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Oxfam: Hilfe zur Selbsthilfe!

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Persönliche Erfahrungen mit Oxfam

Zum ersten Mal kam ich mit Oxfam im Jahr 2004 durch die Empfehlung einer guten Freundin in Kontakt, die damals zu den ersten Aktiven für das im selben Jahr ins Leben gerufene und auf Berlin sowie Potsdam beschränkte Fundraising-Projekt „Face-to-Face“ (Gewinnung neuer Förderer) tätig war. Da mich die weltweite Arbeit von Oxfam überzeugte, wurde ich zunächst Förderer der Entwicklungsorganisation.

Noch im selben Jahr bewarb ich mich dann erfolgreich für das „Face-to-Face“-Projekt, um in der Rolle eines „Recruiters“ an verschiedenen Plätzen in Berlin als auch in Potsdam jeweils 6 Stunden pro Tag die vorbeigehenden Leute über die Entwicklungsarbeit von Oxfam aufzuklären und davon zu überzeugen, Oxfam zukünftig als Spender/Förderer unter die Arme zu greifen. Dieses Fundraising-Projekt wurde von Oxfam selbst unter Einbeziehung von Fördermitgliedern wie mir organisiert. Der Tätigkeit ging ich neben dem Studium von November 2004 bis zur vorläufigen Einstellung des Projektes im März 2006 nach.

Es war eine wunderschöne und erkenntnisreiche Zeit! Aus meinen mittlerweile mehrjährigen Erfahrungen mit Oxfam heraus kann ich jedem empfehlen, diese Organisation zu unterstützen: ob nun mit der aktiven Teilnahme an Kampagnen, mit Sachspenden an einen der Shops, mit dem Einkaufen in den Shops oder mit einer Geldspende als direkter Förderer.

Allgemein

Oxfam ist eine internationale Hilfs- und Entwicklungsorganisation, die sich in über 100 Ländern mittels Katastrophenhilfe, langfristig angelegten Projekten für soziale und wirtschaftliche Entwicklung (wie z. B. Hilfe zur Selbsthilfe) und Kampagnen (wie z. B. für einen fairen Welthandel) für arme und benachteiligte Menschen einsetzt. Angefangen hatte alles mit der Gründung des „Oxford Comittee for Famine Relief“ (Oxforder Komitee zur Linderung von Hungersnot) im Jahre 1942 durch engagierte Menschen in Oxford (England). Dies war mit dem Ziel verbunden, während des Zweiten Weltkriegs das Leiden der Bevölkerung im von den Nazis besetzten Griechenland zu lindern, wobei nach Kriegsende auch Lebensmittel an die notleidenden Menschen in Deutschland geliefert wurden. Später änderte die Organisation dann ihren Namen in Oxfam um und konzentrierte ihre Arbeit mehr und mehr auf die ärmsten Länder der Welt. Im Jahre 1995 dann schlossen sich gleichgesinnte, in unterschiedlichen Ländern aktive Entwicklungsorganisationen zu Oxfam International zusammen. Zurzeit fördert Oxfam etwa 3000 Hilfsprojekte in über 100 Ländern in partnerschaftlicher Organisation mit über 3000 lokalen Organisationen. Mit der Kombination von Projekt- und Kampagnenarbeit verfolgt Oxfam die Absicht, sowohl über die strukturellen Ursachen von Armut aufzuklären als auch vor Ort Hilfe zu leisten, um die weltweite Armut erfolgreich zu bekämpfen.

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Sinn und Unsinn von (staatlicher) Entwicklungshilfe

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Inhaltsverzeichnis

1. Gute und schlechte Entwicklungshilfe
2. Statt der Weltbank eine Bank für die Armen
3. Ein gerechterer Welthandel und die NGO Oxfam


1. Gute und schlechte Entwicklungshilfe

Es ist kein Geheimnis, dass oft das, was als Entwicklungshilfe bezeichnet wird, den Namen nicht verdient hat. Nimmt man nur einmal die von den reichsten Ländern der Welt geleistete staatliche Entwicklungshilfe genauer unter die Lupe, so wird deutlich, dass diese oft kontraproduktiv ist. Dafür gibt es vielerlei Gründe. So werden beispielsweise mit den Geldern häufig große Infrastrukturprojekte (wenn ich richtig informiert bin, fließen zur Zeit mehr als 2/3 der Gelder in den öffentlichen Sektor von Entwicklungsländern) finanziert, die dann, so die Logik der Geberländer, dazu beitragen, arme Menschen in Brot und Arbeit zu bringen.  Ein sehr negatives Beispiel für falsche Entwicklungspolitik in diesem Zusammenhang sind die weltweit geförderten Staudamm-Projekte. So wurden beispielsweise im Zuge der Errichtung des Dreischluchtenstaudamms in China Millionen Menschen (darunter ein großer Anteil von Kleinbauern) zwangsweise umgesiedelt und erhielten häufig nicht mal einen bzw. gar keinen adäquaten Ersatz für den Verlust von Haus und Land. Auch bezüglich Flora und Fauna kam und kommt es zu massiven irreversiblen ökologischen Schäden. (mehr dazu: http://de.wikipedia.org/wiki/Drei-Schluchten-Damm).

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