Ursachen für die Französische Revolution

Facebooktwitteryoutubeinstagram
image_pdfimage_print

Inhaltsverzeichnis

1. Ein­lei­tung
2. Haupt­teil

__2.1 1789 — Der Aus­bruch der Fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­on
__2.2 Bedeu­ten­de Ursa­chen für die Fran­zö­si­sche Revo­lu­ti­on
_.……_2.2.1 Die Kri­se des fran­zö­si­schen Staats­we­sens
.……__2.2.2 Die öko­no­mi­sche Kri­se
.……__2.2.3 Der gestei­ger­te Ein­fluss des Drit­ten Stan­des
.……__2.2.4 Auf­klä­rung und Ent­ste­hung einer öffent­li­chen Mei­nung
__2.3 Fazit
3. Schluss­be­mer­kung
4. Quel­len- und Lite­ra­tur­ver­zeich­nis


_

1. Ein­lei­tung

Die­ser Bei­trag soll Auf­schluss dar­über geben, wor­in die bedeu­tends­ten Ursa­chen für die Fran­zö­si­sche Revo­lu­ti­on, die nicht nur in der Geschichts­wis­sen­schaft als eine wich­ti­ge Zäsur in der euro­päi­schen Geschich­te bezeich­net wird, lie­gen könn­ten. Dies wird im Wesent­li­chen durch eine Zita­ti­on von aus­ge­wähl­ter For­schungs­li­te­ra­tur gesche­hen: Zunächst ist in die­sem Zusam­men­hang der bedeu­ten­de fran­zö­si­sche His­to­ri­ker Jules Miche­let zu nen­nen, der „in sei­ner Zeit die ein­dring­lichs­te, minu­tiö­ses­te und […], bis heu­te, die far­bigs­te, ergrei­fends­te Schil­de­rung der Revo­lu­ti­on geschrie­ben“[1] hat. Das fran­zö­si­sche Volk war für ihn der wah­re Held der Revo­lu­ti­on, und zwar „vom Bas­til­le­sturm an, den er nicht als eine poli­tisch ver­nünf­ti­ge Tat, son­dern als einen Akt des Glau­bens“[2] beschrieb. Dane­ben ist der Sozia­list Lou­is Blanc mit sei­ner His­toire de la Révo­lu­ti­on fran­cai­se zu erwäh­nen, der vom Exil in Lon­don aus „die dort vor­han­de­nen Quel­len, etwa über Emi­gra­tio­nen und über den Ven­dée-Auf­stand“[3], aus­wer­te­te und in der Fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­on „Grö­ßen wie Auto­ri­tät, Indi­vi­dua­lis­mus und Fra­ter­nité gegen­ein­an­der kämp­fen“[4] sah. Als eine Dar­stel­lung, die „den Wer­ken von Miche­let und Blanc […] in der his­to­risch-kri­ti­schen Metho­de über­le­gen ist“[5], ist die Geschich­te der Revo­lu­ti­ons­zeit von Hein­rich von Sybels zu nen­nen, der die „euro­pä­isch-außen­po­li­ti­sche Ermög­li­chung der Revo­lu­ti­on, den Umsturz des vom Anci­en Régime auf­ge­bau­ten euro­päi­schen Gleich­ge­wichts durch die Giron­dis­ten [und] die sozia­len Beweg­grün­de zur Revo­lu­ti­on, beson­ders die Eigen­tums­schich­tung“[6], auf­zeig­te.

Für den wohl bedeu­tends­ten fran­zö­si­schen His­to­ri­ker des 19. Jahr­hun­derts, Alexis de Toc­que­vil­le, war dage­gen „die Rich­tung auf den zen­tra­lis­ti­schen büro­kra­ti­schen Staat [ent­schei­dend], und die­se Rich­tung war schon deut­lich in der staat­li­chen Ent­wick­lung vor der Revo­lu­ti­on zu sehen.“[7] Ein ent­schei­den­der „Durch­bruch der Revo­lu­ti­ons-Geschichts­schrei­bung, die sich auch den anony­men Volks­mas­sen zuwand­te, erfolg­te unter Geor­ges Lef­eb­v­res“[8], der die „Geschich­te der revo­lu­tio­nä­ren Men­ta­li­tä­ten [begrün­de­te], eine Tra­di­ti­on, die von Ernest Lab­rous­se und Michel Vovel­le“[9] fort­ge­führt wur­de. Lab­rous­se „unter­such­te die Kri­se der fran­zö­si­schen Wirt­schaft am Vor­abend der Revo­lu­ti­on und füg­te den Ursa­chen des kol­lek­ti­ven Trau­mas die Rele­vanz der Wirt­schafts­kon­junk­tur hin­zu.“[10] Die Revo­lu­ti­ons­for­schung präg­te im 20. Jahr­hun­dert aber ins­be­son­de­re auch François Furet. Zur Fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­on ver­fass­te er zusam­men mit Denis Richet eine Gesamt­dar­stel­lung, die „bis heu­te von kei­ner spä­te­ren über­trof­fen wor­den ist“[11]. Er trenn­te „das Pro­blem der Fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­on als sozi­al­ge­schicht­li­chem Umbruch vom Pro­blem des Jako­bi­nis­mus stär­ker“[12] und sah in die­ser kei­nen „Umbruch oder […] Bruch, son­dern nur […] eine etwas beweg­te­re, teils beschleu­nig­te, teils auch hem­men­de Pha­se inner­halb einer län­ger­fris­ti­gen Ent­wick­lung von etwa 1750 bis 1830“[13], wes­halb der „Bruch […] (sozu­sa­gen „nur“) in der Poli­tik und im Bewußt­sein fest­zu­stel­len“[14] war.

Als aktu­el­le For­schungs­li­te­ra­tur wer­de ich u. a. Die Fran­zö­si­sche Revo­lu­ti­on von Ernst Schulin, die als ein­füh­ren­de Ori­en­tie­rung zur Revo­lu­ti­ons­for­schung sehr dien­lich ist, Die Fran­zö­si­sche Revo­lu­ti­on von François Furet und Denis Richet sowie Das Blut der Frei­heit. Fran­zö­si­sche Revo­lu­ti­on und demo­kra­ti­sche Kul­tur von Rolf E. Rei­chardt ver­wen­den, der in sei­nem Vor­wort süf­fi­sant anmerkt, dass uns das „welt­weit began­ge­ne Bicen­ten­aire […] zur 200. Wie­der­kehr des Jah­res 1789 inter­na­tio­nal – die Flut der Zeit­schrif­ten­auf­sät­ze nicht ein­ge­rech­net – mit etwa 5000 Bän­den an teil­wei­se grund­le­gen­den Quel­len­edi­tio­nen, Mono­gra­phi­en und Kon­greß­ak­ten über­schüt­tet“[15] hat. Rei­chardt schlägt vor, die Fran­zö­si­sche Revo­lu­ti­on weni­ger von den Ereig­nis­sen in Paris, son­dern mehr von den Pro­vin­zen abhän­gig zu machen und von klas­si­schen ein­heit­li­chen Dar­stel­lun­gen wie die von Jules Miche­let abzu­rü­cken. Er stellt fest, dass „ein Groß­teil der neu­en For­schungs­li­te­ra­tur aus Regio­nal­stu­di­en besteht“[16], die der Revo­lu­ti­on in der Pro­vinz mehr Auf­merk­sam­keit als üblich ver­lei­hen.

