Remember, remember the fifth of November

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Mit die­sen Wor­ten beginnt ein altes bri­ti­sches Gedicht. Es erin­nert an eine Ver­schwö­rung aus dem 17. Jahr­hun­dert. Am 5. Novem­ber 1605 woll­ten eini­ge katho­li­sche Ver­schwö­rer das eng­li­sche Par­la­ment und die anwe­sen­de Königs­fa­mi­lie in die Luft spren­gen. Guy Faw­kes, der für die Aus­füh­rung ver­ant­wort­lich war, brach­te zu die­sem Zweck 36 Fäs­ser Schieß­pul­ver in den Kel­ler des Par­la­ments. Die Kraft die­ser Explo­si­on hät­te aus­ge­reicht, um das kom­plet­te Par­la­ments­ge­bäu­de zu zer­stö­ren. Doch am Mor­gen des 5. Novem­ber wur­den Guy Faw­kes und der Spreng­stoff bei einer Inspek­ti­on des Kel­lers gefun­den.

Sze­ne aus dem Film “V wie Ven­det­ta”:


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Noch heu­te wird am 5. Novem­ber das Schei­tern des Atten­tats gefei­ert — mit einem gro­ßen Feu­er­werk. Doch war­um woll­ten Guy Faw­kes und sei­ne Ver­schwö­rer das Par­la­ment spren­gen? Hin­ter­grund war die mas­si­ve Unter­drü­ckung des katho­li­schen Glau­bens in Groß­bri­tan­ni­en. Wäh­rend unter Köni­gin Eli­sa­beth noch eine gewis­se reli­giö­se Tole­ranz vor­ge­herrscht hat­te, änder­te sich dies unter ihrem Nach­fol­ger Jakob I. deut­lich. Doch Unter­drü­ckung ist die Grund­la­ge, auf der Ter­ror gedeiht. Dabei soll­te nicht voll­stän­dig ver­ges­sen wer­den, dass die katho­li­sche Sei­te auch nicht zim­per­lich war und unter allen Umstän­den wie­der an die Macht woll­te. Die Auf­de­ckung des Atten­tats ver­fes­tig­te nun jedoch die Unter­drü­ckung des Katho­li­zis­mus für die nächs­ten 200 Jah­re.

Die Ver­schwö­rung des 5. Novem­ber wird auch heu­te noch von Kunst und Kul­tur auf­ge­grif­fen. So spielt das Lied “Remem­ber” von John Len­non auf das Atten­tat an. Eine zen­tra­le Rol­le spie­len die Ereig­nis­se des 5. Novem­ber in der Comicrei­he „V wie Ven­det­ta“ und deren Ver­fil­mung. Hier wird das Atten­tat posi­ti­ver betrach­tet: näm­lich als Kampf gegen ideo­lo­gi­sche Unter­drü­ckung. Das his­to­ri­sche Ereig­nis dient hier als Mus­ter einer Zukunfts­ge­schich­te. Der Ter­ro­rist V liegt im Kampf mit einem faschis­ti­schen Staat und bei­de Sei­ten über­schrei­ten dabei mora­li­sche Gren­zen.

Der Kampf von V erscheint letzt­lich als not­wen­dig, doch sei­ne Taten las­sen eine Rück­kehr in die Gesell­schaft nicht als  mög­lich erschei­nen.  Der Tod von V nach sei­nem  Sieg ist damit von der Logik eigent­lich vor­ge­ge­ben. Doch “V wie Ven­det­ta” zeigt auch die Gefähr­lich­keit der Angst vor dem Ter­ror (egal ob staat­lich oder nicht­staat­lich). Die Faschis­ten kom­men an die Macht, weil sie nach einem Ter­ror­an­schlag Sicher­heit ver­spre­chen und dafür die Frei­heit neh­men. Auch wenn in der Kunst ein sol­ches The­ma natür­lich zuge­spitzt wird: Die Auf­ga­be von (indi­vi­du­el­len) Frei­hei­ten nach dem 11.9.2001 zeigt, wie aktu­ell das The­ma immer wie­der ist.

Denn eines kann man aus dem 5. Novem­ber ler­nen, egal ob in Kunst oder Geschich­te: Wer Frei­hei­ten auf­gibt, um Sicher­heit zu erlan­gen, wird bei­des ver­lie­ren.