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Das Kapital im 21. Jahrhundert

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Piketty_in_Cambridge

(Foto by Sue Gardner  | Bildbeschreibung: French economist Thomas Piketty at the reading for his book Capital in the Twenty-First Century, on 18 April 2014 at the Harvard Book Store in Cambridge, Massachusetts. | Quelle: Wikimedia Commons | Lizenz: CC BY-SA 3.0)

Wie gerecht sind Vermögen und Einkommen in der Welt verteilt? Dieser Frage ist der französische Wirtschaftswissenschaftler Thomas Piketty in seinem Buch „Das Kapital im 21. Jahrhundert“ nachgegangen. Er stellt in seinen umfangreichen Analysen eine wachsende Ungleichheit der Vermögensverteilung fest, die nicht nur unter Gerechtigkeitsfragen ein Problem ist, sondern Demokratie und eine gesunde Wirtschaft gleichermaßen gefährdet. Das Buch sorgte weltweit für viel Aufmerksamkeit und ist seit kurzem als Taschenbuch zu erhalten. Grund genug, sich mit dem wichtigsten wirtschaftswissenschaftlichen Buch der jüngeren Vergangenheit zu befassen.

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Die Foundation-Trilogie von Asimov

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isaac_asimov

(Foto by  Telly Gacitua | Bildbeschreibung: ISAAC ASIMOV | Quelle: Flickr | Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0)

Kann man die Zukunft der Menschheit planen? Ihre Entwicklung über einen längeren Zeitraum in eine bestimmte Richtung lenken? In der Foundation-Trilogie von Isaac Asimov geht es um einen solchen Versuch, die Entwicklung der Menschheit über Jahrhunderte hinweg zu steuern. Ein Buch, das in Zeiten der NSA-Überwachung eine neue Aktualität erhält.

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Der große Bruder von Neukölln

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Originaltitel:Der große Bruder von Neukölln. Ich war einer von
ihnen - vom Gang-Mitglied zum Streetworker.
Erscheinungsjahr:2008
Autor:Fadi Saad
ISBN:978-3-451-03000-0

Seit dem polarisierenden Buch „Deutschland schafft sich ab“ von Thilo Sarrazin tobt die Integrationsdebatte mit einer neuen Heftigkeit. Dass es jahrzehntelange Fehlentwicklungen in der Integrationspolitik gab, ist wohl weitgehend unstrittig. Doch seit vielen Jahren hat sich die Politik in diesem Bereich verändert und versucht, die Probleme anzugehen. Doch die Versäumnisse mehrerer Jahrzehnte sind nicht so einfach zu beheben. Über die geeigneten Methoden besteht nicht immer Einigkeit, aber es hat sich bereits viel getan – auch in „Problembezirken“ wie Neukölln. Zur bereits laufenden Integrationsdebatte hat das Buch von Sarrazin nicht viel beigetragen. Integration wurde aber zu einem viel diskutierten Thema, auch über die normalerweise am Integrationsthema interessierten Leute hinaus. Das ist sicherlich nicht verkehrt, auch wenn sich einige fremdenfeindliche Töne in die Debatte eingeschlichen haben.

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Planet der Habenichtse

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Originaltitel:The Dispossessed. An Ambiguous Utopia
Erscheinungsjahr:1974
AutorinUrsula K. Le Guin
ISBN:0-060-125632 (= englische Originalausgabe)

Während auf dem Planeten Urras mehrere miteinander konkurrierende Staaten existieren, die in eine kapitalistische Weltordnung eingebettet sind, besteht auf dem ihn umkreisenden Mond namens Anarres eine anarchistische Gesellschaftsform. Denn im Zuge einer anarchistischen Revolte auf Urras gewährte man den Aufständischen vor 170 Jahren, den wenig fruchtbaren Mond Anarres zu besiedeln.

Mit großem Einfallsreichtum, gepaart mit viel Liebe zum Detail, entwickelt die Autorin eine tiefgründige Geschichte und einen Gegenentwurf zu einer kapitalistisch ausgeprägten Gesellschaftsordnung, die nicht von ungefähr der unsrigen sehr ähnlich ist – wenn teilweise auch überspitzt dargestellt. Die Sympathien der Autorin mit den Verhältnissen auf Anarres sind deutlich erkennbar, auch wenn Le Guin dennoch nicht völlig einseitig Partei ergreift, welche Gesellschaftsform nun die bessere ist, sondern beide auf ihre Stärken und Schwächen zu überprüfen versucht. In einer Buchrezension von Johannes Kaufmann wurde aber nicht zu Unrecht darauf verwiesen, dass „Autorin und Protagonist […] nicht selten in idealistische Schwärmerei abzudriften [drohen]“.[1] Wobei ich als ebenso idealistisch eingestellter Mensch durchaus Verständnis dafür habe.

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