2. Haupt­teil

2.1 1789 — Der Aus­bruch der Fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­on

Hein­rich Hei­ne bezeich­ne­te das Jahr 1789 als Jahr der Gna­de, in dem in Frank­reich ein „Kampf um Gleich­heit und Brü­der­schaft“[17] begann, wo die Macht­ha­ber „durch die Zeit ihre Kraft ver­lo­ren und das Volk an Kraft gewon­nen und nicht mehr aus dem Evan­ge­li­um, son­dern aus der Phi­lo­so­phie sei­ne Rechts­an­sprü­che geschöpft hat­te“[18]. Der Begriff der Fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­on bezeich­net aus his­to­ri­scher Sicht den Zeit­raum zwi­schen 1789 und 1799. Die Erstür­mung der Bas­til­le[19] durch die Pari­ser Bevöl­ke­rung am 14. Juli 1789, die ein spek­ta­ku­lä­res Ereig­nis dar­stell­te, „mar­kier­te schon für die Zeit­ge­nos­sen den eigent­li­chen Beginn der Fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­on“[20] und „obwohl stra­te­gisch bedeu­tungs­los, hat­te sie weit­rei­chen­de poli­ti­sche Fol­gen“[21], da sie zeig­te, „daß sich die Armee nicht mehr gegen die brei­te Bevöl­ke­rung ein­set­zen ließ, und mach­te damit auch einen Mili­tär­schlag gegen die Natio­nal­ver­samm­lung unmög­lich.“[22] Doch die­ser Volks­re­vo­lu­ti­on ging eine Ver­fas­sungs­re­vo­lu­ti­on vor­aus: Im Zuge der Ein­be­ru­fung der Gene­ral­stän­de durch König Lud­wig XVI. zum 5. Mai 1789 zur Besei­ti­gung der schwe­ren finan­zi­el­len Kri­se des Staa­tes kam es zu einer hef­ti­gen Aus­ein­an­der­set­zung zwi­schen König, Adel und Drit­tem Stand, der „eine Ver­fas­sung und […] zunächst ein­mal Klar­heit über den Abstim­mungs­mo­dus“[23] wünsch­te. Da die­se bedeu­ten­den Ver­fah­rens­fra­gen jedoch nicht gelöst wur­den und der König aus die­sen Ent­wick­lun­gen geschwächt her­vor­ging, ergriff der Drit­te Stand die Initia­ti­ve und erklär­te sich mit der Fest­stel­lung, dass er die über­wäl­ti­gen­de Mehr­heit des Vol­kes ver­tre­te, am 17. Juni 1789 zur Natio­nal­ver­samm­lung, wobei er auch Unter­stüt­zung von pro­mi­nen­ten Ver­tre­tern aus Adel, wie Graf von Mira­beau, und Kle­rus, wie dem katho­li­schen Geist­li­chen Abbé Siey­ès, erfuhr. Dadurch „sind die Abge­ord­ne­ten von Inter­es­sens­ver­tre­tern ein­zel­ner Kor­po­ra­tio­nen und Stän­de zu Reprä­sen­tan­ten Frank­reichs gewor­den“[24].

Nach­dem alle Ver­su­che des Königs, die­se Natio­nal­ver­samm­lung auf­zu­lö­sen, geschei­tert waren, „stimmt[e] er [schließ­lich] einer Ver­fas­sungs­re­vo­lu­ti­on zu, die sein dynas­ti­sches Erbrecht mit einem gewähl­ten Par­la­ment konfrontiert[e] und ihm als dem tra­di­tio­nel­len Reprä­sen­tan­ten des Gemein­wohls mit der Assem­blée natio­na­le con­sti­tu­an­te (Erklä­rung vom 9. Juli 1789) einen kon­kur­rie­ren­den Sou­ve­rän zur Sei­te stellt[e].“[25] Nach die­ser gemä­ßig­ten und eli­tä­ren „»Revo­lu­ti­on der Juris­ten« […] betritt das Volk von Paris die Büh­ne der Revo­lu­ti­on“[26], das durch die Ein­nah­me der Bas­til­le in sei­nem Ent­schluss bestärkt wur­de, akti­ven Wider­stand gegen das Anci­en Régime zu leis­ten. Fort­an kam Paris eine bedeu­ten­de Rol­le in der wei­te­ren revo­lu­tio­nä­ren Ent­wick­lung zu: der Pari­ser Stadt­rat bil­de­te sich zu einer mäch­ti­gen Neben­re­gie­rung her­aus und des­sen Natio­nal­gar­de leg­te den Grund­stein für die spä­te­re Volks­ar­mee. Die Nach­richt von der Erstür­mung der Bas­til­le ver­brei­te­te sich rasch in ganz Frank­reich und in der „länd­li­chen Bevöl­ke­rung, die durch Ver­sor­gungs­kri­sen, vaga­bun­die­ren­de Bett­ler­scha­ren und hoch­mü­ti­ge adli­ge Grund­her­ren eben­so drang­sa­liert wie sen­si­bi­li­siert wor­den war, brach eine Kol­lek­tiv­pa­nik aus.

In der Nor­man­die, in den Arden­nen, im Elsass, in der Fran­che-Com­té und im Saô­ne­tal stürm­ten bewaff­ne­te Bau­ern­scha­ren Schlös­ser, Klös­ter und grund­herr­li­che Archi­ve.“[27] Man kann die Ereig­nis­se in Paris sozu­sa­gen als Initi­al­zün­dung für vie­le ande­re Städ­te und Gemein­den anse­hen, die ihre von den könig­li­chen Beam­ten unter­drück­ten kom­mu­na­len Frei­heits­rech­te zurück­er­obern woll­ten.[28] Die Fran­zö­si­sche Revo­lu­ti­on ent­sprang aber kei­ner homo­ge­nen Bewe­gung. Viel­mehr ver­folg­ten die Akteu­re an den unter­schied­li­chen regio­na­len Schau­plät­zen oft ver­schie­de­ne Zie­le, je nach Inter­es­sens­la­ge, wobei sie sich trotz feh­len­der Gesamt­ko­or­di­nie­rung gegen­sei­tig stark beein­fluss­ten. Ihren vor­läu­fi­gen Höhe­punkt fand die­se Ent­wick­lung nach so bedeut­sa­men Vor­gän­gen wie der Ver­kün­dung der All­ge­mei­nen Erklä­rung der Men­schen­rech­te vom 26. August 1789 in der Abset­zung des Königs am 21. Sep­tem­ber 1792, die das end­gül­ti­ge Ende der fran­zö­si­schen Mon­ar­chie und den Über­gang zur Repu­blik mar­kier­te. Doch was könn­ten die wich­tigs­ten Ursa­chen für die­sen so gewal­ti­gen gesell­schaft­li­chen Umbruch gewe­sen sein?

