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Arabische Welt: Die Katar-Krise und der saudisch-iranische Konflikt

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(Bildbeschreibung: Skyline – Doha, Qatar | Foto by Axel Drainville | Quelle: Flickr | Lizenz: CC BY-NC 2.0)

Das Ultimatum mehrerer arabischer Staaten an Katar ist eine bedeutende Eskalationsstufe im großen Konflikt zweier Machtblöcke der arabischen Welt. Iran und Saudi-Arabien stehen sich dabei gegenüber. Seit fast einem Jahrzehnt verschärft sich der Konflikt immer mehr und droht von einem kalten Krieg zur direkten Konfrontation zu eskalieren. Längst finden blutige Stellvertreterkriege wie in Syrien und Jemen statt. Katar könnte der nächste Schauplatz dieser Konfrontation werden.

Das weitreichende Ultimatum forderte die faktische Kapitulation von Katar. Es sollte unter anderem seinen umstrittenen wie erfolgreichen Fernsehsender Al Jazeera einstellen sowie seine Beziehungen zum Iran beenden. Eigentlich sind sich Katar und Saudi-Arabien ideologisch nah, beide folgen einer radikalen mittelalterlich anmutenden Auslegung des Islam, dem Wahhabismus (der allerdings erst im 19. Jahrhundert entstanden ist!). Doch Katar unterstützte vor allem im Zuge von Umwälzungen in der arabischen Welt in den letzten Jahren religiöse Volksbewegungen, die Umstürze in zahlreichen Staaten anstrebten – wie die Muslimbruderschaft in Ägypten. Mit Al Jazeera gaben sie diesen Bewegungen ein Sprachrohr. Den autoritären Herrschern der Region ist das ebenfalls autoritär geführte Katar daher ein Dorn im Auge. Der Vorwurf der Terrorunterstützung an Katar ist zwar nicht ganz falsch, doch muss man sagen, dass Saudi-Arabien viel mehr getan hat, um islamischen Fundamentalismus zu verbreiten. Es sind saudische Koranschulen und Moscheen, die überall auf der Welt den Islam radikalisiert haben. Die ideologische Schule des sogenannten Islamischen Staates war vor allem Saudi-Arabien. Doch Katar hat etwas getan, was in den Augen der Herrscher in Saudi-Arabien noch verwerflicher ist: es pflegt einen fast normalen diplomatischen Umgang mit deren Erzfeind Iran. Hier liegt die Wurzel für zahlreiche Konflikte in der islamischen Welt. Die Bevölkerung des Irans sind zum größten Teil schiitische Muslime, die mit 15 Prozent die größte Minderheit in der islamischen Welt bilden. Die meisten Muslime gehören allerdings den Sunniten an.

Saudi-Arabien versteht sich selber als führende Macht der sunnitischen Welt und lehnt den Iran schon aus religiösen Gründen komplett ab. Eigentlich scheint die Machtfrage klar. Hier das mächtige Saudi-Arabien, das durch Öl-Milliarden unvorstellbare Reichtümer angehäuft hat. Unterstützt durch westliche Staaten wie die USA und Deutschland, die jede Menge Waffen dort verkaufen. Gerade erst wurde unter Trump ein neuer Waffendeal in Höhe von 100 Milliarden Dollar geschlossen. Menschenrechte spielen da so gut wie keine Rolle.

Es gibt kein Land der Welt, wo Frauen so rechtlos sind wie in Saudi-Arabien. Doch solange die Geschäfte stimmen, wird es weitgehend ignoriert. Obwohl fast alle Terroristen in westlichen Staaten Sunniten waren, sehen vor allem die USA gerne den schiitischen Iran als Hauptfeind. Mit seinen unbedachten Äußerungen hat Donald Trump auch zur jetzigen Katar-Krise mit beigetragen. Obwohl im Iran gerade die Gemäßigten die Wahl gewonnen hatten, erklärte er die Isolierung des Irans als eines der wichtigsten Ziele der USA. Da fast alle Staaten der arabischen Welt sunnitisch dominiert sind, ist der Iran fast automatisch in einer problematischen Situation. Auch hatte der Iran wegen seines Atomprogramms lange Zeit unter schweren Embargos zu leiden, die erst jetzt allmählich gelockert wurden. Saudi-Arabien scheint also eigentlich alle guten Karten in der Hand zu haben und doch werden sie immer nervöser, denn seit über einem Jahrzehnt wird der Iran immer einflussreicher.

