Gesellschaft, gerade ob seiner vielschichtigen Betrachtungsweise, im historischen Kontext seiner Zeit und der damit verbundenen Merkantilismus-Kritik in ihrer Gesamtheit recht überzeugend.

4. Quellen- und Literaturverzeichnis

Quellen:

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Smith, Adam: Theorie der ethischen Gefühle, nach der Aufl. letzter Hand übers. u. mit Einl., Anm. u. Registern hrsg. v. W. Eckstein, mit einer Bibliographie v. G. Gawlick, Hamburg 1985.
Smith, Adam: Untersuchung über Wesen und Ursachen des Reichtums der Völker, hrsg. u. eingel. v. Erich W. Streissler, aus dem Englischen übersetzt v. Monika Streissler, Tübingen 2005.

Literatur:

Ballestrem, Karl Graf: Adam Smith, München 2001.
Campbell, Thomas D.: Adam Smith´s Science of Morals, London 1971.
Clark, Charles: Economic Theory and Natural Philosophy. The Search for the
Natural Laws of the Economy, Cheltenham 1992.
Friedman, Milton: Adam Smiths Bedeutung für 1976, In: Recktenwald, H. C.: Ethik, Wirtschaft und Staat. Adam Smiths politische Ökonomie heute, 1985.
Hauer, Peter: Leitbilder der Gerechtigkeit in den marktwirtschaftlichen Konzeptionen von Adam Smith, John Stuart Mill und Alfred Müller-Armack, Frankfurt am Main 1991.
Hottinger, Olaf: Eigeninteresse und individuelles Nutzenkalkül in der Theorie der Gesellschaft und Ökonomie von Adam Smith, Jeremy Bentham und John Stuart Mill, Marburg 1998.
Manstetten, Reiner: Das Menschenbild der Ökonomie, Der homo oeconomicus und die Anthropologie von Adam Smith, München 2000.
Recktenwald, H. C.: Ethik, Wirtschaft und Staat. Adam Smiths politische Ökonomie heute, 1985.
Streminger, Gerhard: Der natürliche Lauf der Dinge, Essays zu Adam Smith und David Hume, Marburg 1995.
Trapp, Manfred: Adam Smith – politische Philosophie und politische Ökonomie, Göttingen 1987.
Waterman, A. M. C. (2002): Economics as Theology: Adam Smith’s Wealth of Nations, In: Southern Economic Journal 68 (4).

Internet:

Zurbuchen, Simone: Rezension von: Emma Rothschild: Economic sentiments. Adam Smith, Condorcet, and the Enlightenment, Cambridge, Mass.: Harvard University Press 2002, in: sehepunkte 4 (2004), Nr. 3 1, URL: http://www.sehepunkte.de/2004/03/3726.html.

 

[1]Ballestrem, Karl Graf: Adam Smith, München 2001, 47-48.

[2] Zurbuchen, Simone: Rezension von: Emma Rothschild:
——
Economic sentiments. Adam Smith, Condorcet, and the
——
Enlightenment, Cambridge, Mass.: Harvard University
——Press 2002, in: sehepunkte 4 (2004), Nr. 3 1,
——URL: http://www.sehepunkte.de/2004/03/3726.html.

[3]Ballestrem S. 135.

[4] Smith, Adam: Untersuchung über Wesen und Ursachen
——des Reichtums der Völker, hrsg. u. eingel. v. Erich
——
W. Streissler, aus dem Englischen übersetzt v. Monika
——
Streissler, Tübingen 2005, S. 467.

[5] Anm.: „Das Wort Allokation stammt aus dem lateinischen
——
allocare (platzieren). In den Wirtschaftswissenschaften
——
spricht man von Güterallokation und meint damit die
——
Zuteilung oder Verteilung von Gütern. In einer freien
——
Marktwirtschaft werden die Güter durch den Markt zugeteilt.
——
Das bedeutet, die Allokation erfolgt durch Millionen von
——
Verhandlungen einzelner Individuen, welche am Markt
——Güter tauschen. In einer zentral staatlich organisierten
——Wirtschaft wird die Güterallokation hingegen durch den
——Staat vorgenommen. Das heisst, der Staat (und nicht der
——einzelne Mensch) bestimmt, wer welche Güter und
——Ressourcen zu welchem Zeitpunkt erhält.“ (siehe:
——
http://www.vernunft-schweiz.ch/glossar/153/Allokation.html,
——Datum: 10.7.2007).
[6] Hottinger, Olaf: Eigeninteresse und individuelles
——Nutzenkalkül in der Theorie der Gesellschaft und
——Ökonomie von Adam Smith, Jeremy Bentham und
——
John Stuart Mill, Marburg 1998, S. 158.
[7]Ballestrem S. 62.

[8] Ebd. S. 63.

[9] Hottinger S. 159-160.

[10] Smith, Adam: Theorie der ethischen Gefühle, nach
——–der Aufl. letzter Hand übers. u. mit Einl., Anm. u.
——–Registern hrsg. v. W. Eckstein, mit einer Bibliographie
——–v. G. Gawlick, Hamburg 1985, S. 315.

[11]Smith 1985, S. 315.

[12] Hottinger S. 161.

[13] Smith 1985, S. 316.

[14] Ebd. S. 316.

[15] Trapp, Manfred: Adam Smith – politische Philosophie
——–und politische Ökonomie, Göttingen 1987, S. 130.

[16]Hottinger S. 162.

[17] Smith 1985, S. 129.

[18] Hottinger S. 62.

[19] Waterman, A. M. C. (2002): Economics as Theology:
——–Adam Smith’s Wealth of Nations, In: Southern
——–Economic Journal 68 (4), S. 918f.

[20]Hottinger S. 62.

[21] Smith 1985, S. 400.

[22] Hottinger S. 162.

[23] Clark, Charles: Economic Theory and Natural
——–Philosophy. The Search for the Natural Laws
——–of the Economy, Cheltenham 1992, S. 53.

[24] Smith, Adam: Essays on Philosophical Subjects, The
——–History of Astronomy (III.2), edited by W. P. D. Wightman
——–and J. C. Bryce, Indianapolis 1982, S. 49-50.
[25]Hottinger S. 167.

[26] Friedman, Milton: Adam Smiths Bedeutung für 1976,
——–In: Recktenwald, H. C.: Ethik, Wirtschaft und Staat.
——–Adam Smiths politische Ökonomie heute, 1985, S. 218.

[27]Ebd. S. 218-219.

[28] Smith 2005, S. 98.

[29] Trapp S. 126.

[30] Smith 2005, S. 97.

[31] Ebd. S. 92.

[32] Smith 2005, S. 687.

[33] Ebd. S. 688.

[34] Ebd. S. 672.

[35] Smith 2005, S. 687.

[36] Ebd. S. 698.

[37] Hottinger S. 171.

[38] Ebd. S. 148.

[39] Smith 2005, S. 618-619.

[40] Hottinger S. 163-164.

[41] Campbell, Thomas D.: Adam Smith´s Science
——–of Morals, London 1971, S. 70.

[42] Hottinger S. 164.

[43] Smith 1985, S. 321.

[44] Ebd. S. 386.

[45] Ebd. S. 386.

[46] Hottinger S. 164.

[47] Ebd. S. 165.

[48] Ballestrem S. 203.

[49] Hottinger S. 197.

[50] Ebd. S. 201.

  1. 03.2004
  2. 03.2004

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