William Morris

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1. Die Per­son Wil­liam Mor­ris

Groß­bri­tan­ni­en im 19. Jahr­hun­dert, die Indus­tria­li­sie­rung hat ihren ful­mi­nan­ten Sie­ges­zug begon­nen. Es ist das bri­ti­sche Jahr­hun­dert, Groß­bri­tan­ni­en steigt zur stärks­ten Nati­on der Welt auf. Es treibt die Indus­tria­li­sie­rung wie kein ande­res Land vor­an. Unvor­stell­ba­re wirt­schaft­li­che Erfol­ge, eine gro­ße Tech­nik­be­geis­te­rung und ein unge­brems­ter Fort­schritts­glau­be sind die eine Sei­te. Doch man soll­te auch die ande­re nicht ver­ges­sen. Die neue Zeit ist hek­tisch gewor­den. Man kann schnell viel Geld machen und es genau­so schnell ver­lie­ren. Der Kom­merz wird die trei­ben­de Kraft. Sozia­le Ver­elen­dung in einem nie gekann­ten Aus­maß und Umwelt­pro­ble­me sind die Fol­gen. Auf dem Land, unbe­rührt vom indus­tri­el­len Fort­schritt, wächst ein Jun­ge her­an, der sich als Dich­ter, Künst­ler, Schrift­stel­ler, Poli­ti­ker und nicht zuletzt als Hand­wer­ker gegen die Schat­ten­sei­ten der Indus­tria­li­sie­rung wen­den wird. Er kann die Indus­tria­li­sie­rung letzt­lich nicht auf­hal­ten, aber trotz­dem schafft er es, sie posi­tiv zu beein­flus­sen. Sein Name war Wil­liam Mor­ris.

Der Vater von Wil­liam Mor­ris, durch Akti­en reich gewor­den, zähl­te zu den Gewin­nern jener wil­den Zei­ten. Er ermög­lich­te sei­nem Sohn eine gute Aus­bil­dung. Wil­liam Mor­ris las als Kind ger­ne die Rit­ter­ro­ma­ne von Sir Wal­ter Scott. Auch fing er sich schon früh für Archäo­lo­gie, Geschich­te und Kunst zu inter­es­sie­ren an. Vor allem das Mit­tel­al­ter hat­te es ihm immer wie­der ange­tan. Er stu­dier­te Theo­lo­gie und mach­te eine Aus­bil­dung zum Archi­tek­ten. Wäh­rend die­ser Zeit wur­de er sich der Pro­ble­me der Indus­tria­li­sie­rung immer stär­ker bewusst. Prä­gend wur­de für ihn John Rus­kin, der ihn mit sei­ner Kri­tik stark beein­fluss­te. Die zwei fol­gen­den und von Rus­kin stam­men­den Zita­te erklä­ren uns sehr gut, gegen wel­che Pro­ble­me Wil­liam Mor­ris damals auf unter­schied­lichs­ten Gebie­ten kämpf­te:

John Rus­kin zum Ers­ten: „Man kann aus dem Geschöpf ent­we­der ein Werk­zeug oder einen Men­schen machen. Bei­des ist nicht mög­lich. Men­schen wur­den nicht geschaf­fen, um mit der Genau­ig­keit von Werk­zeu­gen zu arbei­ten und in all ihrem Tun kor­rekt und voll­kom­men zu sein. Wer nun sol­che Genau­ig­keit vom Men­schen ver­langt […,] der for­dert etwas Unmensch­li­ches.“

John Rus­kin zum Zwei­ten: „Wir wol­len einen Mann, der immer denkt, und einen ande­ren, der immer kör­per­lich arbei­tet, und wir nen­nen den einen Gen­tle­men, den ande­ren Arbei­ter. Statt­des­sen wäre es bes­ser, der Arbei­ter wür­de öfter den­ken, der Intel­lek­tu­el­le öfter kör­per­lich arbei­ten. Bei­de wären dann im bes­ten Sinn des Wor­tes Gen­tle­men. Wie es heu­te steht sind bei­de unedel. Sie benei­den ein­an­der, und die Mas­se der Gesell­schaft besteht aus mor­bi­den Intel­lek­tu­el­len und elen­den Hand­wer­kern.“

