Die Fliegen Sartres und ihre Kritik an der Stalinisierung der SBZ

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Inhaltsverzeichnis

1. Vor­wort
2. Haupt­teil
__2.1 Die Fabel der Flie­gen und der Exis­ten­tia­lis­mus Sar­tres
__2.2 Die Flie­gen und die sta­li­nis­ti­sche Herr­schafts­pra­xis
__2.3 Sart­re als Ansatz­punkt für einen Wider­stand gegen die Sta­li­ni­sie­rung?
3. Schluss­be­mer­kung
4. Quel­len- und Lite­ra­tur­ver­zeich­nis

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1. Vor­wort

Deutsch­lands Kul­tur war nach dem zwei­ten Welt­krieg – wie die Infra­struk­tur und Mil­lio­nen Woh­nun­gen – zer­stört und lag am Boden. In den 12 Jah­ren von 1933–45 wur­den gro­ße Tei­le der Kul­tur für natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Pro­pa­gan­da miss­braucht. Nach dem Zwei­ten Welt­krieg begann der Wie­der­auf­bau der Kul­tur. Dabei ori­en­tier­te man sich an der Tra­di­ti­on der Klas­si­ker. Weni­ger bot die Kunst der Wei­ma­rer Repu­blik einen Ansatz­punkt für einen kul­tu­rel­len Neu­be­ginn. Im beson­de­ren Maße wur­de aber auch inter­na­tio­na­le Kul­tur nach Deutsch­land impor­tiert. Es schien so, als wol­le Deutsch­land das nach­ho­len, was es in den 12 Jah­ren der Iso­la­ti­on ver­passt hat­te.[1] In den gro­ßen Städ­ten, wie in Ber­lin, kam es zu einem bun­ten Trei­ben. Neben den Vor­stel­lun­gen der nicht zer­bomb­ten Thea­ter gab es auch eine brei­te Klein­kunst­be­we­gung und bes­wing­te Kel­ler­räu­me, in denen ame­ri­ka­ni­sche Musik gespielt wur­de. In die­ser Zeit wur­de die Kul­tur­po­li­tik eher libe­ral gehand­habt.

Die­se libe­ra­le Kul­tur­po­li­tik und der kul­tu­rel­le Neu­an­fang führ­ten auch dazu, dass Sar­tres Wer­ke im Nach­kriegs­deutsch­land stark rezi­piert wur­den. Beson­ders in den west­li­chen Besat­zungs­zo­nen wur­den Sar­tres Tra­gö­di­en insze­niert. So fan­den in den Jah­ren 1946–49 mehr als 20 Auf­füh­run­gen statt. Es gab zwei sehr umstrit­te­ne Sart­re-Auf­füh­run­gen im besetz­ten Deutsch­land. So fand die Deutsch­land-Pre­mie­re der 1943 in Paris urauf­ge­führ­ten Flie­gen in einem Düs­sel­dor­fer Thea­ter statt. Die­se von Gründ­gens insze­nier­te Pre­mie­re wur­de sehr pole­misch in der SBZ-nahen Thea­ter­zeit­schrift Thea­ter der Zeit dis­ku­tiert (1947). Die zwei­te Insze­nie­rung erfol­ge am 7. Janu­ar 1948 im Ber­li­ner Heb­bel­thea­ter, wel­ches in der ame­ri­ka­ni­schen Besat­zungs­zo­ne lag.

Die Reak­ti­on der sowjet­na­hen Kul­tur­funk­tio­nä­re über die Auf­füh­rung war ableh­nend. Erpen­beck, Dra­ma­turg und SED-Mit­glied, bezeich­ne­te Sar­tres Exis­ten­tia­lis­mus, der die Grund­la­ge von Sar­tres Tra­gö­di­en war, als „deka­dent“ und „Gip­fel­punkt des sub­jek­ti­ven Idea­lis­mus“.[2] Dym­schitz, ein sowje­ti­scher Kul­tur­of­fi­zier, zähl­te Sart­re zu den for­ma­lis­ti­schen Künst­lern, „die orga­nisch zur bür­ger­li­chen Deka­denz gehö­ren und deren deka­den­te Wer­ke das natür­li­che Ergeb­nis ihrer reak­tio­nä­ren Welt­an­schau­ung dar­stel­len“.[3] Für ihn waren Sar­tres Wer­ke wegen ihres „reak­tio­nä­ren“ Gehal­tes nicht geeig­net, den kul­tu­rel­len Neu­an­fang Deutsch­lands mit­zu­be­stim­men. Ihm zufol­ge pass­ten Sar­tres Wer­ke nicht in den Kanon, der für die Umer­zie­hung der Bevöl­ke­rung geeig­ne­ten Wer­ke (Klas­si­ker von Goe­the und Schil­ler).