Auslöser des iranischen Aufstiegs sind ausgerechnet die USA. Der Einmarsch in Afghanistan und im Irak wirkte zunächst wie eine akute Bedrohung für den Iran, plötzlich waren sie auf zwei Seiten von US-amerikanischen Truppen umgeben. Doch beide Kriege sind für die USA faktisch verloren gegangen. Im Irak gab es schon immer eine schiitische Bevölkerungsmehrheit, die von Diktator Saddam Hussein unterdrückt worden war. Jetzt drängt sie an die Macht und bildet die Regierung im Irak. Dank iranischer Milizen und weiterer Unterstützung, ist der Irak mittlerweile in weiten Teilen schiitisch dominiert. Der sunnitische Islamische Staat befindet sich überall auf dem Rückzug.

Auch im syrischen Bürgerkrieg ist der Iran ein einflussreicher Akteur. Hier ist die Bevölkerungsmehrheit sunnitisch. Doch Diktator Assad kann sich auf starke Minderheiten stützen, die Angst vor den Folgen einer sunnitischen Machtübernahme haben. Russische Waffen und iranische Milizen haben das Assad-Regime vor dem Untergang bewahrt und so sind Unterstützer/innen der Regierung in ganz Syrien auf dem Vormarsch. Die von Saudi-Arabien und Katar unterstützten Verbände sind auf dem Rückzug, auch der Islamische Staat verliert drastisch an Boden. Statt isoliert zu sein, wie es Trump und Saudi-Arabien anstreben, ist so ein schiitisch dominierter Halbmond entstanden, der vom Iran bis ans Mittelmeer reicht, wo im Libanon die mit dem Iran verbündete Hisbollah ihr Kerngebiet hat.

Währenddessen verzettelt sich das hochgerüstete Saudi-Arabien in einen Dauerkonflikt im Nachbarland Jemen, wo es trotz der scheinbaren militärischen Überlegenheit nicht nach einem schnellen Sieg aussieht. Aus diesen Niederlagen erklärt sich auch die Härte gegenüber dem kleinen Nachbarland Katar. Es bleibt fraglich, ob sie wirklich an eine Kapitulation Katars durch Annahme der Forderungen geglaubt haben. Es sieht mehr danach aus, dass Saudi-Arabien und seine Verbündeten nach einem Vorwand suchen, um Katar zu besetzen. Nun ist allerdings die westliche Staatengemeinschaft an so einem Konflikt nicht interessiert. Selbst Donald Trump ist nach einigen widersprüchlichen Aussagen inzwischen zurückgerudert und fordert eine diplomatische Lösung. Man kann nur hoffen, dass ein drohender Krieg noch abgewendet wird. Katar hat mit der Türkei und dem natürlich sehr bereitwillig helfenden Iran zwei mächtige Verbündete. Die Strategie scheint daher nicht aufzugehen. Statt Katar vom Iran fernzuhalten, scheint also genau das Gegenteil einzutreten.

Doch die saudische Allianz kann nur schwer gesichtswahrend zurückrudern. Es werden Ultimaten gestellt, die verstreichen, und Sanktionen verhängt, die zwar schmerzhaft sind, aber das kleine Katar wohl nicht in die Knie zwingen werden. Es droht eine militärische Eskalation, die in eine direkte Konfrontation zwischen Iran und Saudi-Arabien münden könnte. Die Folgen davon sind kaum auszudenken und würden die ganze Welt betreffen. Der schreckliche Syrienkrieg wäre dann nichts weiter als ein kleiner Nebenkriegsschauplatz. Die westlichen Staaten müssen alles tun, um mäßigend auf die Kontrahenten einzuwirken.