Wil­liam Mor­ris war sehr viel­sei­tig inter­es­siert, man könn­te sogar soweit gehen, von einem Uni­ver­sal­ge­nie zu spre­chen. Doch schau­en wir uns ein­mal an, wo er über­all tätig war. Unter dem Ein­druck der mas­si­ven sozia­len Pro­ble­me und der Schrif­ten von Marx wand­te sich Mor­ris dem Sozia­lis­mus zu. Aller­dings waren sei­ne Auf­fas­sun­gen stark anar­chis­tisch geprägt und stan­den damit in deut­li­chem Kon­trast zu Marx. Er war füh­ren­des Mit­glied der Soci­al Demo­cra­tic Fede­ra­ti­on. Spä­ter grün­de­te er mit ande­ren die Socia­list League und gab deren Zei­tung her­aus. Auch als Dich­ter mach­te er sich einen Namen. Sein ers­tes, bei Erschei­nen noch wenig beach­te­tes Werk, war The Defence of Gueneve­re and Other Poems (1858), wel­ches spä­ter als einer der Höhe­punk­te der vik­to­ria­ni­schen Dicht­kunst galt. Erfol­ge fei­er­te er mit den Wer­ken The life and death of Jason (1867) und Earth­ly para­di­se (1868–1870), denen er u.a. sei­ne Stel­lung inner­halb der eng­li­schen Dicht­kunst ver­dank­te.

Er schrieb auch meh­re­re Roma­ne und Kurz­ge­schich­ten, von denen eini­ge auch heu­te noch gele­gent­lich wie­der­auf­ge­legt wer­den, so z. B. den uto­pi­schen Roman einer idea­len anar­cho­so­zia­lis­ti­schen Gesell­schaft News from Nowhe­re (dt.: Kun­de von Nir­gend­wo). Sein Mär­chen­ro­man The Wood Bey­ond the World beein­fluss­te stark die bekann­ten Nar­nia-Bücher von C. S. Lewis. Er betä­tig­te sich auch als Über­set­zer klas­si­scher Wer­ke wie Ver­gils Aen­eis (1875) und Homers Odys­see (1887), aber auch vie­ler mit­tel­al­ter­li­cher Wer­ke wie z.B. Samm­lun­gen islän­di­scher Sagen. Doch sei­ne eigent­li­che Bedeu­tung erlang­te er im Bereich des Kunst­ge­wer­bes und des Buch­dru­ckes.

2. Mor­ris & das Kunst­ge­wer­be

Die indus­tri­el­le Mas­sen­fer­ti­gung pro­du­zier­te schnell und bil­lig. Lei­der waren aber auch die Erzeug­nis­se meist bil­lig gemacht. Schlech­te Qua­li­tät und künst­le­ri­scher Dilet­tan­tis­mus über­wo­gen bei wei­tem. Orna­men­te frü­he­rer Zei­ten konn­ten per­fekt imi­tiert wer­den, jedoch wur­den ver­schie­dens­te Sti­le wild durch­ein­an­der gewor­fen. Die Tra­di­tio­nen eines hand­werk­li­chen Betrie­bes, Kunst, Schön­heit und Qua­li­tät gin­gen ver­lo­ren und tech­ni­sche sowie kom­mer­zi­el­le Aspek­te gewan­nen die Ober­hand.

Mor­ris ent­deck­te sei­ne Begeis­te­rung für Innen­ein­rich­tun­gen bei der Gestal­tung sei­nes neu­en Hau­ses. Schon bald grün­de­te er mit Freun­den eine Fir­ma. Es wer­den Möbel, far­bi­ge Glas­fens­ter, Tape­ten, Gebrauchs­ge­gen­stän­de, Tex­ti­li­en, Schmuck und Bild­tep­pi­che her­ge­stellt. Vie­les war von Mor­ris selbst ent­wor­fen. So ent­warf er so unter­schied­li­che Sachen wie Tape­ten­mus­ter, Vasen und auf­wen­dig gestal­te­te Glas­fens­ter. Der Hand­wer­ker soll­te sich wie­der mit dem iden­ti­fi­zie­ren kön­nen, was er schafft. Künst­le­ri­scher Anspruch und sozia­lis­ti­sche Über­zeu­gung soll­ten eins wer­den.