Schon aus den von Dym­schitz und Erpen­beck gemach­ten Aus­sa­gen wird ersicht­lich, dass Sar­tres Flie­gen von sowje­ti­scher Sei­te stark abge­lehnt wer­den. In die­sem Essay soll exem­pla­risch am Bei­spiel der Flie­gen unter­sucht wer­den, wes­halb die Kul­tur­or­ga­ne der SBZ die Auf­füh­rung von Sar­tres Thea­ter­stü­cken ver­hin­der­ten. Wor­aus resul­tier­te die­se Hal­tung? Hät­ten Sar­tres Flie­gen gegen die sowje­ti­sche Macht und den Sta­li­nis­mus pole­mi­sie­ren kön­nen? Hät­ten die Flie­gen und der Exis­ten­tia­lis­mus die Bevöl­ke­rung mög­li­cher­wei­se zu Pro­tes­ten mobi­li­sie­ren kön­nen? Waren der ortho­do­xe Mar­xis­mus in Gestalt des Sta­li­nis­mus und der in den Wer­ken Sar­tres ersicht­lich wer­den­de Exis­ten­tia­lis­mus ver­ein­bar?

2.1 Die Fabel der Flie­gen und der Exis­ten­tia­lis­mus Sar­tres

Um einen Aus­gangs­punkt zur Klä­rung die­ser Fra­gen zu haben, wird zunächst die Fabel des Stü­ckes dar­ge­stellt. Im Anschluss dar­an wird erläu­tert, wor­um es sich beim Exis­ten­tia­lis­mus han­delt. Um das Stück zu ver­ste­hen, ist es am Bes­ten, wenn von Orests Aus­set­zung aus­ge­gan­gen wird: Orest wur­de, nach­dem sein Vater Aga­mem­non durch Ägist, den Lieb­ha­ber sei­ner Mut­ter Klytäm­nes­t­ra, umge­bracht wur­de, durch einen Die­ner in einen Wald gebracht, um dort getö­tet zu wer­den. Jedoch wur­de das Kind nicht getö­tet, so dass rei­che Athe­ner Bür­ger das Kind fan­den und es durch den Päd­ago­gen erzie­hen lie­ßen.[4] Fünf­zehn Jah­re spä­ter rei­sen Orest und sein Päd­ago­ge zu der Stadt Argos, wo Orest gebo­ren wur­de. Sie wol­len zu Ägists Palast. Doch kei­ner möch­te ihnen den Weg zum Palast ver­ra­ten. Bei­de wun­dern sich über die unzäh­li­gen dicken Flie­gen in der Stadt. Plötz­lich taucht Jupi­ter, der Gott des Todes und der Flie­gen, auf und rät ihnen, nicht wei­ter in die Stadt zu rei­sen. Der Päd­ago­ge ver­sucht Orest auch zu über­zeu­gen, nicht in die Stadt zu rei­sen, auch wenn Orest den Mord an sei­nem Vater Aga­mem­non rächen und end­lich sei­nen Platz in sei­ner Hei­mat ein­neh­men möch­te. Der Päd­ago­ge wen­det ein, dass Orest bei sei­ner Bil­dung und sei­nen Kennt­nis­sen die Welt offen ste­he. Vor­erst stimmt Orest dem Päd­ago­gen zu. Dar­auf­hin treibt der Päd­ago­ge Pfer­de für die Wei­ter­rei­se nach Korinth auf.[5]

Unver­mit­telt trifft Orest sei­ne Schwes­ter Elek­tra, der er sich als Phi­le­bos von Korinth zu erken­nen gibt. Sie erzählt ihm von ihrer all­täg­li­chen Pla­cke­rei: die dre­cki­ge Wäsche des Königs­paa­res zu waschen und den Müll zu ent­sor­gen. Nur eines lässt sie die gan­zen Mühen auf sich neh­men, näm­lich die Hoff­nung, dass ihr Bru­der Orest bald käme. Plötz­lich taucht Klytäm­nes­t­ra auf. Sie gebie­tet ihm, die Stadt zu ver­las­sen und for­dert Elek­tra auf, sich für die Zere­mo­nie vor­zu­be­rei­ten. Orest wei­gert sich, dem Fol­ge zu leis­ten und nimmt an einer gro­ßen Fei­er­lich­keit teil.[6]

Die­se Zere­mo­nie wird, wie jedes Jahr, schon seit 15 Jah­ren am Tage der Ermor­dung Aga­mem­nons durch­ge­führt. Der ein­zi­ge Zweck die­ser Ver­an­stal­tung ist es, die Schuld und Reue der Bevöl­ke­rung auf­recht­zu­er­hal­ten und somit wird Ägists Herr­schaft über die Bevöl­ke­rung garan­tiert. Das Ritu­al läuft fol­gen­der­ma­ßen ab: zuerst ver­sam­meln sich die Bür­ger in schwar­zen Klei­dern auf einem Platz. Dort fle­hen sie um die Ankunft ihres Königs Ägist. Dann, nach­dem der König erschie­nen ist, lässt der Hohe Prie­ser einen Stein von einer Höh­le weg­rol­len. Dar­auf­hin ver­las­sen die „Toten“  die Höh­le. Die Bür­ger fan­gen an, die Toten an ihrem Kör­per zu spü­ren, sie wer­den reu­mü­tig. Ihre Reue resul­tiert mög­li­cher­wei­se dar­aus, dass die Bür­ger die Schreie des Aga­mem­non in der Nacht sei­ner Ermor­dung hör­ten, aber den von Ägist bewirk­ten Mord nicht auf­hal­ten konn­ten. Para­do­xer­wei­se wur­de Ägist trotz­dem ihr Herr­scher. Wäh­rend der Zere­mo­nie taucht plötz­lich Elek­tra vor der Höh­le auf, sie tanzt in einem wei­ßen Kleid über den Platz und for­dert die Bür­ger zu Fröh­lich­keit und Leben­dig­keit auf. Doch die­ses Ver­hal­ten passt Ägist gar nicht in den Kram, so dass er sie ver­schwin­den lässt, in dem sie von einem gro­ßen Stein über­rollt wird.[7]