Leider gibt es mit Donald Trump derzeit einen unkalkulierbaren US-Präsidenten, der mit unbedachten Äußerungen und einem planlosen Schlingerkurs in der Außenpolitik ein Teil des Problems ist. Jetzt rächt es sich, dass man die ganze Zeit Saudi-Arabien unterstützt hat. Auch Deutschland hat Waffen dorthin geliefert und damit seinen Anteil. Wenn deutsche Waffen vielleicht demnächst beim Einmarsch in Katar zu sehen sind, dann wird sich deutlich zeigen wie dramatisch auch die deutsche Außenpolitik gegenüber Saudi-Arabien gescheitert ist. Es wird Zeit, den Waffenexport in die ganze Region komplett einzustellen. Stattdessen sollte sich die durchaus einflussreiche deutsche Außenpolitik darauf konzentrieren, Konflikte in der Region zu entschärfen. Dazu gehört es auch, den Iran und Russland als Akteure ernst zu nehmen und auf diplomatische Weise an einem Interessensausgleich zu arbeiten. Das bedeutet momentan, vor allem Druck auf Saudi-Arabien und seine Verbündeten auszuüben, die Lage nicht weiter eskalieren zu lassen.

Saudi-Arabien und der Islamische Staat

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Deutschland beteiligt sich am Syrienkrieg. Damit befinden wir uns plötzlich an der Seite von Saudi-Arabien, in einem Krieg, der kaum zu gewinnen ist. Dabei ist gerade Saudi-Arabien in nicht unerheblichem Maße für die Radikalisierung weiter Teile der muslimischen Welt verantwortlich.

Noch nie hat es einen zweifelhafteren Einsatz der Bundeswehr gegeben. Der Gegner IS scheint noch leidlich klar, doch wer sind unsere Verbündeten. Die US-Amerikaner, die mit ihrem Irakkrieg die ganze Region destabilisiert haben? Die Türkei, die im IS eine geeignete Waffe gegen die syrischen Kurden sieht? Die Russen, die bei ihrem Kampf gegen den IS so ziemlich alles bekämpfen außer den IS? Oder am Ende gar Assad, der mit seinem Staatsterrorismus den IS in Syrien stark gemacht hat.

Doch hier wollen wir uns vor allem mit der problematischen Rolle Saudi-Arabiens auseinandersetzen, denn hier liegt ein Schlüssel zur Zukunft der muslimischen Welt. In Syrien liefert sich das sunnitische Saudi-Arabien einen blutigen Stellvertreterkrieg mit dem schiitischen Iran. Islamistische Gruppierungen werden massiv mit Geld und Waffen unterstützt. Um die Wirtschaftsgrundlage ihrer Gegner Iran und Russland zu schwächen, fluteten sie die Märkte mit billigem Öl. Saudi-Arabien ist aber auch aus anderen Gründen eines der einflussreichsten islamischen Länder. Hier liegt die Kaaba, das zentrale islamische Heiligtum, zu dem jeder Muslim mindestens einmal Pilgern soll.

Mit gigantischen Ölvorkommen gesegnet ist Saudi-Arabien ein reiches Land, das gleichzeitig die steinzeitlich anmutende wahabitische Staatsreligion hat, eine weit verbreitete fundamentalistische Richtung des sunnitischen Islam. Wenn es nach islamistischen Anschlägen oft heißt, das hat mit dem Islam nichts zu tun, so ist das nur die halbe Wahrheit. Es ist nicht „der Islam“, der hinter dem Terror steht, aber es sind teils mächtige Strömungen innerhalb des Islams, die den ideologischen Nährboden für den Terror bieten. Der Wahabismus ist die einflussreichste unter diesen radikalen Strömungen. Der Islam hat sich in der Geschichte oftmals als tolerante Religion gezeigt.

