1

Podcast: Die ökologische Krise – eine Lebensaufgabe aller Menschen

Ich spreche mit Gerhard Schuster, dem Gründer der Europäischen Kreditinitiative, über die Perspektiven einer (direkt-)demokratisch gestalteten Wende hin zu einer zukunftsfähigen Wirtschaft. Gemeinsam mit mir und anderen hat er auch die Initiative „Economy for Future“ ins Leben gerufen.

Sind es nicht vor allem die herrschenden ökonomischen Verhältnisse und Strukturen, in denen die tiefsten Ursachen für all die Krisen in der Welt zu suchen sind? Soziale Ungleichheit, Massentierhaltung, Abholzung der Regenwälder und Artensterben aufgrund der Verschmutzung von Boden, Luft und Wasser… Mit der großen Herausforderung einer „ökologischen Revolution“ kommt jetzt vieles in Bewegung, was lange als alternativlos galt. Jetzt steht der „Logik“ des Marktfundamentalismus eine echte Alternativlosigkeit gegenüber: die Notwendigkeit, unsere Lebensgrundlagen zu retten. Die damit verbundenen Herausforderungen zu meistern, ist die demokratische Aufgabe der nächsten Jahrzehnte.

Podcast-Download: MP3-Version






#EconomyForFuture

(Foto by Josef Zeisel | Lizenz: CC BY-SA 2.0)

Immer mehr Menschen ist klar: Ein umfassender sozial-ökologischer Wandel ist unumgänglich. Dabei sind es vor allem die Prinzipien und Kräfte unseres aktuellen Wirtschaftens, die die Krise herbeigeführt haben und die auch den Wandel aufhalten oder gar blockieren. Erfreulicherweise gibt es aber immer mehr Initiativen, die darauf aufmerksam machen und sich für ein anderes Wirtschaften einsetzen. Die „Economy For Future“-Initiative will deren Aktivitäten bündeln.

Seit 2019 bin ich auch beim Projekt „Europäische Kreditinitiative“ aktiv (siehe Artikel dazu von mir). Zusammengefasst geht es darum, den Weg für ein ganzheitliches, ökologisches und soziales Wirtschaften zu eröffnen und Unternehmen von einer gewinnorientierten Finanzierung unabhängig zu machen. Nach den derzeitigen Überlegungen soll es ermöglicht werden, dass nachhaltige und zukunftsorientierte Unternehmen und Banken in ihren kooperativen Zusammenschlüssen aus dem System der Europäischen Zentralbanken eine freie, profitunabhängige Finanzierung durch zinsfreie Kredite erhalten. Bedingung dafür ist, dass sie dauerhaft ihre Gewinne dem Gemeinwohl widmen und die Einkommen ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dem öffentlichen Recht unterstellen.

Da allen Beteiligten bewusst ist, dass dies nur eine Idee von vielen ist und es noch andere Initiativen mit zum Teil unterschiedlichen Ansätzen und Lösungsvorschlägen gibt, die sich für eine zukunftsfähige Wirtschaft einsetzen, die gut ist für Mensch, Tier und Natur, wurde parallel dazu die „EconomyForFuture“-Initiative gestartet.

Kernziel ist es, sich gegenseitig besser wahrzunehmen und zu vernetzen, um die gemeinsamen Kräfte zu bündeln. Daher hatten wir für den 31. Januar 2020 zu einem ersten „EconomyForFuture“-Treffen nach Wien geladen, um uns mit Gleichgesinnten über verschiedene Fragen auszutauschen. Auch junge Menschen von „FridaysForFuture“ waren dabei.

Hier ein paar Fotos von der Veranstaltung:
(Fotos by Josef Zeisel | Lizenz: CC BY-SA 2.0)

ngg_shortcode_0_placeholder

Zu unserer Freude war das Interesse an der Veranstaltung groß! Es wurde angeregt, einen Appell zu formulieren und einen gemeinsamen Hashtag (#EconomyForFuture) in den Social Media zu nutzen. Statt einem Bündnis im klassischen Sinne, wird ein assoziatives Zusammenwirken angestrebt.

Als vorrangige Ziele der konventionellen Wirtschaft gelten Wachstum und Profitmaximierung. Diese Prinzipien haben uns in eine existentielle Sackgasse geführt, mit sozialen Ungleichgewichten innerhalb unserer Gesellschaften und zwischen den Regionen der Welt und mit einer drohenden Klimakatastrophe, begleitet von Artensterben, Bodenerosion und Wasserknappheit in vielen Regionen der Erde. Alles Folgen eines ökonomischen Handelns, das wir jetzt überwinden müssen, wenn wir unsere Lebensgrundlagen retten und die sozialen Verwerfungen im Kleinen und im Großen überwinden wollen.

Das Gute ist: Die Krisensituation hat etwas in Bewegung gebracht. Das Alte kann angesichts der Notwendigkeit, jetzt handeln zu müssen, nicht mehr gelten. Das ist die große Chance! Jetzt liegt es in der Verantwortung aller, einen Beitrag zu leisten. Die Verantwortung liegt in meinem Konsumverhalten und darin, meine Fähigkeiten nur noch da einzubringen, wo es nachhaltig ist. Und sie liegt bei den Unternehmen, nicht mehr aus Einzelinteressen zu handeln, sondern Entscheidungen mit Blick auf das Ganze zu treffen.

Aber damit ein solches Handeln überhaupt in hinreichender Weise realistisch wird, ist es auch unser aller gemeinsame Verantwortung, (direkt-)demokratisch die rechtlichen Rahmenbedingungen dafür zu schaffen!




Economy for Future – Soziale und ökologische Wirtschaftswende jetzt!

Im aktuellen Magazin von Mehr Demokratie e.V. stelle ich eine Initiative vor, die zum Ziel hat, dass wir das Wirtschaften neu denken. Denn Tag für Tag sehen wir, wohin uns ein Wirtschaften führt, das bloß auf Profitmaximierung und Wachstum zielt. Soziale Ungleichheit, Abholzung der Regenwälder, Verschmutzung der Meere, Massentierhaltung und Artensterben sind die Folge. Die Politik handelt nur schleppend und entwickelt kaum Ideen, um nachhaltige Änderungen zeitnah zu erzielen. Die notwendige Transformation der heutigen, auf Profit und Ausbeutung ausgerichteten Wirtschaft hin zu einer ökologischen und solidarischen Wirtschaft können wir nur gemeinsam vollbringen.

Download des Artikels (PDF)

Download the PDF file .