Wil­liam Mor­ris woll­te in ehr­li­cher Hand­werks­ar­beit schö­ne und qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ge Din­ge, für mög­lichst vie­le Men­schen und für mög­lichst alle Berei­che des täg­li­chen Lebens, her­stel­len. Die Ableh­nung der mecha­ni­schen Seri­en­pro­duk­ti­on führ­te aller­dings dazu, dass die Objek­te sehr teu­er waren. Sei­nem Anspruch, Kunst für alle Men­schen zugäng­lich zu machen, konn­te er damit nicht gerecht wer­den. Sei­ne Aus­wir­kun­gen in die­sem Bereich sind aber nicht zu unter­schät­zen. Es ent­wi­ckel­te sich die „Arts and Crafts“ Bewe­gung, die zu einer Neu­be­le­bung des Kunst­ge­wer­bes führt. Natür­lich war die Indus­tria­li­sie­rung nicht auf­zu­hal­ten, doch der von Mor­ris wir­ken stark beein­fluss­te Jugend­stil schaff­te es den künst­le­ri­schen Anspruch von Mor­ris mit moder­nen Fer­ti­gungs­me­tho­den zu ver­bin­den.

Die Kelms­cott Press

Wäh­rend sei­ner letz­ten Lebens­jah­re wand­te er sich der Buch­dru­cke­rei zu, für die er sich schon immer inter­es­siert hat­te. Schon wäh­rend sei­nes Stu­di­ums beschäf­tig­te er sich mit illu­mi­nier­ten Hand­schrif­ten. Auch Schön­heit und Voll­kom­men­heit in den Pro­por­tio­nen der mit­tel­al­ter­li­chen Schrif­ten beein­druck­ten Mor­ris. Und so reif­te mit der Zeit in ihm der Wunsch, sel­ber Bücher zu dru­cken. Schon seit 1862 beschäf­tig­te er sich mit der Buch­ma­le­rei, doch erst 1888 ent­schloss er sich, die Kelms­cott Press zu grün­den. Auch hier setz­te er sich mit der Indus­tria­li­sie­rung aus­ein­an­der. Der Ein­satz neu ent­wi­ckel­ter Maschi­nen, wie der Setz- und Druck­ma­schi­nen, ermög­lich­te zwar eine schnel­le­re und güns­ti­ge­re Her­stel­lung von Büchern, führ­te jedoch zugleich zu enor­men Qua­li­täts­ver­lus­ten. Die künst­le­ri­schen und hand­werk­li­chen Bestre­bun­gen von Mor­ris wand­ten sich gegen die­se Ent­wick­lung.

In der Kelms­cott Press ging es selbst­ver­ständ­lich nicht um indus­tri­el­le Druck­ma­schi­nen, son­dern um Hand­druck. Hier ver­such­te er sei­ne Arbeits­phi­lo­so­phie und sei­ne Vor­stel­lun­gen von einem schö­nen Buch umzu­set­zen. Sein Ziel war eine ein­heit­li­che Gestal­tung der Bücher und die Wie­der­ver­ei­ni­gung von Kunst und Hand­werk. Er ver­band gute Arbeits­be­din­gun­gen, Rück­be­sin­nung auf hand­werk­li­che Tra­di­tio­nen, hand­werk­li­chen Anspruch und hoch­wer­ti­ge Erzeug­nis­se. Damit grenz­te er sich deut­lich von der indus­tri­el­len Mas­sen­fer­ti­gung ab. Die Kelms­cott Press wur­de rich­tungs­wei­send für den Beginn einer neu­en Buch­kul­tur und Buch­kunst­be­we­gung, die sich, von Eng­land aus, auch in Deutsch­land aus­brei­te­te. Was aber ver­stand Mor­ris unter einem schö­nen Buch?