Zu Zeiten Harun al Raschids blühte eine philosophische und verstandesgeleitete Theologie. Ob das muslimische Sizilien, Spanien unter den Mauren oder das Osmanische Reich – es gab einige tolerante muslimische Staaten. Doch im 19. Jahrhundert begann der Aufstieg eines radikalen muslimischen Fundamentalismus, er war auch eine Reaktion auf den europäischen Kolonialismus, schließlich wurde der Großteil der muslimischen Welt von Großbritannien oder Frankreich beherrscht. Ein wichtiger Faktor war auch der Verrat der Kolonialmächte an ihren ehemaligen arabischen Verbündeten nach dem 1. Weltkrieg. Im Zuge des Kampfes gegen das Osmanische Reich hatte man ihnen die staatliche Unabhängigkeit versprochen. Dieses Versprechen wurde leichten Herzens gebrochen. Großbritannien und Frankreich teilten den Nahen Osten zwischen sich auf.

Die willkürlich gezogenen Grenzen teilten Stammesgebiete und Religionsgruppen in künstliche Strukturen, die später zu fragilen Staaten wie Irak und Syrien wurden. Das Gebiet des heutigen Saudi-Arabien hatte aber Glück und wurde nicht besetzt, es war schlicht zu arm, um von Interesse zu sein. Die Ölvorkommen waren noch nicht entdeckt und der Großteil des Landes nur Wüste. Hier konnte sich 1925 der Stamm der Sauds militärisch gegen die Haschimiten durchsetzen. Dabei wurden auch die zentralen muslimischen Stätten in Mekka und Medina besetzt. Nach weiteren Eroberungen der Sauds kam es 1932 zur Gründung des neuen Staates Saudi-Arabien.

Der Stamm der Sauds war bereits bis in 18. Jahrhundert hinein eng mit der wahabitischen Auslegung des Islam verbunden, einer fundamentalistischen sunnitischen Strömung, jetzt wurde sie hier zur Staatsreligion. Nach der Entdeckung immer größerer Ölvorkommen begann der wirtschaftliche Aufstieg, doch gesellschaftlich gehört Saudi-Arabien bis heute zu den rückständigsten Staaten der Welt. Als Grundlage des Rechts gilt eine strenge Auslegung der Scharia. Erst 1962 wurde die Sklaverei abgeschafft und im wesentlichen durch weitgehend rechtlose Gastarbeiter ersetzt.

Die saudische Herrscherfamilie begann mit leichten Reformen, auch weil man das Bündnis mit den USA suchte, um die Ölquellen profitabel auszubeuten. So wurden 1966 erste Schulen für Mädchen eingerichtet und es gab bis zum Schicksalsjahr 1979 auch weibliche Nachrichtensprecher. In diesem Jahr besetzten gut bewaffnete Islamisten unter ihrem religiösen Führers al-Qahtani die Kaaba in Mekka, das wichtigste islamische Heiligtum der Welt. Mehrere Versuche saudischer Truppen, die Kaaba mit leichten Waffen zurückzuerobern, schlugen fehl. Um schwere Waffen einsetzen zu dürfen, ohne den religiösen Zorn der Massen auf sich zu ziehen, zog der saudische Herrscher König Chalid al-Saud die wichtigsten Religionsgelehrten zu Rate.

Diese waren bereit, ihm eine Erlaubnis für den Sturm auf die Kaaba zu geben, aber sie verlangten einen hohen Preis, den die Welt bis heute bezahlt. Frauen wurde verboten, als TV-Moderatorinnen aufzutreten, die inoffizielle Tolerierung von Alkoholkonsum wurde eingestellt und das wichtigste: es werden seitdem gigantische Summen in die wahabitische Missionierung gesteckt. Mit den Geldströmen aus saudischem Öl konnte sich die fundamentalistische Spielart des Islam noch stärker ausbreiten. Der blutige Kampf um die Kaaba kostete je nach Quelle zwischen 330 bis 1.000 Menschen das Leben. Er schwächte das Ansehen des saudischen Königs nachhaltig und stärkte den Einfluss der erzkonservativen Religionsgelehrten. Gelegentlich versucht sich die saudische Königsfamilie an sehr sanften Reformen, aber immer mit einem ängstlichen Blick auf die Wünsche der Geistlichkeit. Frauen haben daher in Saudi-Arabien nur eingeschränkte Rechte und dürfen z.B. nicht Auto fahren und brauchen außerdem für viele Sachen die Genehmigung ihres männlichen Vormunds.