2.2 Bedeu­ten­de Ursa­chen für die Fran­zö­si­sche Revo­lu­ti­on

Die Situa­ti­on in Frank­reich kurz vor dem Aus­bruch der Revo­lu­ti­on war „geprägt durch ein anhal­ten­des Bevöl­ke­rungs­wachs­tum, knap­per wer­den­de Erwerbs­stel­len, eine Kri­se des Tex­til­ge­wer­bes, stei­gen­de Prei­se bei sta­gnie­ren­den Löh­nen, schließ­lich durch eine wach­sen­de Staats­ver­schul­dung und einen innen­po­li­ti­schen Dau­er­kon­flikt der Kro­ne mit den Volks­ver­tre­tungs­an­sprü­chen der Ober­ge­rich­te (par­le­ments).“[29] Doch wie kam es dazu?

2.2.1 Die Kri­se des fran­zö­si­schen Staats­we­sens

Die struk­tu­rel­len Män­gel des abso­lu­tis­ti­schen[30] Regie­rungs­sys­tems in Frank­reich führ­ten zu einer Finanz­kri­se von unge­heu­rem Aus­maß, das lag „vor allem am Ver­wal­tungs­auf­bau und am Steu­er­we­sen, – und dar­an, daß bei­des nicht zu refor­mie­ren war“[31]. Denn Zwi­schen­ge­wal­ten, wie Pro­vin­zi­al­stän­de, Adel und Kle­rus, die im posi­ti­ven Sin­ne auf eine Refor­mie­rung der ver­al­te­ten staat­li­chen Struk­tu­ren hät­ten hin­wir­ken kön­nen, „konn­ten struk­tur­mä­ßig blo­ckie­ren und sie taten es.“[32] Dem König­tum war es nicht gelun­gen, die­se Zwi­schen­ge­wal­ten zu Guns­ten einer mäch­ti­gen staat­li­chen Zen­tral­ge­walt aus­zu­schal­ten, viel­mehr wirk­te die­se ins­be­son­de­re auf­grund der ent­ge­gen­ge­setz­ten Bestre­bun­gen von Adel und Drit­tem Stand gera­de­zu para­ly­siert: so griff der Adel „den Abso­lu­tis­mus im Namen der Tra­di­ti­on an, wäh­rend die auf­ge­klär­te Mei­nung des Drit­ten Stan­des ihn im Namen der Reform­not­wen­dig­kei­ten“[33] angriff. Das König­tum erlitt in die­sem Zusam­men­hang bis zum Aus­bruch der Fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­on einen immensen Auto­ri­täts– und Macht­ver­lust. Gera­de die „alt­her­ge­brach­te Form der Steu­er­ver­an­la­gung, die den Adel von der tail­le[34] ganz befreit[e] und der Kir­che die Mög­lich­keit gibt, durch immer neue Ver­glei­che bil­lig davon­zu­kom­men“, barg eine explo­si­ve Mischung sozia­len wie wirt­schaft­li­chen Spreng­stof­fes in sich. Denn wenn die „gro­ße Men­ge des pro­du­zier­ten und akku­mu­lier­ten Reich­tums“[35] von den Steu­ern befreit war, so unter­la­gen gera­de die Ein­künf­te des Klei­nen Man­nes einer unzu­mut­ba­ren Mehr­be­las­tung durch steu­er­li­che Abzü­ge.

Unter ande­rem die­se im höchs­ten Maße unge­rech­te Besteue­rung und die Wei­ge­rung des Königs, die Steu­er­be­frei­ung von Pri­vi­le­gier­ten wie dem Adel zu besei­ti­gen, mach­ten die Finanz­kri­se zugleich zu einer Kri­se der Gesell­schafts­ord­nung. Der immer rapi­der stei­gen­de Finanz­be­darf, beson­ders auf­fäl­lig wer­dend im Zuge der Betei­li­gung am ame­ri­ka­ni­schen Unab­hän­gig­keits­krieg, und die damit ver­bun­de­nen Maß­nah­men zu des­sen Deckung, wur­den zum Schlüs­sel­pro­blem des abso­lu­tis­ti­schen Sys­tems: denn „ers­tens begab sich die Kro­ne in Abhän­gig­keit pri­va­ter Finan­ciers, zwei­tens trieb sie die Steu­ern mit­tels pri­va­ter Steu­er­päch­ter ein, die sich häu­fig selbst berei­cher­ten und beim Volk ver­hasst waren, drit­tens führ­te die Pra­xis des Ämter­ver­kaufs zu Kor­rup­ti­on und zur Schaf­fung vie­ler neu­er Ämter, die kei­nem prak­ti­schen Bedarf ent­spran­gen.“[36] Jed­we­de Reform­be­mü­hun­gen indes wur­den im Keim erstickt: Das lässt sich sehr gut am Bei­spiel des emsi­gen Finanz­mi­nis­ters Anne Robert Jaques Tur­got ver­deut­li­chen, der sich um wirk­li­che Finanz-, Ver­wal­tungs- und Jus­tiz­re­for­men bemüh­te, aber im Früh­jahr 1776 mit sei­nem Reform­werk – wozu u. a. die Auf­he­bung des Zunft­zwan­ges, die Ablö­sung der Fron­diens­te, die Besteue­rung des Grund­be­sit­zes und die Sanie­rung der Staats­fi­nan­zen durch Spar­po­li­tik gehör­te – am Wider­stand der pri­vi­le­gier­ten Stän­de schei­ter­te.

Der Adel indes griff „nach der Staats­füh­rung, nach den wich­ti­gen welt­li­chen und kirch­li­chen Ämtern, und erdrückt[e] unter sei­nem gesell­schaft­li­chen Über­ge­wicht, sei­nem Reich­tum und sei­nem poli­ti­schen Kon­ser­va­ti­vis­mus die ver­nünf­ti­gen Anwand­lun­gen des Königs und die Reform­plä­ne der oft bemer­kens­wert tüch­ti­gen Ver­wal­tung.“[37] Einen vor­läu­fi­gen Höhe­punkt fand die­se Aus­ein­an­der­set­zung zwi­schen König und Adel in der soge­nann­ten Adels­re­vol­te von 1787, als die vom König ein­be­ru­fe­ne sowie von Aris­to­kra­ten und Kle­rus domi­nier­te Nota­beln­ver­samm­lung den geplan­ten Reform­maß­nah­men der Staats­ver­wal­tung ihre Zustim­mung ver­wei­ger­te.