Die Les­bar­keit der Schrif­ten war eine sei­ner wich­tigs­ten For­de­run­gen. Sie soll­te vor allem durch die Gestal­tung der Buch­sta­ben erreicht wer­den. Dane­ben spiel­ten für Mor­ris auch die Abstän­de zwi­schen den Buch­sta­ben eine wich­ti­ge Rol­le, denn je enger die Buch­sta­ben bei­ein­an­der ste­hen, umso unle­ser­li­cher erscheint die Schrift. Eben­so tra­gen die engen Abstän­de nicht zur Schön­heit des Schrift­bil­des bei. Aber nicht nur die Abstän­de von Buch­sta­be zu Buch­sta­be, son­dern auch von Wort zu Wort soll­ten gleich­mä­ßig bemes­sen und eine Min­dest­grö­ße der Schrift fest­ge­legt wer­den. Ein har­mo­ni­sches Erschei­nungs­bild wur­de ange­strebt Das Ver­hält­nis des Tex­tes und sei­ner Rah­mung, den Rän­dern, soll­te ein har­mo­ni­sches Bild erzeu­gen und sei­ne Stel­lung auf dem Papier wohl bedacht wer­den. Es ging aber nicht nur um die Gestal­tung der ein­zel­nen Sei­te eines Buches, son­dern auch um die Ein­heit der Dop­pel­sei­te. Die­se Regeln sind dank Mor­ris heu­te selbst­ver­ständ­lich, damals waren sie es nicht!

Neben der Ent­wick­lung einer les­ba­ren Schrift, die die Schön­heit des Buches unter­streicht, kann auch die deko­ra­ti­ve Buch­aus­stat­tung die­se Schön­heit noch erhö­hen. Der Buch­schmuck, wie Orna­men­te und Illus­tra­tio­nen, soll­te aber nach Mor­ris nicht die Schrift über­wu­chern, oder der­art aus­ge­prägt sein, dass der Leser vom Inhalt eines Buches abge­lenkt wird. Für die Pro­duk­ti­on schö­ner Bücher spiel­ten für ihn auch die Far­big­keit der Dru­cker­tin­te, die Qua­li­tät des Papiers sowie der Ein­band eine wesent­li­che Rol­le.

Mor­ris ver­such­te die Ein­heit von Schrift­typ, Orna­men­tik, Satz und Bild wie­der her­zu­stel­len. In rela­tiv kur­zen Abstän­den erschie­nen in der Kelms­cott Press inner­halb von 8 Jah­ren 53 Bücher. Es wur­den Schrif­ten von Mor­ris ver­öf­fent­licht, genau­so wie mit­tel­al­ter­li­che Lite­ra­tur und eng­li­sche Klas­si­ker. Mor­ris igno­rier­te das “moder­ne” Stil­emp­fin­den und wähl­te die Inhal­te sei­ner Bücher, wie auch ihre Aus­stat­tung, ganz nach sei­nen eige­nen Vor­lie­ben. Wie schon erwähnt, ent­stand für Mor­ris ein schö­nes Buch nicht allein durch das Schrift­bild, son­dern das Buch soll­te als Gesamt­kunst­werk wie­der neu belebt wer­den und vom Papier bis zum Buch­ein­band in sich stim­mig sein. So ver­wun­dert es nicht, dass Mor­ris eigens für ihn her­ge­stell­tes Papier und eine spe­zi­el­le Dru­cker­far­be für die Her­stel­lung sei­ner Bücher ver­lang­te und nutz­te. Er ver­wen­de­te aus­schließ­lich hand­ge­schöpf­tes Papier aus Lei­nen.