Nach­dem die Zere­mo­nie been­det ist, tref­fen sich Orest und Elek­tra am Ran­de der Stadt. Elek­tra möch­te die Stadt ver­las­sen. Orest möch­te sie bei ihrer Flucht unter­stüt­zen, doch sie wei­gert sich, die­se Hil­fe anzu­neh­men. Nach­dem Orest ihr offen­bart, dass er ihr Bru­der sei, wird das Gespräch har­mo­ni­scher und die Sym­pa­thie zwi­schen Bei­den stär­ker. Nur zwei­felt Elek­tra dar­an, wie er mit sei­ner Fried­fer­tig­keit Ägist töten wol­le. Doch ein Zei­chen – ein hel­ler Licht­blitz – nimmt bei­den den letz­ten Zwei­fel; Orest ist bereit, das Übel der Städ­ter auf sich zu neh­men.[8]

Wäh­rend sich Orest und Elek­tra in den Palast schlei­chen, dis­ku­tie­ren Jupi­ter und Ägist, dass Ägist nicht län­ger die Komö­die des Herr­schers spie­len möch­te. Er habe es satt, all­jähr­lich die­se Zere­mo­nie durch­zu­füh­ren. Jupi­ter moti­viert ihn, wei­ter zu regie­ren, in dem er betont, dass sie bei­de nach einer neu­en Ord­nung stre­ben wür­den. Ägist fürch­tet sich jedoch davor, dass er macht­los wer­den kön­ne, wenn in einem Man­ne die Frei­heit aus­bre­che.[9]

Kurz nach die­ser Unter­hal­tung stürzt Orest aus sei­nem Ver­steck und tötet Ägist und Klytäm­nes­t­ra. Elek­tra bricht über Klytäm­ne­st­ras Leich­nam in Trau­er zusam­men, sie fühlt sich schul­dig. Nach dem Mord flüch­ten sie in den Tem­pel des Apol­lon. Orest bleibt stand­haft, er hat ohne Reue getö­tet. Doch Elek­t­ras Schuld­ge­füh­le wer­den stär­ker, die Erin­ny­en fal­len über sie her. Elek­tra bricht zusam­men und macht Orest spä­ter Vor­wür­fe, dass er nur Unglück über sie gebracht habe. Da die Erin­ny­en bei Orest kei­nen Ansatz­punkt fin­den, kommt Jupi­ter, der ihm sagt, dass das gesam­te Welt­all ihn für schul­dig an dem Mord sei­ner Eltern hält. Er erwi­dert eini­ge Augen­bli­cke spä­ter, dass er frei und nur sei­nen eige­nen Geset­zen unter­tan sei. Am nächs­ten Mor­gen kommt er aus dem Tem­pel des Apol­lon und stellt sich dem Volk als neu­en König vor. Er nahm die Schuld der Städ­ter und des Mor­des auf sich, lehn­te aber letzt­end­lich das Amt des Königs ab.[10]

Kom­men wir in die­sem Zusam­men­hang nun auf den Exis­ten­tia­lis­mus zu spre­chen, der in der phi­lo­so­phi­schen Tra­di­ti­on Nietz­sches, Kier­ke­gaards und Hei­deg­gers steht. Die­se phi­lo­so­phi­sche Rich­tung bezieht sich teil­wei­se auf Ide­en aus der Sozio­lo­gie und Psy­cho­ana­ly­se. Im Fol­gen­den sol­len nur Aspek­te der umfang­rei­chen Phi­lo­so­phie Sar­tres, die für die wei­te­re Dar­stel­lung wich­tig sind, vor­ge­stellt wer­den. Den Exis­ten­tia­lis­ten wie auch Sart­re geht es im Wesent­li­chen dar­um, dass sie die Angst als eine Grund­be­din­gung der Frei­heit anse­hen. Frei­heit wird in die­sem Zusam­men­hang als die Abwe­sen­heit aller Not­wen­dig­keit gedacht. Eine Hand­lung kön­ne dann zu Frei­heit füh­ren, wenn der vom Akteur selbst gesetz­te Zweck der Hand­lung erfüllt wird. Angst wür­de dann ent­ste­hen, wenn das Ziel der Hand­lung nicht erreich­bar ist, weil sich dem Ziel Hin­der­nis­se in den Weg stel­len. Die Angst, die an der Aus­füh­rung der Hand­lung hin­dert, kön­ne jedoch durch Refle­xi­on, in der ein Akteur die ver­schie­de­nen Hand­lungs­mög­lich­kei­ten gegen­ein­an­der abwägt, über­wun­den wer­den.[11]