2.2.2 Die öko­no­mi­sche Kri­se

Eng ver­bun­den mit den struk­tu­rel­len Män­geln des abso­lu­tis­ti­schen Staa­tes, der kurz vor der Zah­lungs­un­fä­hig­keit stand, ins­be­son­de­re bezüg­lich des ver­al­te­ten und unge­recht gestal­te­ten Steu­er­we­sens, war auch die ab Ende der 1770er Jah­re bis zum Aus­bruch der Revo­lu­ti­on immer deut­li­cher zuta­ge tre­ten­de wirt­schaft­li­che Kri­se. Zunächst ein­mal kam es infol­ge von Preis­rück­gän­gen auf wich­ti­ge Pro­duk­te wie Wein und Getrei­de zu einer Regres­si­on, die die Kauf­kraft der länd­li­chen Bevöl­ke­rung stark min­der­te: Die­se Preis­rück­gän­ge tra­ten zuerst „bei den Wein­prei­sen auf, die durch kata­stro­phal rei­che Ern­ten bis auf die Hälf­te zurück­gin­gen und die Ver­diens­te der Wein­bau­ern zunich­temach­ten. Dann gin­gen die Korn­prei­se zurück und blie­ben bis 1787 sehr nied­rig.“[38] Da im Frank­reich die­ser Zeit der Land­wirt­schaft im Wirt­schafts­sys­tem eine domi­nie­ren­de Stel­lung zukam und es sich bei Wein und Getrei­de um die Schlüs­sel­pro­duk­te auf die­sem Sek­tor han­del­te, ist es ver­ständ­lich, dass die eben benann­ten Ent­wick­lun­gen einen nicht uner­heb­li­chen Ein­fluss auf die Gesamt­wirt­schaft hat­ten, wobei der „nicht über­all glei­che Preis­rück­gang bei Korn und Wein in den acht­zi­ger Jah­ren vor allem die bäu­er­li­che Bevöl­ke­rung [traf], den zah­len­mä­ßig größ­ten Teil also, ohne den Mecha­nis­mus der Gesamt­wirt­schaft zu läh­men.“[39] Hin­zu kam, dass der 1786 mit Eng­land geschlos­se­ne Han­dels­ver­trag, der einen erheb­li­chen Abbau von Import­zöl­len vor­sah, dazu führ­te, dass der fran­zö­si­sche Markt mit eng­li­schen Erzeug­nis­sen gera­de­zu über­schwemmt wur­de, vor allem mit Tex­ti­li­en, was zu einer „schwe­ren Kri­se der fran­zö­si­schen Tex­til­in­dus­trie“[40] führ­te und damit auch für mehr Arbeits­lo­sig­keit im Lan­de sorg­te.

Da die Gewin­ne aus Grund und Boden erheb­lich zurück­gin­gen, erhöh­ten vie­le ade­li­ge Grund­her­ren dar­über­hin­aus die Feu­dal­ab­ga­ben[41], was für die bäu­er­li­che Bevöl­ke­rung eine wei­te­re Mehr­be­las­tung bedeu­te­te. Auch sahen sich die Bau­ern durch „vie­le […] Moder­ni­sie­rungs­maß­nah­men wie die Ver­grö­ße­rung der Domä­nen, Ein­he­gun­gen, Usur­pa­ti­on von Gemein­de­rech­ten sowie durch den Anstieg der Boden­spe­ku­la­ti­on […] in ihrer tra­di­tio­nel­len Wirt­schafts­wei­se bedroht“[42] was sie zu zahl­rei­chen Pro­zes­sen gegen ihre Grund­her­ren ver­an­lass­te. Zu beach­ten ist in die­sem Zusam­men­hang jedoch, dass die Feu­dal­rech­te und die aus ihnen her­vor­ge­hen­den Belas­tun­gen lan­des­weit von unter­schied­li­cher Gewich­tung gewe­sen sind: Waren sie in Nord­frank­reich – hier pran­ger­ten die Bau­ern eher die Jagd­rech­te an –, rund um Paris und im Süden eher unwe­sent­lich, so befan­den sich die „Regio­nen mit star­ker Feu­dal­herr­schaft […] in einem brei­ten Land­gür­tel von der Bre­ta­gne über Anjou und Poi­tou bis zur Bour­go­gne und Fran­che-Com­té.“[43] Neben die­sen wich­ti­gen mit­tel­fris­ti­gen Aspek­ten, kam es schließ­lich im Som­mer 1788 zu einer ver­hee­ren­den Miss­ern­te, was dazu führ­te, dass die Getrei­de­prei­se mas­siv stie­gen und das äußerst knap­pe Brot erheb­lich teu­rer wur­de. Dies traf „eine Land­be­völ­ke­rung, die unter zehn schlech­ten Jah­ren gelit­ten hat, also weder Vor­rä­te besitzt, um durch­zu­hal­ten, noch Über­schüs­se, um sie zu ver­kau­fen“[44], wäh­rend in „der Stadt […] der Preis­an­stieg bru­tal die Kauf­kraft der ein­fa­chen Leu­te und die Absatz­mög­lich­kei­ten der Gewer­be­be­trie­be“[45] redu­zier­te. Im glei­chen Zuge mit der dras­ti­schen Ver­rin­ge­rung des Waren­an­ge­bo­tes erhöh­ten sich also die Prei­se für die­ses, was vor allem den Klei­nen Mann traf, ob auf dem Lan­de oder in der Stadt lebend.

Die Lebens­mit­tel­knapp­heit im „Win­ter 1788/1789 führt[e] zu zahl­rei­chen Gewalt­ak­ten und Unru­hen“[46], wäh­rend der „länd­li­che Absatz­markt […] der städ­ti­schen Indus­trie [fehl­te], die schon der anglo-fran­zö­si­sche Han­dels­ver­trag des Jah­res 1786 schwer getrof­fen hat[te], und die hoch­schnel­len­den Prei­se beschnei­den nun ein Volks­ein­kom­men, das bereits von der Arbeits­lo­sig­keit beein­träch­tigt wor­den“[47] war. Mit einer enor­men Steu­er­last und einer stei­gen­den Infla­ti­on kon­fron­tiert, litt ein gro­ßer Teil der fran­zö­si­schen Klein­bür­ger als auch Bau­ern unter aku­ten Hun­gers­nö­ten, die in der Fol­ge­zeit zu meh­re­ren regio­na­len Auf­stän­den führ­ten. Dage­gen ging es den steu­er­be­frei­ten Ver­tre­tern von Adel und Kle­rus sowie dem zum Wohl­stand, aber bis dato nicht zu gro­ßem poli­ti­schen Ein­fluss gekom­me­nen Groß­bür­ger­tum recht gut – trotz der Wirt­schafts­kri­se, die „alle sozia­len und poli­ti­schen Span­nun­gen, die aus der gan­zen Ent­wick­lung des Jahr­hun­derts ent­stan­den sind, aufs äußers­te“[48] stei­ger­te. All die­sen Ent­wick­lun­gen ent­sprang dann die gro­ße Alli­anz des Drit­ten Stan­des.

2.2.3 Der gestei­ger­te Ein­fluss des Drit­ten Stan­des

Etwa 98 Pro­zent der Fran­zo­sen gehör­ten am Ende des 18. Jahr­hun­derts dem soge­nann­ten Drit­ten Stand, dem tiers état, an, der trotz sei­ner zah­len­mä­ßi­gen Domi­nanz und den haupt­säch­lich von ihm getra­ge­nen Steu­er­las­ten bis zum Aus­bruch der Fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­on jedoch kaum über eine poli­ti­sche Mit­be­stim­mung in der Mon­ar­chie unter Lud­wig XVI. ver­füg­te. Dem Drit­ten Stand gehör­ten „Ver­tre­ter des Bür­ger­tums (Fabri­kan­ten, Fern­händ­ler, Ban­kiers) eben­so wie Kauf­leu­te, Juris­ten, Hand­wer­ker und Klein­händ­ler, Groß- und Klein­bau­ern bis hin zu den städ­ti­schen und länd­li­chen Unter­schich­ten“[49] an. Auf dem Höhe­punkt der poli­ti­schen Kri­se erschien im Janu­ar 1789 die Flug­schrift eines Man­nes, der, wie so vie­le Ver­tre­ter aus Adel und Kle­rus in die­ser Zeit, zum Drit­ten Stand über­ge­lau­fen war und der von der rhe­to­ri­schen Spra­che her im Ver­gleich zu den vie­len ande­ren Flug­schrif­ten in die­ser vor­re­vo­lu­tio­nä­ren Pha­se wohl am bes­ten auf den Punkt brach­te, wie bedeu­tungs­voll eben jene 98 Pro­zent des fran­zö­si­schen Vol­kes waren und der von der Nati­on sprach. Die Rede ist von dem katho­li­schen Geist­li­chen Abbé Siey­ès, der unter ande­rem fest­stell­te: „Der Drit­te Stand umfaßt also alles, was zur Nati­on gehört; und alles, was nicht der Drit­te Stand ist, kann sich nicht als Bestand­teil der Nati­on anse­hen. Was also ist der Drit­te Stand? ALLES.“[50]

