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Suche

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Überall nur stumme Mienen
Keinen Ausdruck im Gesicht
Fahren auf den sturen Schienen
Viel zu eng ist ihre Sicht

Freies Denken ist verborgen
Tief vergraben in die Schicht
Weltlich sind all ihre Sorgen
Viel zu fern der Lösung Licht

Leere Worte tragen träge
Nichts durch diesen leeren Raum
Wahre Tiefe, wahre Suche
Sind so fern, versteckt im Schaum

Wozu all das rege Treiben
Führt der Weg zum falschen Ort
Warum all das sture Denken
Führt es von der Freiheit fort

Suchet tief im Kern der Dinge
Alle Wahrheit ist so nah
Suchet, so daß es gelinge
Werdet endlich selber wahr

Wo sind eure starken Seiten
Warum nehmt ihr alles hin
Laßt euch von der Liebe leiten
Nur durch sie entsteht der Sinn

Lernt das Leben zu verstehen
Dann erscheint euch auch das Licht
Wer es will, wird alles sehen
Wer verbirgt, versteht es nicht.

by Maren Zellmer

(November 1999)

Der Moralapostel

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Der Moralapostel

War er Politiker, Theologe, Jurist oder Gewerkschaftsfunktionär?
Liebe Leute, ich weiß es beim besten Willen nicht mehr!
Doch mag mein Gedächtnis auch so löchrig wie ’n Schweizer Käse sein,
eines steht fest: Der Typ predigte Wasser und trank gar lieblichen Wein!

Er erhob seine Stimme für Frieden und Gerechtigkeit in aller Welt,
als er seinem Berufe nachging für nicht gerade wenig Geld
und spielte die Rolle des Robin Hood, den Rächer der Enterbten,
zu Felde ziehend gegen all die Sünden der moralisch Verderbten!

Ging’s darum, andern Leuten kritisch auf die Finger zu schau’n,
war unser Held in seinem Element und voller Selbstvertrau’n,
denn auf seine schärfste Waffe, das Schwert der Rhetorik,
konnt‘ er immer bau’n und nichts entging seinem Adlerblick!

Doch gewisse Ausnahmen sind legitim, dachte er wohl,
als er Steuern hinterzog, andre betrog und versank im Alkohol!
Schließlich sei er auch nur ein Mensch aus Fleisch und Blut,
hört‘ ihn der Richter sagen, der nicht immer nur Gutes tut!

Und wie nun lautet die Moral von der Geschicht‘?

Wer sich zum Moralapostel mit mahnender Stimme erhebt,
nicht aber nach seinen öffentlich beschwor’nen Grundsätzen lebt,
ist ein Heuchler, wie er im Buche der Doppelmoral steht,
der andere betrügt, sich selbst belügt und einen Irrweg geht!

by Charlie Rutz

(Oktober 2004)