Eine Ent­schei­dung, die ein Akteur trifft, ist nie­mals end­gül­tig. Er muss viel­mehr immer wie­der neu ent­schei­den, da sei­ne Hand­lung in einem end­lo­sen “Anlass-Inten­ti­on-Akt-Ziel-Zir­kel” ein­ge­bet­tet ist. Jede Hand­lung kann also die Grund­la­ge einer neu­en Hand­lung sein. Der Wil­le des Akteurs ent­schei­det in Abhän­gig­keit der schon voll­führ­ten Hand­lun­gen und ‚wählt‘ eine geeig­ne­te Hand­lungs­mög­lich­keit aus. Ent­spre­chend der gege­be­nen und inner­halb des “Anlass-Inten­ti­on-Akt-Ziel-Zir­kels” gewon­ne­nen Hand­lungs­mög­lich­kei­ten kann der Akteur sogar sei­ne Pro­fes­si­on frei wäh­len. Die Ent­schei­dun­gen und die dar­aus resul­tie­ren­den Hand­lun­gen sind immer schon ein Stück weit im Urent­wurf des Cha­rak­ters ange­legt.[12]

Im Thea­ter­stück wer­den die­se exis­ten­tia­lis­ti­schen Ansät­ze beson­ders in der Per­son Orests deut­lich. Orest spürt, dass er nach Argos gehört, weil er mit der „Ver­pflich­tung“ — der Urent­wurf sei­nes Cha­rak­ters — gebo­ren sei, dass er Prinz in Argos wer­den sol­le.[13] Als Prinz in Argos hät­te er sei­nen Bür­gern die Frei­heit ermög­licht, da er die Bewoh­ner von der Herr­schaft des Ägist befreit hat, aber sich nicht zum König wäh­len ließ. Die­se bei­den Zie­le ver­wirk­licht Orest, in dem er aus dem Tem­pel des Apol­lon tritt und sich zum König wäh­len lässt, aber sei­ne Unter­ta­nen in die Frei­heit ent­lässt.[14] Bis er jedoch die­ses Ziel erreicht hat, muss er immer wie­der sei­ne Frei­heit neu errin­gen. So weist ihn sein Päd­ago­ge dar­auf hin, dass er noch eine Men­ge neu­er Din­ge zu ler­nen hät­te. Daher weicht Orest vor­erst von sei­nem Ziel, Ägist zu rächen, ab, weil ihn die Angst über­kommt, den Mord nicht aus­füh­ren zu kön­nen. Kurz dar­auf trifft er plötz­lich Elek­tra und er kommt sei­nem Ziel näher. Denn er merkt nun, dass Elek­tra schon lan­ge auf ihn war­tet.[15] Nach­dem er von Elek­t­ras Exis­tenz erfah­ren hat, spürt er sich sei­nem Ziel näher und die ursprüng­li­che Angst ver­lässt ihn. Denn er spürt in Elek­tra eine Kämp­fe­rin, die sich gegen Jupi­ter auf­lehnt, weil sie es wagt, Abfall vor Jupi­ters Sta­tue zu kip­pen[16]. Im Zuge der Ver­bun­den­heit zu Elek­tra reflek­tiert Orest über sei­ne Hand­lungs­mög­lich­kei­ten und ent­schei­det sich dazu, in Argos zu blei­ben und am Ritu­al teil­zu­neh­men. Orest besaß die gesam­te Zeit Wahl­frei­heit: er selbst ent­schloss sich zur Ver­pflich­tung, Prinz in Argos zu wer­den. Auch ent­schloss er sich dazu, nach dem eben beschrie­be­nen Abwä­gungs­pro­zess, in Argos zu blei­ben, um am Ritu­al teil­zu­neh­men.

2.2 Die Flie­gen und die sta­li­nis­ti­sche Her­schafts­pra­xis

Nun soll unter­sucht wer­den, inwie­weit die­ses Stück sowje­ti­sche Herr­schafts­pra­xis pole­mi­sie­ren konn­te. Dazu sol­len aus dem Thea­ter­stück Beschrei­bun­gen über Ägists Regie­rungs­wei­se zusam­men­ge­tra­gen und inter­pre­tiert wer­den. Es gibt drei län­ge­re Pas­sa­gen in dem Stück, die auf die sowje­ti­sche Regie­rungs­pra­xis anspie­len. Die­se Pas­sa­gen sol­len in Hin­blick auf die sowje­ti­sche Herr­schafts­pra­xis inter­pre­tiert wer­den. Die ers­te Pas­sa­ge lau­tet:

Die Köni­gin ver­gnügt sich an unse­rem Natio­nal­spiel: dem Spiel der öffent­li­chen Beich­te. Hier schreit jeder sei­ne Sün­den allen andern ins Gesicht, und es kommt nicht sel­ten vor, dass […] an den Fei­er­ta­gen irgendein(en) Kauf­mann […] schreit, dass er ein Mör­der, ein Ehe­bre­cher, ein Ver­un­treu­er (sei.) […] Jeder kennt die Ver­bre­chen des ande­ren aus­wen­dig.“[17]