So man­nig­fal­tig die sozia­len Grup­pen waren, die die­sem Drit­ten Stand ent­stamm­ten, so unter­schied­lich waren oft auch deren Reform­vor­stel­lun­gen: So for­der­ten die „rei­chen städ­ti­schen Ober­schich­ten […] in ers­ter Linie […] Finanz­re­for­men und [eine] Libe­ra­li­sie­rung der Wirt­schaft […]. Aus den stadt­bür­ger­li­chen Mit­tel­schich­ten […] kam[en] […] For­de­run­gen nach poli­ti­scher Par­ti­zi­pa­ti­on und Steu­er­ge­rech­tig­keit. Den Unter­schich­ten blieb kaum ein ande­res Mit­tel, als mit klei­nen Revol­ten auf ihre Pro­ble­me auf­merk­sam zu machen.“[51] Eine her­aus­ra­gen­de Rol­le in den Rei­hen des Drit­ten Stan­des kam dem städ­ti­schen Bür­ger­tum[52] bzw. der Bour­geoi­sie zu, die inner­halb des Drit­ten Stan­des zwar zah­len­mä­ßig eine Min­der­heit bil­de­te, aber die ein­fluss­reichs­te und füh­ren­de Schicht dar­stell­te. Deren wirt­schaft­li­che Inter­es­sen stan­den nicht grund­sätz­lich kon­trär zu denen des Adels, der sei­ner­seits oft­mals bür­ger­li­che Ver­hal­tens­mus­ter zeig­te, indem sich vie­le Ver­tre­ter von die­sem z. B. an Han­del und gewerb­li­cher Pro­duk­ti­on betei­lig­ten. Das Bür­ger­tum wur­de zum Nutz­nie­ßer einer immer rasan­te­ren kapi­ta­lis­ti­schen Ent­wick­lung und pro­fi­tier­te „von dem um das Mehr­fa­che gestie­ge­nen Zah­lungs­mit­tel­um­lauf, von der schlei­chen­den Infla­ti­on, von dem anschwel­len­den Strom der pro­du­zier­ten und gehan­del­ten Güter“[53], wobei bei die­sem „ele­men­ta­ren Kapi­ta­lis­mus […] oft alle For­men der Geld­ver­meh­rung – Bank­ge­schäft, Han­del, Ree­de­rei oder Manu­fak­tur – zugleich betrie­ben“[54] wur­den.

Gera­de im Groß­bür­ger­tum reg­te sich immer mehr Miss­fal­len dar­über, dass es trotz sei­ner wach­sen­den wirt­schaft­li­chen Bedeu­tung kaum über poli­ti­schen Ein­fluss ver­füg­te, wäh­rend der Adel noch immer sei­ne Pri­vi­le­gi­en hat­te und wei­ter­hin die poli­ti­schen Füh­rungs­po­si­tio­nen im Staat besetz­te. Die Fol­ge war, dass das Bür­ger­tum sich mehr und mehr gegen die stän­di­sche Gesell­schafts­ord­nung stell­te. Und obwohl es inner­halb des im 18. Jahr­hun­dert bes­ser denn je „ausgebildet[en], belesener[en], aufgeklärter[en] und politisierter[en]“[55] Bür­ger­tums nicht min­der Kon­flik­te und Span­nun­gen kul­tu­rel­ler – wie zwi­schen Kon­ser­va­ti­ven und Refor­mern – und öko­no­mi­scher Natur – wie zwi­schen Arm und Reich – gab, so ein­te doch alle Betei­lig­ten die Ableh­nung gegen die Vor­rech­te der Aris­to­kra­ten, wie z. B., dass die Geburt dar­über ent­schied, wer zum Adel gehör­te oder nicht. Dage­gen nah­men die gesell­schaft­li­chen Kon­flik­te zwi­schen „den Stän­den, zwi­schen Pri­vi­le­gier­ten einer­seits und nicht­pri­vi­le­gier­ten Rei­chen und beruf­lich Ehr­gei­zi­gen ande­rer­seits […] mehr im nicht­öko­no­mi­schen […], im gesell­schaft­lich-poli­tisch-ideo­lo­gi­schen Bereich“[56] zu. Dies basier­te vor allem auf einem gestie­ge­nen anti­stän­di­schen „Bewußt­sein (weni­ger […] ein[em] Klas­sen­be­wußt­sein) durch wirt­schaft­li­che Macht, Auf­klä­rung und ame­ri­ka­ni­sche Erfah­rung.“[57]

So bedeu­tend aber auch die Rol­le des Bür­ger­tums im Zusam­men­hang mit dem Aus­bruch der Fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­on gewe­sen sein mag, so wich­tig ist die Fest­stel­lung, dass es die­se wohl nicht ohne eine grund­sätz­li­che Revo­lu­ti­ons­be­reit­schaft aller sozia­len Schich­ten – vom Adel (sie­he Über­läu­fer wie Mira­beau) bis zum Bau­ern – gege­ben hät­te, die ins­be­son­de­re durch das maro­de und bank­rot­te Staats­sys­tem her­vor­ge­ru­fen wur­de.

2.2.4 Auf­klä­rung und Ent­ste­hung einer öffent­li­chen Mei­nung

Vie­le Ver­tre­ter jener Zeit, also im aus­ge­hen­den 18. Jahr­hun­dert, ob nun aus der könig­li­chen Büro­kra­tie stam­mend, ob Ade­li­ge, Bür­ger­li­che oder Wohl­ha­be­ne im All­ge­mei­nen, waren von Kin­des­bei­nen an stark von der Auf­klä­rungs­phi­lo­so­phie beein­flusst wor­den. Dies führ­te zu einem enor­men gesell­schaft­li­chen Bewusst­seins­wan­del: so zwei­fel­ten auf der einen Sei­te bereits vie­le Ade­li­ge an der Legi­ti­mi­tät der Vor­rech­te, die ihnen tra­di­tio­nell zustan­den und auf der ande­ren Sei­te gewann das Bür­ger­tum – nicht nur wegen sei­ner stei­gen­den wirt­schaft­li­chen Bedeu­tung – an immer grö­ße­rem Selbst­be­wusst­sein und kri­ti­sier­te mehr und mehr die Pri­vi­le­gi­en alt­her­ge­brach­ter Auto­ri­tä­ten wie König, Adel und Kle­rus als auch das abso­lu­tis­ti­sche Sys­tem als sol­ches. Zu den in Frank­reich bedeu­tends­ten Auf­klä­rern gehör­ten Män­ner wie Mon­tes­quieu (1689–1755), Vol­taire (1694–1778) und Rous­se­au (1712–1778). Auch wenn die­se nicht direkt eine Revo­lu­ti­on bzw. eine Zer­stö­rung des abso­lu­tis­ti­schen Staa­tes, son­dern viel­mehr des­sen Refor­mie­rung, hin zu einer gerech­te­ren Gesell­schafts­ord­nung unter der Auto­ri­tät der Ver­nunft, for­der­ten, war doch die Wir­kung ihrer Gedan­ken umso durch­schla­gen­der: Ihre „Denk­be­mü­hun­gen […] tref­fen sich samt und son­ders in der Kri­tik an der Kir­che und Will­kür­herr­schaft und in dem Stre­ben nach Tole­ranz, Frei­heit, Gleich­heit und Men­schen­rech­ten.“[58]