Außer auf Papier ließ Mor­ris beson­de­re Aus­ga­ben auch auf dün­nem Per­ga­ment dru­cken. Er ent­warf auch unter­schied­lichs­te Was­ser­zei­chen, die die Qua­li­tät des Papiers sei­ner Bücher beson­ders unter­stri­chen. Sei­ne Dru­cker­far­be lies er extra aus Han­no­ver impor­tie­ren, da er mit den übli­chen Far­ben unzu­frie­den war. Er ent­warf drei neue Schrift­ty­pen, um den Gesamt­ein­druck der Bücher wei­ter zu ver­bes­sern. Die Gol­den-Type wur­de von ihm nach dem ers­ten Druck benannt, für die er sie ver­wen­de­te: die Legen­da aurea. Sie ori­en­tier­te sich an der alten ita­lie­ni­schen Anti­qua Schrift, die er für sei­ne Zwe­cke anpass­te. Als typo­gra­phi­sches Vor­bild dien­te Mor­ris unter ande­rem eine “Plinius”-Ausgabe aus dem Vene­dig des 15. Jahr­hun­dert. Im Herbst 1891 ver­such­te Mor­ris die goti­sche Schrift zu moder­ni­sie­ren und von dem Vor­wurf ihrer Unle­ser­lich­keit zu befrei­en. Als Ver­fech­ter der Gotik und mit der Vor­lie­be für wuch­ti­ge, kom­pak­te Schrif­ten, ver­band Mor­ris die ita­lie­ni­sche Ele­ganz der Anti­qua mit der Aus­drucks­kraft der goti­schen Schrift. Und so ent­stand eine neue Schrift, die soge­nann­te Troy Type. Die drit­te Schrift ist im wesent­li­chen eine ver­klei­ner­te Form der Troy Type, die soge­nann­te Chau­cer-Type.

Alle Dru­cke der Kelms­cott Press waren von außer­or­dent­li­cher Qua­li­tät. Einer ver­dient es jedoch, beson­ders her­vor­ge­ho­ben zu wer­den. Die Can­ter­bu­ry Tales von Geoff­rey Chau­cer ist wohl das bedeu­tends­te Werk der Kelms­cott Press. Fünf Jah­re dau­er­ten die Arbei­ten an die­sem Buch. Der enge Freund von Wil­liam Mor­ris, der Maler Edward Bur­ne-Jones, ent­warf die Illus­tra­tio­nen und Mor­ris sel­ber küm­mer­te sich um den Buch­schmuck. Die­ser Druck, der Can­ter­bu­ry Tales, zählt zu den schöns­ten Buch­dru­cken welt­weit. Kurz nach Voll­endung des Dru­ckes starb Wil­liam Mor­ris. Über­all ent­stan­den neue Dru­cker­pres­sen, die sich am Vor­bild von Mor­ris ori­en­tier­ten. Es setz­te eine Buch­kunst­be­we­gung ein, die letzt­lich dazu führ­te, dass Bücher wie­der ordent­lich gestal­tet wur­den. Mor­ris hat die alten Schrift­meis­ter des 15. Jahr­hun­derts stu­diert, die typo­gra­phi­schen Regeln auf­ge­nom­men und zeit­ge­mäß moder­ni­siert. Der blin­de Fort­schritts­glau­be hat­te wäh­rend der Indus­tria­li­sie­rung dazu geführt, das Wis­sen frü­he­rer Zei­ten zu igno­rie­ren.

Mor­ris beleb­te das alte Wis­sen neu und ori­en­tier­te sich dabei am frü­he­ren hohen Anspruch. Er erneu­er­te die typo­gra­phi­schen Regeln des 15. Jahr­hun­derts. Dass sie sich wie­der durch­ge­setzt haben, ist der blei­ben­de Ver­dienst von Mor­ris. Auch aus einem ande­ren Grund gilt es ihm zu geden­ken. Er sah die Pro­ble­me sei­ner Zeit, doch er hat sich nicht aufs Kri­ti­sie­ren und rei­ne Poli­ti­sie­ren ver­legt. Er hat sei­ne Über­zeu­gun­gen prak­tisch umge­setzt und ist ihnen treu geblie­ben, auch dafür gebührt ihm Respekt.