Sart­re spielt offen auf das rus­si­sche Spiel der öffent­li­chen Beich­te an. In den zwan­zi­ger Jah­ren war es üblich, dass jedes Par­tei­mit­glied der KPdSU, wel­ches von der poli­ti­schen Linie der Par­tei abwich, sich selbst süh­nen konn­te, in dem es sich offen der Par­tei unter­warf und sich zu Reue bekann­te.[18] Auch in öffent­li­chen Gerichts­pro­zes­sen gegen ‚Volks­fein­de‘ der sowje­ti­schen Ord­nung waren sol­che Bekennt­nis­se zu Reue gang und gäbe. Die Täter gestan­den letz­ten Endes Taten, die sie nicht selbst began­gen hat­teb.[19] Genau­so soll­ten die Bür­ger von Argos Reue für den Mord an Aga­mem­non zei­gen. Die­sen Mord haben die Bür­ger jedoch nicht aktiv began­gen. Beson­ders das Ritu­al in den Flie­gen lässt sich mit sol­chen Gerichts­pro­zes­sen ver­glei­chen, da auch hier die Bevöl­ke­rung zu Reue über ihr ‚Ver­bre­chen‘ auf­ge­for­dert wird.

Die zwei­te Aus­sa­ge wur­de von Jupi­ter gemacht:

Aga­mem­non war ein guter Kerl, aber er hat­te einen gro­ßen Feh­ler. Er hat nicht erlaubt, daß die Hin­rich­tun­gen öffent­lich vor­ge­nom­men wur­den. Das ist scha­de. So ein rich­ti­ges Hän­gen, das ist eine Zer­streu­ung in der Pro­vinz, und die Leu­te neh­men all­mäh­lich auch den Tod nicht mehr so wich­tig.“[20]

Die­ses Zitat besagt, dass der letz­te Herr­scher von Argos kei­ne öffent­li­chen Hin­rich­tun­gen durch­ge­führt habe, aber der neue Herr­scher Ägist füh­re öffent­li­che Hin­rich­tun­gen durch. Auch hier lässt sich eine Par­al­le­le zur sowje­ti­schen Herr­schaft auf­ma­chen. Mit der zuneh­men­den Macht­fes­ti­gung der Sta­li­nis­ten (Ägist), nach­dem Lenin und ande­re Revo­lu­ti­ons­füh­rer (Aga­mem­non) gestor­ben oder ins Aus­land emi­griert waren, kam es in den drei­ßi­ger Jah­ren zum gro­ßen Ter­ror, bei dem mas­sen­wei­se Men­schen grau­sam ums Leben gekom­men sind. Die­se Hin­rich­tun­gen fan­den unter Sta­lin in aller Öffent­lich­keit statt, um ande­re Men­schen ein­zu­schüch­tern. Die Men­schen muss­ten wäh­rend des gro­ßen Ter­rors mit Denun­zia­tio­nen rech­nen, sodass vie­le Men­schen von einem jähen Ende aus­gin­gen. Um nicht wahn­sin­nig zu wer­den, durf­ten die Men­schen den Tod nicht mehr als so wich­tig neh­men.

Das drit­te Zitat stammt von Ägist selbst: „ich woll­te, daß Ord­nung herr­sche und daß sie durch mich herr­sche. […] ich habe Ord­nung gemacht. O schreck­li­che und gött­li­che Lei­den­schaft!“[21]. Auch Sta­lins Herr­schaft ziel­te auf eine neue Ord­nung der Gesell­schaft ab, denn er woll­te im Sowjet­reich eine Uto­pie ver­wirk­li­chen. Die­ser Umge­stal­tung wird welt­ge­schicht­li­che Bedeu­tung bei­gemes­sen. Genau­so wie Sta­lin hielt sich auch Ägist für gott­gleich.[22] Die­se Selbst­herr­lich­keit stell­te auch Ägist durch öffent­li­che Selbst­in­sze­nie­run­gen zur Schau, in dem er sich wäh­rend des Ritu­als von sei­nem Volk emp­fan­gen läßt.[23]

Die zusam­men­ge­tra­ge­nen Par­al­le­len machen deut­lich, dass Sart­re das Sys­tem des Sta­li­nis­mus kari­kiert. Wäh­rend des Sta­li­nis­mus gab es nur einen auto­kra­ti­schen und selbst­herr­li­chen Herr­scher, der mit­tels einer Ein­heits­par­tei herrsch­te. Alle Pos­ten und Ämter inner­halb die­ser Par­tei wur­den von oben nach unten hin besetzt. Die unte­ren Dienst­stel­len muss­ten die Wei­sun­gen der obe­ren Dienst­stel­len ent­spre­chend umset­zen. Um sich von miss­lie­bi­gen Par­tei­ge­nos­sen zu tren­nen, wur­den auf Wei­sung von Sta­lin Par­tei­säu­be­run­gen durch­ge­führt.