Saudi-Arabien, guter Verbündeter der USA und auch Nutznießer der Lieferung modernster Waffen aus Deutschland, entwickelte sich seit 1979 immer mehr zur Brutstätte des internationalen Terrors. Osama bin Laden war nicht zufällig ein Saudi, sein Weltbild, das ihn zum Terroristen machte, wurde hier geformt. Die saudische Missionierung hat die Radikalisierung in weiten Teilen des sunnitischen Islam verstärkt. Meist sind es Minderheiten innerhalb der islamischen Gemeinschaften, doch oft mit großem Einfluss und auch einem großen Gefahrenpotential. Von Pakistan bis in die Pariser Vororte sind die Auswirkungen zu spüren. Auch deutsche Moscheen werden mit saudischem Geld unterstützt, bekannt sind die Anhänger des Wahabismus hierzulande als Salafisten. Zu den Förderern des Wahabismus gehört aber auch Katar, wo dieser ebenfalls Staatsreligion ist und das nicht nur über den Staats-Fernsehsender „Al Jazeera“ Gruppierungen wie die Muslimbruderschaft unterstützt. Der Wahabismus ist der ideale ideologische Nährboden für den islamischen Staat. Daher verwundert es nicht, dass es auch im Rechtssystem viele Gemeinsamkeiten zwischen dem IS und Saudi-Arabien gibt. Beide orientieren sich an einer ähnlich strengen Auslegung der Scharia.

So gibt es sowohl im IS als auch in Saudi-Arabien die Todesstrafe für:

  • Gotteslästerung
  • Homosexualität
  • Abwendung vom Islam

Vollzogen wird die Todesstrafe meist öffentlich mit dem Schwert. Alkoholkonsum und Sex vor der Ehe wird mit der Peitsche bestraft, Diebstahl mit der Amputation der Hand, Ehebruch mit Steinigung. Solche Vorstellungen sind mit Demokratie und Menschenrechten nicht ansatzweise vereinbar und doch ist der IS unser Feind, Saudi-Arabien aber unser guter „Verbündeter“. Gegen die wahabitische Missionierung in Europa muss entschieden vorgegangen werden. Dabei darf man natürlich nicht vergessen, dass diese radikale Form des Islam nur eine Spielart ist. Nicht jeder Bau einer Moschee ist der Untergang des Abendlandes. Die Mehrheit der Muslime in Deutschland gehören nicht fundamentalistischen Strömungen wie dem Wahabismus an. Das sollte man nicht vergessen. Auch sollte man nicht durch Ausgrenzung die gemäßigten Muslime in die Arme der Radikalen treiben. Im Gegenteil: sie sind unsere Verbündeten im Kampf gegen die Extremisten. Doch radikale Strömungen müssen entschieden bekämpft werden. Dazu gehört es, die Finanzierung der Salafistengemeinden mit saudischem Ölgeld zu unterbinden. Auch die Schließung radikaler Moscheen muss es im Einzelfall geben.

Auch dürfen keinerlei Waffen mehr an Saudi-Arabien verkauft werden. Eigentlich müsste Saudi-Arabien mit ähnlichen Sanktionen belegt sein, wie bis vor kurzem der Iran. Selbst wenn der IS besiegt wird, solange Saudi-Arabien weiter ungehindert seinen Fundamentalismus mit viel Ölgeld in die Welt exportieren kann, wird es weitergehen. Dabei ist auch Saudi-Arabien nur ein Teil des riesigen Problems, vor dem die islamische Welt steht. Der Islam braucht starke Reformbewegungen, die einer weiteren Radikalisierung entgegenwirken. Ohne eine Modernisierung wird die islamische Welt nicht aus ihrer Krise finden. Doch egal wie es sich entwickelt, eine schnelle Lösung wird es in diesem großen Krieg der islamischen Welt nicht geben.