Mit die­sem Ein­fluss der Auf­klä­rungs­phi­lo­so­phie ging auch die Bil­dung einer öffent­li­chen Mei­nung ab etwa der Mit­te des 18. Jahr­hun­derts ein­her, die durch die Schaf­fung neu­er Kom­mu­ni­ka­ti­ons­struk­tu­ren, wie z. B. das Zeit­schrif­ten­we­sen, ermög­licht wur­de.[59] Außer­dem tra­fen sich Gelehr­te und Inter­es­sier­te, unab­hän­gig von Stan­des­un­ter­schie­den, in „Logen, Salons, Cafés und Lese­ge­sell­schaf­ten [und] die Errich­tung von Aka­de­mi­en erlaub­te über­dies den außer­uni­ver­si­tä­ren insti­tu­tio­nel­len Zusam­men­schluss von Wis­sen­schaft­lern in ganz Frank­reich.“[60] Die Fol­ge davon war ein rasan­te­rer Wis­sens- bzw. Bil­dungs­trans­fer als jemals zuvor, der die gesam­te Gesell­schaft, also alle sozia­len Schich­ten, durch­zog, und nicht nur auf die Eli­ten Frank­reichs beschränkt gewe­sen blieb. Die sich all­mäh­lich her­aus­bil­den­de Öffent­lich­keit wur­de zu einem nicht unwe­sent­li­chen poli­ti­schen Fak­tor, der sich mehr und mehr dem Ein­fluss der herr­schen­den Mon­ar­chie ent­zog und einen nicht unwe­sent­li­chen Anteil an deren immensen Auto­ri­täts­ver­lust hat­te.

2.3 Fazit

Erst aus dem „mehr oder weni­ger zufäl­li­gen Zusam­men­tref­fen meh­re­rer Fak­to­ren […], wie z. B. dem Staats­bank­rott und der Adels­re­vol­te von 1787, einer Teue­rungs- und einer Beschäf­ti­gungs­kri­se, der Erhö­hung der Feudal­las­ten am Ende des Anci­en Régime, der Agi­ta­ti­on der Par­la­men­te gegen die Kro­ne, der Klein­mü­tig­keit und Schwä­che des Königs, […] einer meteo­ro­lo­gi­schen Kri­se, die die Hun­ger­win­ter von 1787 bis 1789 bewirkt hat[te]“[61], zusätz­lich befeu­ert durch das Erstar­ken des Bür­ger­tums, ver­bun­den mit dem ver­än­der­ten gesell­schaft­li­chen Bewusst­sein im Zuge der Auf­klä­rung und dem Ent­ste­hen einer kri­ti­schen öffent­li­chen Mei­nung, wird der Aus­bruch der Fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­on erklär­bar. Zu den lang­fris­ti­gen Ursa­chen zähl­te ins­be­son­de­re die Reform­un­fä­hig­keit des fran­zö­si­schen Staats­we­sens, die sich aus ekla­tan­ten struk­tu­rel­len Män­geln des abso­lu­tis­ti­schen Sys­tems ergab, wie der im höchs­ten Maße unge­rech­ten Gestal­tung des ver­al­te­ten Steu­er­we­sens, das ein­sei­tig Adel und Kle­rus zu Las­ten der nicht­pri­vi­le­gier­ten Bevöl­ke­rung begüns­tig­te. Mit­tel­fris­ti­ge und kurz­fris­ti­ge Ursa­chen waren u. a. eine her­ein­bre­chen­de öko­no­mi­sche Kri­se, vor allem auf dem wirt­schaft­lich bedeu­ten­den Sek­tor der Land­wirt­schaft, wo es zudem im Jahr 1788 zu einer erheb­li­chen Miss­ern­te kam, die den Klei­nen Mann hart traf und zu einer gro­ßen Hun­gers­not führ­te sowie ein sich ver­än­dern­des – antia­ris­to­kra­ti­sches und anti­kirch­li­ches – gesell­schaft­li­ches Bewusst­sein im Zuge der Auf­klä­rung, das alle sozia­len Schich­ten, vor allem Adel und Bür­ger­tum, durch­drang. Damit ver­bun­den fand das wirt­schaft­lich immer bedeu­ten­de­re Bür­ger­tum zu einem ste­tig wach­sen­den Selbst­be­wusst­sein. Mit dem ver­brei­te­ten Ein­zug auf­klä­re­ri­schen Gedan­ken­guts ging auch die Ent­ste­hung einer poli­ti­sier­ten öffent­li­chen Mei­nung ein­her, die sich immer mehr der Kon­trol­le des abso­lu­tis­ti­schen Sys­tems ent­zog und die­ses zuneh­mend kri­ti­sier­te. Hin­zu kam eine ekla­tan­te Finanz­kri­se des Staa­tes, die sich aus einem dras­tisch gestie­ge­nen Finanz­be­darf – z. B. infol­ge der Betei­li­gung am ame­ri­ka­ni­schen Unab­hän­gig­keits­krieg – ergab und dazu führ­te, dass sich König und Staats­ver­wal­tung mit einem dro­hen­den Staats­bank­rott kon­fron­tiert sahen, was ver­bun­den mit der Reform­blo­cka­de des Adels deren Auto­ri­tät und Macht erheb­lich schwäch­te. Der Drit­te Stand, geführt vom Bür­ger­tum, grenz­te sich schließ­lich von den Pri­vi­le­gier­ten, wie Adel und Kle­rus, ab, wobei „die Ein­be­ru­fung der Gene­ral­stän­de revo­lu­ti­ons­aus­lö­send“[62] wur­de.