Es lie­ße sich aber auch ein­wen­den, dass die Bezü­ge zwi­schen der Herr­schafts­pra­xis in der Sowjet­uni­on und der in den Flie­gen beschrie­be­nen Regie­rungs­wei­se nur zufäl­li­ger Natur sind. Die­se Annah­me wider­spricht jedoch der The­se, dass die Flie­gen eine Kari­ka­tur des Sta­li­nis­mus beinhal­ten. Für die eben erwähn­te Annah­me spricht, dass Sar­tres Flie­gen, die wäh­rend der deut­schen Beset­zung Frank­reichs geschrie­ben wur­den, zum Wider­stand gegen die deut­schen Besat­zer auf­ru­fen und nicht gegen den Sta­li­nis­mus pole­mi­sie­ren soll­ten. So führt Levy in sei­ner umfang­rei­chen Sart­re-Bio­gra­fie vier Zeu­gen­aus­sa­gen zusam­men, die Sart­re bei der Urauf­füh­rung loben und beto­nen, dass die Flie­gen zu einer „Revol­te“ gegen die „neue Ord­nung“ der deut­schen Besat­zer auf­for­der­ten. Außer­dem wür­de man in Ägist und in Klytäm­nes­t­ra „ohne Mühe die Figur des Besatzers und der kol­la­bo­rie­ren­den Ver­rä­te­rin“ erken­nen. Auch die im Stück dar­ge­stell­te Ideo­lo­gie der Reue wür­de eine Anspie­lung auf die „von Vichy pro­pa­gier­te Mys­ti­fi­zie­rung des Lei­dens“ sein.[24]

Gegen die oben gemach­te Annah­me spricht, dass die deut­schen Besat­zer die Auf­füh­rung des Thea­ter­stü­ckes nicht ver­bo­ten haben, son­dern es sogar gestat­te­ten. Dies macht deut­lich, dass die Anspie­lun­gen von den deut­schen Besat­zern nicht wahr­ge­nom­men und auch nicht für gefähr­lich erach­tet wur­den. Ver­mut­lich fiel der ent­spre­chen­den Zen­sur­be­hör­de eher die sowjet­feind­li­che Hal­tung der Flie­gen auf,  sodass sie sogar Groß­an­kün­di­gun­gen im deut­schen Kul­tur­ka­len­der ‚Der Deut­sche Weg­lei­ter‘ gestat­te­te.[25]

Mög­li­cher­wei­se rich­te­ten sich aber Sar­tres Flie­gen sowohl gegen die deut­schen Besat­zer als auch gegen das sowje­ti­sche Herr­schafts­sys­tem. Sar­tres antis­ta­li­nis­ti­sche Hal­tung wird beson­ders an dem Umstand deut­lich, dass er nach dem Zwei­ten Welt­krieg eine „Ver­ei­ni­gung der Links­kräf­te unter Aus­schluss der Kom­mu­nis­ten“ grün­de­te.[26] Die­se Ver­ei­ni­gung schloss bewusst sowjet­na­he Kom­mu­nis­ten aus, da sie mög­li­cher­wei­se Sym­pa­thie mit dem Sta­li­nis­mus gehabt hät­ten.

2.3 Sart­re als Ansatz­punkt für einen Wider­stand gegen die Sta­li­ni­sie­rung?

Wenn das Thea­ter­stück öffent­lich in der sowje­ti­schen Besat­zungs­zo­ne auf­ge­führt wor­den wäre, so hät­te es, wie in der obi­gen Inter­pre­ta­ti­on deut­lich wur­de, das Poten­ti­al gehabt, die sowje­ti­sche Herr­schafts­pra­xis zu pole­mi­sie­ren und zu kari­kie­ren. Denn es gab Tei­le der Bevöl­ke­rung, die die Sta­li­ni­sie­rung, die in der SBZ unter ande­rem dar­auf abziel­te, schein­de­mo­kra­ti­sche Insti­tu­tio­nen wie die Block­par­tei­en ein­zu­füh­ren und die SPD und KPD zur SED zwangs­zu­ver­ei­ni­gen, offen kri­ti­sier­ten. Die­ser pro­so­zia­lis­ti­sche Teil der Bevöl­ke­rung woll­te nicht, dass die Ämter und Füh­rungs­po­si­tio­nen in den Par­tei­en von Mos­kau aus besetzt wer­den, son­dern dass sich der Sozia­lis­mus von unten her­aus ent­wi­ckelt. Es gab in der SBZ über­zeug­te Sozia­lis­ten, die Eigen­in­itia­ti­ve zeig­ten und sich an Anti­fa-Aus­schüs­sen und den ein­ge­rich­te­ten Roten Mili­zen betei­lig­ten. Selbst in west­li­chen Besat­zungs­zo­nen gab es eine brei­te Bewe­gung von unten, die zum Bei­spiel Refe­ran­da in den Land­ta­gen gestellt haben, um die Ver­staat­li­chung von Betrie­ben zu bewir­ken.[27]