3. Schluss­be­mer­kung

In der Ein­lei­tung habe ich einen kur­zen Über­blick zum For­schungs­stand zur Fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­on gege­ben, wobei mei­ne Aus­wahl an bedeu­ten­den His­to­ri­kern, die sich mit die­sem his­to­ri­schen Ereig­nis beschäf­tigt haben, natür­lich nicht den Anspruch auf Voll­stän­dig­keit erhe­ben kann, da die­se The­ma­tik zu den am aus­führ­lichs­ten behan­del­ten in der neu­zeit­li­chen Geschichts­for­schung zählt. Vor allem die von mir ver­wen­de­te For­schungs­li­te­ra­tur von Ernst Schulin sowie François Furet und Denis Richet erwies sich als sehr nütz­lich zur Beant­wor­tung der Fra­ge­stel­lung, wor­in die bedeu­tends­ten Ursa­chen für die Fran­zö­si­sche Revo­lu­ti­on lagen. Zunächst habe ich wich­ti­ge Ereig­nis­se rund um den Beginn der Revo­lu­ti­on im Jahr 1789 skiz­ziert, wie die Ein­be­ru­fung der Gene­ral­stän­de durch König Lud­wig XVI. zum 5. Mai, die Erklä­rung des Drit­ten Stan­des am 17. Juni zur Natio­nal­ver­samm­lung und den Sturm auf die Bas­til­le vom 14. Juli, wobei ich deut­lich mach­te, dass der Volks­re­vo­lu­ti­on eine Ver­fas­sungs­re­vo­lu­ti­on vor­aus­ging. Anschlie­ßend kam ich auf die bedeu­tends­ten Ursa­chen für die Fran­zö­si­sche Revo­lu­ti­on zu spre­chen, wobei ich zu der Schluss­fol­ge­rung gekom­men bin, dass das zeit­glei­che Ein­wir­ken bzw. die Bün­de­lung meh­re­rer Fak­to­ren, wie die schwe­re Finanz­kri­se des unmit­tel­bar vor dem Bank­rott ste­hen­den maro­den abso­lu­tis­ti­schen Sys­tems, die Ver­wei­ge­rungs­hal­tung der Aris­to­kra­tie bezüg­lich der Refor­mie­rung des Staats­we­sens und der Auf­ga­be von (Steuer-)Privilegien, die öko­no­mi­sche Kri­se, das Erstar­ken des wirt­schaft­lich auf­stre­ben­den Bür­ger­tums und die Bil­dung einer kri­ti­schen Öffent­lich­keit im Zuge der Auf­klä­rung sowie der aus die­sen Ereig­nis­sen resul­tie­ren­de Auto­ri­täts- und Macht­ver­lust von König und Staats­ver­wal­tung, als ver­ur­sa­chend und die Ein­be­ru­fung der Gene­ral­stän­de durch den König als Aus­lö­ser für die Fran­zö­si­sche Revo­lu­ti­on ange­se­hen wer­den kön­nen. In die­sem Zusam­men­hang ist die Erkennt­nis von gro­ßer Bedeu­tung, dass kurz vor dem Aus­bruch der Fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­on ein zuneh­mend anti­stän­di­sches Bewusst­sein herrsch­te und eine Revo­lu­ti­ons­be­reit­schaft in allen sozia­len Schich­ten, vom Adel bis zum Bau­ern, anzu­tref­fen war, moch­te die­se von Akteur zu Akteur auch aus unter­schied­li­chen Moti­ven ent­sprun­gen sein. Zu die­ser Revo­lu­ti­ons­be­reit­schaft wäre es ohne die gra­vie­ren­den inne­ren Struk­tur­män­gel, die das abso­lu­tis­ti­sche Sys­tem von Anfang an hat­te und die im Lau­fe des 18. Jahr­hun­dert voll zur Ent­fal­tung kamen — wie die Reform­un­fä­hig­keit des fran­zö­si­schen Staa­tes -, wohl nie gekom­men.

4. Quel­len- und Lite­ra­tur­ver­zeich­nis

Quel­len:

Hei­ne, Hein­rich: Tages­be­rich­te: Bei­la­ge zu Arti­kel VI, in: Gal­ley, Eber­hard: Hein­rich Hei­ne Wer­ke, 3. Bd., Schrif­ten über Frank­reich, Frank­furt a. M 1968.

Siey­ès, Abbé: Was ist der drit­te Stand?, in: Geschich­te in Quel­len, Bd. 4: Ame­ri­ka­ni­sche und Fran­zö­si­sche Revo­lu­ti­on, bearb. v. W. Lau­te­mann, Mün­chen 1981.

Lite­ra­tur:

Furet, François: Das revo­lu­tio­nä­re Frank­reich. I. Der Auf­stand des Adels und die vor­re­vo­lu­tio­nä­re Kri­se, in: Das Zeit­al­ter der euro­päi­schen Revo­lu­ti­on 1780–1848, Fischer Welt­ge­schich­te, Bd.26, hrsg. von L. Ber­ge­ron, F. Furet, R. Kosel­leck, Frank­furt a. M. 1998.

Furet, François; Richet, Denis: Die Fran­zö­si­sche Revo­lu­ti­on, aus d. Franz. von Ulrich Fried­rich Mül­ler, Frank­furt a. M. 1987.

Miche­let, Jules: Geschich­te der Fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­on, Band 1: Die Ursa­chen der Revo­lu­ti­on und die Ereig­nis­se des Jah­res 1789, Hrsg., kom­men­tiert u. mit aus­führl. Reg. vers. von Jochen Köh­ler [Übers. von Richard Kühn], Frank­furt a. M. 1988.

Pel­zer, Prof. Dr. Erich: Fran­zö­si­sche Revo­lu­ti­on von 1789: Vom drit­ten Stand zur Nati­on, in: Der Brock­haus Mul­ti­me­di­al, Biblio­gra­phi­sches Insti­tut & F. A. Brock­haus AG, Mann­heim 2005.

Rei­chardt, Rolf E.: Das Blut der Frei­heit. Fran­zö­si­sche Revo­lu­ti­on und demo­kra­ti­sche Kul­tur, 2. Aufl., Frank­furt a. M. 1999.

Rei­nal­ter, Hel­mut: Die Fran­zö­si­sche Revo­lu­ti­on. For­schung – Geschich­te – Wir­kung (Schrif­ten­rei­he der Inter­na­tio­na­len For­schungs­stel­le »Demo­kra­ti­sche Bewe­gun­gen in Mit­tel­eu­ro­pa 1770–1850«), Frank­furt a. M. 1991.

Schulin, Ernst: Die Fran­zö­si­sche Revo­lu­ti­on, 2. Aufl., Mün­chen 1989.

Inter­net:

Bütt­ner, Sabi­ne: Die Fran­zö­si­sche Revo­lu­ti­on – eine Online-Ein­füh­rung (Url: http://www.revolution.historicum-archiv.net/etexte/einfuehrung/inhalt.html).

Fuß­no­ten:

  1. Schulin, Ernst: Die Fran­zö­si­sche Revo­lu­ti­on, 2. Aufl., Mün­chen 1989, S. 29.
  2. Ebd. S. 29.
  3. Ebd. S. 30.
  4. Ebd. S. 30.
  5. Ebd. S. 30.
  6. Ebd. S. 30–31.
  7. Ebd. S. 31.
  8. Rei­nal­ter, Hel­mut: Die Fran­zö­si­sche Revo­lu­ti­on. Frank­furt a. M. 1991, S. 13.
  9. Rei­nal­ter S. 13.
  10. Ebd. S. 13.
  11. Schulin S. 46.
  12. Ebd. S. 47.
  13. Ebd. S. 47.
  14. Ebd. S. 47.
  15. Rei­chardt, Rolf E.: Das Blut der Frei­heit. Fran­zö­si­sche Revo­lu­ti­on und demo­kra­ti­sche Kul­tur, 2. Aufl., Frank­furt a. M. 1999, S. 11.
  16. Ebd. S. 11.
  17. Hei­ne, Hein­rich: Tages­be­rich­te: Bei­la­ge zu Arti­kel VI, in: Gal­ley, Eber­hard: Hein­rich Hei­ne Wer­ke, 3. Bd., Schrif­ten über Frank­reich, Frank­furt a. M. 1968, S. 193.
  18. Ebd. S. 11.
  19. Anm.: Anm.: Die Bas­til­le war eine acht­tür­mi­ge Burg am Tor Saint-Antoi­ne in Paris, die zwi­schen 1370 und 1382 erbaut wur­de und die seit dem 17. Jh. als Staats­ge­fäng­nis galt. Als Sinn­bild könig­li­cher Tyran­nei besetz­te das Volk sie am 14.7. 1789 u. erzwang deren Über­ga­be. 1790 wur­de sie zer­stört.
  20. Rei­chardt S. 123.
  21. Ebd. S. 123.
  22. Ebd. S. 123.
  23. Schulin S. 60.
  24. Rei­chardt S. 119.
  25. Ebd. S. 119–120.
  26. Ebd. S. 120.
  27. Pel­zer, Prof. Dr. Erich: Fran­zö­si­sche Revo­lu­ti­on von 1789: Vom drit­ten Stand zur Nati­on, in: Der Brock­haus Mul­ti­me­di­al, Biblio­gra­phi­sches Insti­tut & F. A. Brock­haus AG, Mann­heim 2005.
  28. Vgl.: Bütt­ner, Sabi­ne: Die Fran­zö­si­sche Revo­lu­ti­on – eine Online-Ein­füh­rung: Ver­lauf der Revo­lu­ti­on, Url: http://www.revolution.historicum-archiv.net/etexte/einfuehrung/verlauf/verlauf.pdf, S. 5.
  29. Rei­chardt S. 114.
  30. Anm.: Der Begriff des Abso­lu­tis­mus cha­rak­te­ri­siert im all­ge­mei­nen eine Regie­rungs­form der Mon­ar­chie (abso­lu­tis­ti­sche Mon­ar­chie), in der der jewei­li­ge Herr­scher, wie König oder Kai­ser, durch Erb­fol­ge die unein­ge­schränk­te Macht besitzt und als obers­ter Sou­ve­rän über den Geset­zen steht, aber u. a. an Natur­recht und Staats­grund­ge­set­ze gebun­den ist. In der neue­ren For­schung jedoch wird der Begriff des Abso­lu­tis­mus als his­to­ri­scher Epo­chen­be­griff radi­kal in Fra­ge gestellt (wie z. B. von Nicho­las Hens­hall, der die­sen als Mythos bezeich­ne­te, der der kom­ple­xen Ver­fas­sungs­wirk­lich­keit – auch in Frank­reich – kaum ent­sprach).
  31. Schulin S. 149.
  32. Ebd. S. 150.
  33. Furet, François; Richet, Denis: Die Fran­zö­si­sche Revo­lu­ti­on, aus d. Franz. von Ulrich Fried­rich Mül­ler, Frank­furt a. M. 1987, S. 21.
  34. Anm.: Die Tail­le war eine direk­te Steu­er für nicht pri­vi­le­gier­te Stän­de wie Bür­ger und Bau­ern.
  35. Furet; Richet S. 21.
  36. Bütt­ner, Sabi­ne: Die Fran­zö­si­sche Revo­lu­ti­on – eine Online-Ein­füh­rung: Hin­ter­grün­de — Frank­reich im 18. Jahr­hun­dert, Url: http://www.revolution.historicum-archiv.net/etexte/einfuehrung/hintergruende/hintergruende.pdf, S. 4.
  37. Furet; Richet S. 21.
  38. Schulin S. 132.
  39. Furet; Richet S. 21.
  40. Schulin S. 132.
  41. Anm.: In die­sem Zusam­men­hang „ist der Begriff Feu­dal­sys­tem weni­ger zutref­fend als es der Begriff ‘sei­gneu­ria­les Sys­tem’ wäre, der das Sys­tem der Lokal­ge­wal­ten, des Par­ti­ku­la­ris­mus bezeich­net.“ (Schulin S. 133.)
  42. Bütt­ner, Sabi­ne: Die Fran­zö­si­sche Revo­lu­ti­on – eine Online-Ein­füh­rung: Hin­ter­grün­de — Frank­reich im 18. Jahr­hun­dert, Url: http://www.revolution.historicum-archiv.net/etexte/einfuehrung/hintergruende/hintergruende.pdf, S. 13–14.
  43. Schulin S. 135.
  44. Furet; Richet S. 26.
  45. Ebd. S. 26.
  46. François Furet: Das revo­lu­tio­nä­re Frank­reich. I. Der Auf­stand des Adels und die vor­re­vo­lu­tio­nä­re Kri­se, in: Das Zeit­al­ter der euro­päi­schen Revo­lu­ti­on 1780–1848, Fischer Welt­ge­schich­te, Bd.26, hrsg. von L. Ber­ge­ron, F. Furet, R. Kosel­leck, Frank­furt a. M. 1998, S. 35.
  47. Ebd. S. 35.
  48. Furet; Richet S. 26.
  49. Sabi­ne Bütt­ner: Die Fran­zö­si­sche Revo­lu­ti­on – eine Online-Ein­füh­rung: Hin­ter­grün­de — Frank­reich im 18. Jahr­hun­dert, Url: http://www.revolution.historicum-archiv.net/etexte/einfuehrung/hintergruende/hintergruende.pdf, S. 6.
  50. Siey­ès, Abbé: Was ist der drit­te Stand?, in: Geschich­te in Quel­len, Bd. 4: Ame­ri­ka­ni­sche und Fran­zö­si­sche Revo­lu­ti­on, bearb. v. Wolf­gang Lau­te­mann, Mün­chen 1981, S. 165.
  51. Sabi­ne Bütt­ner: Die Fran­zö­si­sche Revo­lu­ti­on – eine Online-Ein­füh­rung: Hin­ter­grün­de — Frank­reich im 18. Jahr­hun­dert, Url: http://www.revolution.historicum-archiv.net/etexte/einfuehrung/hintergruende/hintergruende.pdf, S. 7.
  52. Anm.: Natür­lich kann man, wenn man genau­er dif­fe­ren­zie­ren wür­de (wie auch beim Adel, Kle­rus usw.) nicht von „dem“ Bür­ger­tum reden, da es ver­schie­de­ne Ebe­nen oder Abstu­fun­gen inner­halb die­ser Schicht gibt. Ich wer­de trotz die­ser Tat­sa­che im Fol­gen­den von „dem“ Bür­ger­tum spre­chen, da ein „ins Detail gehen“ den Rah­men die­ses Bei­trags spren­gen wür­de..
  53. Furet; Richet S. 37.
  54. Ebd. S. 37.
  55. Schulin S. 144.
  56. Ebd. S. 144.
  57. Ebd. S. 145.
  58. Furet; Richet S. 37.
  59. Vgl: Sabi­ne Bütt­ner: Die Fran­zö­si­sche Revo­lu­ti­on – eine Online-Ein­füh­rung: Hin­ter­grün­de — Frank­reich im 18. Jahr­hun­dert, Url: http://www.revolution.historicum-archiv.net/etexte/einfuehrung/hintergruende/hintergruende.pdf, S. 11.
  60. Ebd. S. 11.
  61. Rei­nal­ter S. 36.
  62. Schulin S. 183.