Bei einem sol­chen sozia­lis­ti­schen Druck von unten hät­te die Auf­füh­rung die­ses Thea­ter­stü­ckes unter gewis­sen poli­ti­schen und gesell­schaft­li­chen Umstän­den dazu füh­ren kön­nen, dass die deut­schen Kom­mu­nis­ten – auch die­je­ni­gen, die die Sta­li­ni­sie­rung bezie­hungs­wei­se den gro­ßen Ter­ror aus dem Aus­land beob­ach­te­ten bzw. selbst erleb­ten – über  die begin­nen­de Sta­li­ni­sie­rung hät­ten reflek­tie­ren kön­nen. Die­se Reflek­ti­on hät­te inner­halb der von Sart­re beschrie­be­nen Grund­be­din­gun­gen von Frei­heit und Angst statt­fin­den kön­nen. So hät­te die begin­nen­de Sta­li­ni­sie­rung bei eini­gen Kom­mu­nis­ten bzw. Sozia­lis­ten Angst aus­ge­löst. Die­se Angst hät­te Sart­re zufol­ge durch Reflek­ti­on und Abwä­gung über­wun­den wer­den kön­nen.[28] Eine mög­li­che Hand­lungs­al­ter­na­ti­ve wäre ein Auf­ruf zum Wider­stand gewe­sen.

Die­ses Wider­stands­po­ten­ti­al des Exis­ten­tia­lis­mus hät­te zu einem „drit­ten Weg“ zwi­schen Kapi­ta­lis­mus und Kom­mu­nis­mus füh­ren kön­nen.[29] Eine mög­li­che Kon­se­quenz die­ses „drit­ten Weges“ wäre gewe­sen, dass die SBZ sich unter gewis­sen Umstän­den von Mos­kau los­ge­sagt hät­te. Die­ses Sze­na­rio schien beson­ders nach Titos Macht­über­nah­me in Jugo­sla­wi­en denk­bar. Um die Gefahr eines sol­chen Wider­stan­des und die Los­sa­gung von Mos­kau zu ver­hin­dern, dis­kre­di­tier­ten die sowje­ti­schen Kul­tur­of­fi­zie­re das Stück. So wur­de schon drei Tage nach der Pre­mie­re der Flie­gen im Ber­li­ner Heb­bel­thea­ter ein Arti­kel namens „Der Exis­ten­tia­lis­mus. Eine neo­fa­schisch­ti­sche Nach­kriegs­mo­de“ von Ernst Nikiesch ver­öf­fent­licht. Die­ser Arti­kel, der im Neu­en Deutsch­land ver­öf­fent­licht wur­de, ver­such­te den Exis­ten­tia­lis­mus in die Nähe des Faschis­mus zu rücken. Dar­auf folg­te eine gan­ze Serie von  Arti­keln in den neu­ge­schaf­fe­nen sowjet­na­hen Zei­tun­gen Neu­es Deutsch­land und Täg­li­che Rund­schau.

Die Vor­la­ge für die in den Arti­keln ver­wand­ten Rhe­to­rik lie­fer­te sicher­lich Georg Luka­cz, ein unga­ri­scher Kul­tur­theo­re­ti­ker. Er ver­öf­fent­lich­te schon 1941 in rus­si­scher Spra­che eine Mono­gra­fie mit dem Titel „Mar­xis­mus oder Exis­ten­tia­lis­mus“. Die­se Buch stellt eine Ver­bin­dung zwi­schen dem Exis­ten­tia­lis­mus und dem Idea­lis­mus, der bür­ger­lich-kapi­ta­lis­ti­schen Welt­an­schau­ung, her. Luka­cz ging soweit, dass er auf Grund der theo­re­ti­schen Nähe des Exis­ten­tia­lis­mus zu Hei­deg­gers Phi­lo­so­phie Sar­tres Phi­lo­so­phie eine Nähe zum Faschis­mus unter­stell­te. Gera­de Hei­deg­gers Auf­ru­fe zur Pas­si­vi­tät habe dem Faschis­mus Tür und Tor geöff­net.[30] Die­se Ana­ly­se Luka­czs zielt dar­auf ab, den Exis­ten­tia­lis­mus für die bür­ger­li­che wie auch die kom­mu­nis­ti­sche Intel­li­genz zu dis­kre­di­tie­ren.

3. Schluss­be­mer­kung

Sar­tres Flie­gen besa­ßen in den Nach­kriegs­jah­ren das Poten­ti­al, um zum Wider­stand gegen die Sta­li­ni­sie­rung auf­zu­ru­fen. Die in den Flie­gen dar­ge­stell­te Kari­ka­tur der sowje­ti­schen Herr­schafts­pra­xis war geeig­net, um gegen die Sowje­ti­sie­rung zu pole­mi­sie­ren. So befürch­te­ten die Sowjet­of­fi­zie­re, dass der von Sart­re begrün­de­te Exis­ten­tia­lis­mus ein drit­tes Lager zwi­schen Kapi­ta­lis­mus und Sozia­lis­mus hät­te auf­ma­chen kön­nen. Die­se Phi­lo­so­phie hät­te einen Wider­stand gegen die Sowje­ti­sie­rung der SBZ begrün­den kön­nen. Um sich vor der ‚Gefahr‘, die von Sar­tres Phi­lo­so­phie aus­ging, zu schüt­zen, wur­de der Exis­ten­tia­lis­mus von sowje­ti­scher Sei­te aus dis­kre­di­tiert. Dazu wur­de eine groß ange­leg­te Pro­pa­gan­da­schlacht gegen den Exis­ten­tia­lis­mus initi­iert.

4. Lite­ra­tur­ver­zeich­nis

Babe­row­ski, Jörg: Der Rote Ter­ror. Die Geschich­te des Sta­li­nis­mus, Bonn 2007.

Becher, Robert: Die geschei­ter­te Revo­lu­ti­on. DDR 1989/90, Ber­lin 2009.

Bör­ner, Syl­via: Die Kunst­de­bat­ten 1945 bis 1955 in Ost­deutsch­land als
Fak­to­ren ästhe­ti­scher Theo­rie­bil­dungs­pro­zes­se, Frank­furt am Main 1993.

Diet­rich, Gerd: Poli­tik und Kul­tur in der Sowje­ti­schen
Besat­zungs­zo­ne Deutsch­lands (SBZ) 1945–1949, Bern 1993.

Levy, Ber­nard-Hen­ri: Sart­re. Der Phi­lo­soph des 20. Jahr­hun­derts, Paris 2000.

Lukacs, Georg: Exis­ten­tia­lis­mus oder Mar­xis­mus?, Ber­lin 1951.

Mit­ten­zwei, Wer­ner: Nach­wort, In: Sart­re, Jean-Paul: Die Flie­gen, In:
Sart­re, Jean-Paul: Drei Stü­cke, Ber­lin-Ost 1967, S. 281 – 306.

Sart­re, Jean-Paul: Die Flie­gen, In: Sart­re, Jean-Paul: Drei Stü­cke, Ber­lin-Ost 1967.

Schi­vel­busch, Wolf­gang: Vor dem Vor­hang. Das Geis­ti­ge Ber­lin 1945–48, Mün­chen 1995.

Stü­ber, Petra: Spiel­räu­me und Gren­zen. Stu­di­en zum DDR-Thea­ter, Ber­lin 1998.

Suhr, Mar­tin: Sart­re zur Ein­füh­rung, Ham­burg 1989.

Fuß­no­ten:

  1. Vgl. Schie­vel­busch: 1995, S. 42.
  2. Vgl. Stu­ber: 1998, S. 107.
  3. Vgl. Bör­ner: 1993, S. 51.
  4. Vgl. Sart­re: 1967, S. 13.
  5. Vgl. Sart­re: 1967, S. 1–19.
  6. Vgl. Sart­re: 1967, S. 21 -29.
  7. Vgl. Sart­re: 1967, S. 29–40.
  8. Vgl. Sart­re: 1967, S.  41–50.
  9. Vgl. Sart­re: 1967, S.  54–61.
  10. Vgl. Sart­re: 1967, S.  63–81.
  11. Vgl. Suhr: 1989, S. 45–54.
  12. Vgl. ebd.
  13. Vgl. Sart­re: 1967, S. 17.
  14. Vgl. Sart­re: 1967, S. 81.
  15. Vgl. Sart­re: 1967, S. 20.
  16. Vgl. Sart­re: 1967, S. 21.
  17. Vgl. Sart­re: 1967, S. 26.
  18. Vgl. Bar­be­row­ski: 2007, S. 144.
  19. Vgl. Bar­be­row­skis Aus­füh­run­gen zum Sach­ty-Pro­zess in Bar­be­row­ski: 2007, S. 119.
  20. Vgl. Sart­re: 1967, S. 10.
  21. Vgl. Sart­re: 1967, S. 59.
  22. Vgl. Sart­re: 1967, S. 58.
  23. Auch die rote Farb­me­ta­pho­rik, die Sart­re ver­wen­det, spielt auf die sowje­ti­sche Herr­schaft an. Die­se rote Farb­me­ta­pho­rik bezieht sich auf das Ritu­al, dass „ein rotes Fest (sein wird), des­sen Erin­ne­rung ihr nie aus­lö­schen könnt“.
  24. Vgl. Levy: 2000, S. 354–356.
  25. Vgl. Levy: 2000, S. 353.
  26. Vgl. Mit­ten­zwei: 1967, S. 286.
  27. Vgl. Becher: 2009, S. 20–23.
  28. Gera­de die­se Wahl­frei­heit war den sowje­ti­schen Besat­zern ein Dorn im Auge. Denn das sta­li­nis­ti­sche Sys­tem, das dar­auf basier­te, Befeh­le von oben nach unten hin wei­ter­zu­lei­ten, hät­te nicht mit dem Prin­zip der Wahl­frei­heit funk­tio­niert. Jeder Befehls­emp­fän­ger hät­te sich unter der Prä­mis­se Wahl­frei­heit auch gegen die Umset­zung der Befeh­le ent­schei­den kön­nen. Dies räso­niert auch der ost­deut­sche His­to­ri­ker Mit­ten­zwei 1976 (Vgl. Mit­ten­zwei: 1967, S. 287).
  29. Vgl. Diet­rich: 1993, S. 120f.
  30. Luka­cz: 1951, S. 6f.  und S. 63ff.